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Alt 14.01.2017, 13:40   #1
Heals
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Die Sims 4 ...und dann kam Louis





Inhalt

Das hier ist eine Geschichte, die ihr mit Leichtigkeit geniessen sollt.
Eine Geschichte voller Stereotype und Klischees, schlechten Witzen und stümperhaften Schnappschüssen.
Mit Charakteren, einer bunter als der andere.
Aber auch eine Geschichte mit Herz.
Über eine junge Clique, die immer überzeugt davon war, alles richtig zu machen. Perfekt zu sein.
Bis ein Junge sie alle vom Gegenteil überzeugte und ganz Windenburg auf den Kopf stellte.


(Ich bin schlecht in Inhaltsangaben)

Übersicht

Prolog
- runterscrollen
1. Kapitel - "Unverfroren"
2.Kapitel - "Unerwartet"
3.Kapitel - "Unüberlegt"
4. Kapitel - "Unverhofft"
5. Kapitel - "Unabsichtlich"
6. Kapitel - "Ungeniert"
7. Kapitel - "Unvergesslich"
8. Kapitel - "Unwahrheiten"



Genre

Romanze / Drama


Warnhinweis

Klischees sind gewollt und überspitzt eingesetzt.
Homosexualität spielt eine zentrale Rolle in der Geschichte.
Magst du das nicht, verlasse bitte meinen Thread.



*************






Das Polaroid bot noch immer einen fantastischen Ausblick über das Meer vor Windenburg. Heute war alles in dunkelrotes Licht getaucht. Die Sonne war gerade dabei unterzugehen und bald würde der Mond am wolkenlosen Himmel zu sehen sein. Ein malerischer Ausblick, den Gabriel beinahe vergessen hatte, so lange war er nicht mehr hier gewesen. Schon früher hatte er sich hier draußen auf die Terrasse gesetzt, um gedankenverloren in die Ferne zu schauen. Wann immer er es hatte einrichten können, zu träumen. Denn Zeit dafür hatte er niemals viel gehabt.



Die letzten Jahre hatten das geändert. Es fühlte sich merkwürdig an, hierher zurückzukehren. Fühlte sich nicht an, wie nach Hause zu kommen. Obwohl er, als er noch ein Teenager gewesen war, fast jeden Tag hier im Polaroid Café seiner Eltern verbracht hatte. Damals hatte er so einige Privilegien genossen und er hatte es geliebt. Heute würde ihn wohl Niemand mehr erkennen; zumindest hoffte er das. Das Letzte, was er brauchte, war neugierigen Nachbarschaftsklatsch. Die Bewohner von Windenburg waren nämlich eines ganz besonders: Sensationsgeil. Wenn sie wüssten, wer hier am Tisch saß, wäre sicherlich gleich die Zeitung hier.



Er schlug die Speisekarte auf; bis auf die Preise hatte sich hier nicht viel geändert. Es gab nun eine Seite für vegane Gerichte. Ein Trend, von dem auch diese Kleinstadt nicht verschont geblieben war. Wenn man es genau nahm, hatte sich alles geändert. Gabriel spürte einen Kloß in seinem Hals. Was tat er hier? Warum hatte er sich dazu entschieden, zurück zu kommen? Mit einem Mal wurde ihm schlecht. Seine Gedanken begannen zu rasen – er musste sich zusammen reißen! Bevor er weiter auf sich einreden konnte, tauchte die Bedienung des Polaroids auf. Sie war bloß einige Jahre jünger als er selbst, aber zum Glück schien sie ihn nicht zu erkennen.



Guten Abend, kann ich Ihnen etwas zu Trinken bringen, während sie die Speisekarte studieren?“, Abigail stand auf ihrem Namensschild. Gabriel runzelte die Stirn. Gehörte sie auch zu all dem, was er verdrängt hatte? Nein, das konnte nicht sein. Er sah schon Gespenster. Das musste an der vertrauten Umgebung liegen. Sein ganzes verdammtes Leben hing hier drin.
Nein, ähm“, er räusperte sich. „Ich hätte gern ein Schokocroissant, aber gefüllt mit Erdnussbutter und Karamellsirup bitte“, wie oft hatte er diese Bestellung aufgesagt? Abigail schaute ihn kurz etwas irritiert an, schwirrte dann aber wie eine fleißige Biene davon.




Der Platz ihm gegenüber war leer. Er war allein gekommen. Doch wenn Gabriel sich genau konzentrierte, dann konnte er ihn vor sich sitzen sehen. Das war sein Platz gewesen, weil ihn die Sonne auf Gabriels Seite immer geblendet hatte. Bei dem Gedanken zuckten seine Mundwinkel nach oben, ohne dass er es bemerkte. Er hätte seinen Kaffee getrunken, während sein Gegenüber dieses viel zu süße Croissant mit Sirup und Erdnussbutter gegessen hätte. Sein Herz krampfte sich zusammen, als Abigail mit seiner Bestellung zurück an den Tisch kam.



Bitte sehr“, die Art wie sie ihn mit ihren hellen Augen ansah, ließ ihn sich unwohl fühlen. Sie kannte ihn nicht und hier in Windenburg kannte man nun mal jeden Einzelnen. Die Neugier stand ihr ins Gesicht geschrieben. Er widerstand dem Drang, einfach die Flucht zu ergreifen. Als Gabriel sie bloß anschwieg, schien die Kellnerin zu überlegen. „Entschuldigen Sie bitte meine Neugier“, natürlich, dachte er bitter. Das Croissant lag noch immer unberührt vor ihm und er blickte zu ihr hoch. „Aber Sie sind neu in Windenburg, nicht wahr? Unsere Kunden sind allesamt Stammgäste und ich habe Sie hier in diesem Jahr noch nicht gesehen.“



Sie sah ihn an, mit einem so freundlichen, lieben Lächeln, dass man ihr kaum böse sein konnte. Gabriel brachte es nicht übers Herz sie wegzuschicken. „Ich...habe hier mal gelebt.“ Vor gut zwanzig Jahren war das hier Gabriels Zuhause gewesen und er hatte es geliebt. In vollen Zügen. Windenburg hatte ihm alles bedeutet, dieses Café hatte ihm alles bedeutet, er hatte ihm alles bedeutet... Wieder blickte er auf den leeren Platz gegenüber und fühlte einen Schmerz tief in seiner Brust.

Oh und sind Sie wieder hergezogen? Oder bloß auf der Durchreise?“
Wie lange arbeiten Sie schon hier, Abigail?“
Seit gut zwei Jahren“, lächelte sie, sichtlich erfreut, dass er sie mit neuen Informationen fütterte. Die Menschen in Windenburg würden sich niemals ändern.
Ich...besuche hier Jemanden“, sagte Gabriel langsam und bedeutete Abigail dann plötzlich sich zu setzen. Er wusste nicht, warum er das tat. Vielleicht, weil er den Anblick des leeren Platzes am Tisch nicht mehr ertragen konnte. Vielleicht, weil die Einsamkeit ihn nur in schlimme Gedanken hinabziehen würde. Die Kellnerin kam der Aufforderung ganz begeistert nach. „Wissen Sie, als ich noch ein Teenager war, habe ich fast jeden Tag hier im Polaroid verbracht.“
Es ist noch immer sehr beliebt bei den Schülern der High School!“, grinste Abigail.
Das dachte ich mir...“
Und, wen wollen Sie besuchen?“
Gabriel seufzte und schloss kurz die Augen. Sein Bild flackerte vor seinem inneren Auge auf. Wie er sich die klebrigen Hände, nachdem er das Croissaint verputzt hatte, an einer Serviette abgewischt hatte. Wie er ihn angrinste und irgendeinen dämlichen Witz riss. „Jemanden, der mir damals sehr viel bedeutet hat.“
Oh! Eine Frau! Wie romantisch!“, quietschte Abigail ganz aus dem Häuschen. „Wie heißt sie? Vielleicht kenne ich sie!“ Danach hatte sich die gelangweilte Kellnerin mit Sicherheit gesehnt. Ein mysteriöser Fremder, der ins Polaroid kam und ihr sein Herz ausschüttete, sodass sie gleich über den neusten Klatsch Bescheid wusste.




Gabriel schmunzelte und beschloss, sich darauf einzulassen. Er hatte ohnehin keinen Ruf mehr zu verlieren, wenn man herausfand, wer er war. „Nein, keine Frau.“
Oh“, machte Abigail überrascht und wurde ganz rot, während sie versuchte diese Information zu verarbeiten.



Wissen Sie Abigail, vor zwanzig Jahren war Windenburg für einen Teenager die Hölle auf Erden. Ich weiß, jeder Teenager denkt, dass sein Leben die Hölle ist, aber was damals abging, war unschön. Wer nicht dazu gehörte, der wurde kopfüber ins Klo gesteckt oder Schlimmeres. Ich gehörte zum Glück dazu. Ich war beliebt, hatte eine tolle Clique und alles drehte sich darum, wer die neusten Sachen hatte. Da meine Eltern Unmengen an Geld hatten, konnte ich mich vor Anhängern kaum retten. So hat die Welt damals funktioniert. Wir waren glücklich damit – wie auch nicht, wir kannten es ja nicht anders. Und dann...“, Gabriel stockte und grinste in sich hinein.



Abigail hing förmlich an seinen Lippen. Sie rutschte ganz aufgeregt auf ihrem Platz herum: „Und dann?“, fragte sie atemlos.
Sein Lächeln wurde breiter. „Dann kam Louis.“



*************


Danke fürs Lesen!
Über Feedback freue ich mich sehr!
Liebste Grüße
Euer Heals.

Entschuldigt die grausigen Bilder, ich habe zuvor noch nie Bilder in Sims geschossen.

Geändert von Heals (Gestern um 13:06 Uhr)
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Alt 14.01.2017, 16:17   #2
Pilinya
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Wow. <3
Ich mag deinen Schreibstil sehr und bin jetzt schon total vernarrt in Gabriel und super gespannt auf seine Geschichte mit Louis.

Ich freu mich auf mehr!

Oh und die Bilder sind nicht grausig! Sie haben Charme und passen gut zu den Szenen!
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Alt 14.01.2017, 17:32   #3
Cindy Sim
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Das ist ja schon mal ein vielversprechender Anfang.
Ich freue mich auf deine Story.
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Alt 15.01.2017, 13:46   #4
Sweet-Butterfly
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Ich habe schon sehr lange keine Fotostory mehr gelesen, aber dein erstes Kapitel gefällt mir auf Anhieb sehr gut! Es werden direkt einige interessante Verwicklungen angedeutet

Eine kleine Anregung: ich fände es angenehmer fürs Auge, wenn die Bilder zentriert zwischen dem Text wären und nicht am linken Rand.

Ich bin gespannt, wie es weitergeht!
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le temps viendra.
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Alt 15.01.2017, 21:28   #5
Shaunee87
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Huhu,
sehr schöner Anfang, da freut man sich auf mehr. Das klingt alles sehr interessant, ich bin schon ganz gespannt, wie es weiter geht.

Shaunee
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Alt 15.01.2017, 21:55   #6
Heals
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Guten Abend ihr Lieben!

@Pilinya: Vielen Dank für dein Lob, hab mich gefreut wie ein Schnitzel! Ich mag Gabriel auch sehr gern, als Teenager ist er sogar noch knuffiger Aber das siehst du bald.

@Cindy Sim: Dankeschön!

@Sweet-Butterfly: Dann freue ich mich umso mehr, dass du meine lesen magst! Werde deine Anmerkung umsetzen. Im nächsten Kapitel sind die Bilder auch ein bisschen größer, gefällt mir irgendwie besser. Aber auf jeden Fall dann zentriert. Muss noch ein wenig rumprobieren.

@Shaunee87: Vielen lieben Dank auch dir!


Euer Feedback ist toll, Dankeschön!
Motiviert mich gleich zum weiterbasteln
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Alt 16.01.2017, 01:30   #7
timida
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Ich setz mich auch mal direkt mit dazu ... das hat sich grad so locker flockig runter gelesen (und das wo meine Konzentration eigentlich gerade Urlaub macht), dass ich auch gerne noch ein bissl hier verweile.
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Alt 16.01.2017, 13:19   #8
Heals
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Kapitel 1 - Unverfroren

@timida: Mach es dir bequem, aber rück ein bisschen von Louis' Mutter weg, bevor du auch noch ins Kreuzfeuer gerätst.


*************




*************

Liebling, könntest du dir bitte das Hemd in die Hose stecken, bevor du aus dem Auto steigst? Wir zeigen uns das erste Mal in unserer neuen Heimat in der Öffentlichkeit und ich will nicht, dass du mich blamierst!“, Marie Dubois hatte keine Probleme damit, ihren Sohn zu maßregeln. Sie machte mit ihrer direkten, divenhaften Art vor niemandem Halt. „Sofort!“, fügte sie entnervt hinzu.
Wenn du mir nicht immer Hemden kaufen würdest, die zwei Nummern zu groß sind, würde ich dich auch nicht blamieren“, war die patzige Antwort.

Marie Dubois atmete einmal tief ein und zählte innerlich bis Fünf. Ihre Therapeutin hatte sie gewarnt, dass es so kommen würde. Dass ihr lieber, süßer Sohn irgendwann dieses abscheuliche Alter erreichen würde, in welchem ihm seine Hormone irgendwelche Flausen in den Kopf setzten. Wie zum Beispiel seiner Mutter zu widersprechen. Seit ihr Sohn Louis sich in der Pubertät befand, hatte sie mit Sicherheit drei Stirnfalten mehr bekommen und auch ihre Haare wurden strähnenweise verdächtig grau. Anstatt Rücksicht auf sie zu nehmen, ließ Louis sie allerdings liebend gern seine Laune spüren. Aber ihre Therapeutin hatte gesagt, es sei völlig normal für Teenager kratzbürstig zu sein, wenn man sie einer neuen Umgebung aussetzte. Ein Umzug in ein neues Umfeld brachte viel Stress mit sich, woraus in der Pubertät häufig Aggression führte. Marie wünschte sich, sie könne Louis einfach eine Flasche Wein geben und damit wäre der elterlichen Pflichten genüge getan – schließlich wirkte Wein ja beruhigend, zumindest auf sie. Aber selbstverständlich würde sie ihren minderjährigen Sohn nicht abfüllen. Sie war ja keine Rabenmutter.



Hemd rein und aufstehen“, sagte sie also in resolutem Tonfall und stieg nun ihrerseits aus ihrem schwarzen Jaguar aus. Marie Dubois war ein Paradiesvogel, selbst für Windenburg. Allein heute führte sie Schmuck von mehreren tausend Dollar spazieren. Kein Wunder, sie konnte sich fast alles leisten. Sie war jahrelang eines der erfolgreichsten Laufstegmodels der heutigen Zeit gewesen; auch wenn sie jetzt 34 Jahre alt war, war die Branche noch immer verrückt nach ihr. Bei ihrem Charisma war das verständlich – nur die Star-Allüren machten sie zu einer äußerst schwierigen Person.



Ihr Sohn Louis stand ihr in Schönheit nichts nach, dennoch war er deutlich unauffälliger als seine Mutter, die das Rampenlicht liebte. Das schwarze Hemd machte seine Haut noch blasser und die blonden Haare waren wieder Mal nicht ordentlich. Sein Hemd war selbstverständlich nicht reingesteckt. Marie überlegte, ob sie etwas sagen sollte, doch dann verkniff sie es sich. Sollte er mit seinem Hemd doch tun, was er wollte. Sie konnte sich nicht noch mehr Falten leisten. Sie winkte ihn energisch mit sich und gemeinsam betraten sie das Polaroid. Ein kleines Café, das Marie sich ausgesucht hatte, weil es einen traumhaften Ausblick hatte.



Wow, ist heute Seniorentreff?“, Louis hatte die Stimme nicht gedämpft und Marie versetzte ihm einen zornigen Hieb in die Seite.
„Reiß dich zusammen!“, zischelte sie. „Willst du gleich beim ersten Mal einen schlechten Eindruck hinterlassen?“
Keine Sorge, Mam, die wissen doch sicher, dass sie alt sind!“



Sie würde gleich fünf Flaschen Wein köpfen, wenn diese Pubertät vorbei war, so viel war sicher, dachte Marie mit einem innerlichen Seufzen. Louis' Fauxpas fiel zum Glück nicht weiter auf, denn anstatt des Cafés verwiesen zu werden, begrüßte man sie ganz euphorisch. Marie liebte es zwar, in der Welt herumzureisen, doch wenn sie sich das Café so ansah, dann würde sie sich hier sehr wohlfühlen. Während ihr Gatte momentan in Dubai unterwegs war, als Architekt und Projektleiter einer neuen Hotelanlage, hatte sie sich seinen Rat zu Herzen genommen, sesshaft zu werden. Auch wenn sie nicht immer die perfekte Mutter war, so wollte sie, dass Louis einen geregelten Alltag hatte. Die öffentliche Schule, würde ihm vielleicht nicht unbedingt die Flausen austreiben, aber...



Was darf ich Ihnen bringen, Mrs. Dubois?“, selbstverständlich waren alle informiert, dass ein weltberühmtes Supermodel nun in Windenburg lebte und der Kellner musste sich sichtlich zusammenreißen, professionell zu wirken.
Einen grünen Tee. Mit einer Zitronenscheibe.“
Ein Erdnussbutter-Karamell-Sirup-Croissant.“
Liebling, du bist keine Zwölf mehr, bestell bitte Tee oder Kaffee“, lächelte Marie tapfer weiter in Richtung Kellner.
Schön“, brummte Louis zu ihrer Überraschung. „Einen Croissant. Mit Erdnussbutter und Karamell-Sirup Füllung.“ Marie wartete, bis der Kellner verschwunden war, bevor sie ihrem Sohn einen zornigen Blick zuwarf. „Du widersprichst mir auch nur, damit du mir widersprechen kannst, oder?!“





Da ich keine Zwölf mehr bin, wie du ja festgestellt hast, darf ich mir selbst aussuchen, was ich essen will.“ Marie schloss kurz die Augen. Würde dieser Alptraum jemals enden? Warum musste Louis ihr nur andauernd auf der Nase herumtanzen? „Willst du mich eigentlich unglücklich machen, Louis?!“, sie gestikulierte lebhaft, während sie sprach. Ja, Marie Dubois neigte zur Melodramatik – nur eine weitere Eigenschaft, die sie zu einer perfekten Diva machte. „Du tust was du willst, läufst schäbig herum und kannst dich nicht einmal anständig benehmen!“



Ihr Sohn funkelte trotzig zurück: „Ja, ich will dich unglücklich machen. Du hast dasselbe mit mir gemacht – du hast dich dazu entschieden, hierher zu ziehen. Nicht ich. Tut mir sehr Leid, wenn ich wenigstens noch mein Essen selbst wählen will, wenn ich mir schon nicht aussuchen darf, wo ich mein Leben verbringen darf!“

Ihre Therapeutin hatte ja so Recht gehabt. Wer sollte mit einem solch aufsässigen Teenager bloß fertig werden? Das überstieg ihre wertvollen Ressourcen. Sie sehnte sich auf einmal nach Hause, in ihr großes Bett, mit einer Flasche Wein und schöner klassischer Musik.
„Das hier ist ein wunderschöner Ort, Louis. Du weißt gar nicht zu schätzen, was ich alles für dich tue“, mit Vorwürfen um sich werfen, das konnte Marie auch sehr gut. Vor ihrem Sohn machte sie da keine Ausnahme; das war einfach ihre Natur. Sie mied seinen Blick. Er würde sie nur wieder so zynisch ansehen, dass sie sich veralbert vorkam und nichts brachte Marie so sehr auf die Palme, wie verhöhnt zu werden. Niemand nahm sich das heraus. Aber respektloses Verhalten war für Kinder in der Pubertät normal, hatte ihre Therapeutin gesagt. Nur wie damit umgehen in der Öffentlichkeit?



Du hast mich gezwungen Francis in New York zu lassen, Mam!“, nun fing ihr Sohn schon wieder von diesem biestigen, fetten Kater an, der ihre vorherige Wohnung stets unsicher gemacht hatte. „Du hast ihn einfach weggegeben!“
Ich will nicht schon wieder das ganze Haus voller Haare haben. Weißt du, was das für eine Arbeit ist, das immer weg zu saugen?“, Marie konnte nicht verstehen, was Louis an diesem Pelzmonster gefunden hatte. Er hatte dauernd nur gefaucht und Dreck gemacht und die Putzfrauen um Verzweiflung gebracht.
Du weißt doch gar nicht, wie man einen Staubsauger benutzt“, antwortete ihr Sohn völlig unverfroren. Marie verlor völlig die Fassung. Das musste sie sich nicht bieten lassen!





Das reicht!“, schrie sie mit hoher Stimme. Mehr konnte sie heute nicht ertragen. Sie wählte mit zitternden Fingern die Nummer ihrer Therapeutin auf ihrem Handy, ehe sie einen Hundert-Dollar-Schein auf den Tisch warf.
Wer hatte behauptet, Kinder wären ein Segen?
Das lasse ich mir von dir nicht bieten! Du kannst nach Hause laufen!“



Sie verfluchte ihren aufmüpfigen Sohn und ihren Mann, der nie zu Hause war und sie mit dieser schweren Aufgabe allein ließ. Wie angekündigt verließ sie rauchend vor Zorn das Café und brauste in ihrem Jaguar allein nach Hause, ohne einen weiteren Gedanken an Louis zu verschwenden. Schließlich war sie es, die heute gelitten hatte.



*************


Beim Shooten habe ich festgestellt, dass Marie ganz schön böse gucken kann
Es geht auch relativ bald weiter, das war ja nur ein kurzes Kapitel.
Dann auch in anderer Location (Wir sind hier ja keine Low-Budget- Produktion )



Geändert von Heals (16.01.2017 um 13:26 Uhr)
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Alt 16.01.2017, 16:44   #9
Pilinya
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Ein kurzes aber total tolles Kapitelchen!
Marie ist...nunja..sie ist besonders
Du hast sie einfach schriftlich so gut rüber gebracht und dazu noch die passenden Bildchen gehabt..einfach toll.
Ich freu mich schon auf das nächste Kapitel und bin super gespannt auf das Kennenlernen von Louis und Gabriel! *-*
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Alt 16.01.2017, 17:42   #10
Sweet-Butterfly
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Das Kapitel hat mir gut gefallen! Ich mag deinen Schreibstil, der sich sehr flüssig und lebendig lesen lässt.
Auch die Sicht der (echt ätzenden) Marie hast du sehr überzeugend dargestellt und viele Hintergrundinfos eingeflochten. Die Frau scheint ein kleines Egoismus- und ein kleines Alkoholproblem zu haben Für ein Profi-Model könnte sie sich ein wenig besser im Griff haben... Wenn ihr so viel an dem Eindruck liegt, den sie auf andere macht.
Louis finde ich bisher absolut sympathisch, er vertritt seine Meinung und ist schlagfertig. Warum zum Teufel sollte er nicht genau das bestellen, worauf er Lust hat, dafür geht man doch ins Cafe...

Übrigens gefällt mir die Platzierung der Bilder so sehr gut!
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Alt 16.01.2017, 17:44   #11
Nikita22
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louis wird eben langsam ein erwachsener mann und hat seinen eigenen kopf. dazu scheint marie viel über seinem kopf entschieden zu haben. wahrscheinlich war der kater sein bester freund und wurde sichtlich vom sohn geliebt. was sie getan hat, tut man eigentlich nicht.
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Alt 17.01.2017, 14:34   #12
julsfels
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Hallo Heals,

ich hab grad mal hier reingeschaut, und mir gefällt Deine Geschichte sehr gut!

Du hast einen wirklich tollen Schreibstil, fesselnd, lustig und sehr lebendig. Auch Deine Charaktere sind genau das - lebendig - und außerdem wirklich interessant. Sie scheinen mir Ecken und Kanten zu haben, und Du bringst ihre jeweilige Sichtweise im Text super rüber.

Eine kleine Anregung: ich würde es gut finden, wenn Du in die großen Textblöcke ein paar Absätze einfügen würdest.
Ich glaube, das wäre dann flüssiger und leichter zu lesen.

Wirklich tolle Geschichte, und ich bin schon gespannt, wie es weitergeht!

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Fotostory: Zeit der Finsternis - Kapitel 37: 15.01.2017 - Fortschritt Kapitel 38: Text - noch nicht fertig
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Alt 18.01.2017, 11:06   #13
Heals
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@Pilinya: Vielen Dank! Marie hat mir auch wahnsinnig viel Spaß gemacht beim Schreiben. Ursprünglich wollte ich ihre Sicht gar nicht schreiben, aber sie drängt sich eben gern in den Mittelpunkt

@Sweet-Butterfly: Freut mich, dass dir die Bilder so besser gefallen Ja Marie ist sicherlich nicht das, was man eine Vorzeige-Mami nennen kann. Louis kann einem schon echt Leid tun... aber der beißt sich (noch) ganz gut durch.

@Nikita22: Ja, mit der Kater-Aktion hat sie auf jeden Fall ein tiefes Loch in die Beziehung zu Louis gerissen, aber wirklich verstanden hat sie das nicht. Dazu ist sie leider zu egoistisch Danke für dein Kommentar!

@julsfels: Danke für dein Feedback! Ich werde das mit den Absätzen auf jeden Fall berücksichtigen. Auch vielen Dank für das Lob an meine Charaktere, das ehrt mich, sie sind immerhin das Herzstück dieser Geschichte.


Mir fehlen nur noch ein paar Bilder fürs nächste Kapitel, also wird es wohl heute oder morgen früh weiter gehen
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...und dann kam Louis
~
Und mein Herz ertrinkt

In dem Meer der Traurigkeit ~
letztes Update: 24.02.2017
Heals ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 18.01.2017, 15:05   #14
Heals
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Okay, ich konnte doch nicht mehr abwarten - Fotos knipsen in Sims 4 macht zu viel Spaß!

*************



*************

Er wusste nicht recht, ob er sich darüber freuen sollte, dass er seine Mutter dazu gebracht hatte, ihn in Ruhe zu lassen, oder nicht. Natürlich hatte er es darauf angelegt, aber wirklich böswillig hatte er nicht handeln wollen. Ja, er war wütend. Er war wütend, weil sie ihn fortgerissen hatte von all seinen Freunden und er nun in diesem Kaff leben musste, wo er Niemanden kannte, weil es angeblich das Beste für ihn wäre. Wo seine Mutter doch keine Ahnung hatte, was das Beste für ihn war – schließlich würde sie ohne die vielen Nannys, die ihr Dinge über ihren Sohn erzählt hatten, nicht einmal wissen, was Louis' Lieblingsessen war. Das Verhältnis zwischen ihnen beiden war distanziert und alles was diese Frau tat, nervte ihn tierisch.



Nun schlenderte er durch die Straßen, da seine Mutter sich mit der teuren Familienkutsche aus dem Staub gemacht hatte. Ein makelloses Haus nach dem anderen reihte sich aneinander. Louis kam sich vor wie in einer großen, kitschigen Schneekugel. Zwar kam er aus einer sehr wohlhabenden Familie, doch zuvor hatten sie in New York gewohnt und er hatte die Metropole geliebt für die grauen Hochhäuser, den Charme der vielen Kneipen und den bunten Leuten. Alles hier in Windenburg wirkte unecht und wie gemalt. Jeden Schritt lang glaubte er, die Farbe würde vom Asphalt unter seinen Füßen abblättern.



Gerade als er vollkommen darin vertieft war diesen Ort mit jeder Faser seines Körper zu hassen und zu verabscheuen, tauchte ein Farbklecks in der perfekten Umgebung auf. Einer, den man unmöglich übersehen konnte, selbst wenn man es versucht hätte.



Sie hockte auf einer der Bänke, die sich bei an die makellose Promenade reihten und fummelte an einer Kamera herum. Auf dem Kopf trug sie einen ausgewaschenen Beanie. Unter der Mütze stachen knalligen pinke Haarsträhnen hervor, die ihr kaum bis zum Kinn gingen. Louis blieb kurzerhand stehen und starrte sie unverhohlen an. Es fehlte nur noch der Starbucksbecher in ihrer Hand und sie würde sich perfekt in dem New York machen, das er so vermisste.



Dass er sie anstarrte, blieb ihr nicht verborgen. Sie blickte auf und war kurz irritiert, immerhin konnte sie Louis nicht zuordnen, doch dann wurde sie ganz euphorisch. „Nein, ist nicht wahr!“, stieß sie quietschend aus und hatte ihn schon die Arme geschlossen.



Louis blinzelte verdutzt: „Ähm – kennen wir uns?“
Du bist der Neue, der ab nächste Woche in unsere Schule kommt! Der Sohn vom Supermodel Marie Dubois!“, das sonderbare Mädchen machte einen euphorischen Luftsprung und Louis begann, sich unwohl zu fühlen. So würde es ab jetzt immer laufen: Jeder würde über ihn Bescheid wissen, aber er tappte im Dunkeln. Er hasste seine Mutter, dachte er grimmig. „Oh tut mir Leid, wie unhöflich. Ich bin Katherine, aber du kannst mich Kitty nennen! Das machen hier alle.“
Freut mich“, sagte Louis etwas lahm.



Zum Glück bist du nicht so langweilig wie all die anderen Schnösel, hab ich Recht? Du bist doch kein reiches, verklemmtes Kapitalistenschwein?“
Ähm“, machte Louis abermals. „Ich denke nicht, nein.“
Ha! Richtige Antwort!“, Kitty grinste ihn breit an. „Dafür hast du dir ein Bild verdient, los, gib mir eine schöne Pose!“, wie einstudiert reagierte Louis darauf, dass sie ihn fotografieren wollte und gehorchte. Etwas, was er im Laufe seines Lebens gelernt hatte. Seriöses Auftreten stand bei seiner Mutter nun mal an oberster Stelle.
Kitty wandte sich ab, nachdem sie das Foto gemacht hatte und ging weiter, als hätte sie ein bestimmtes Ziel. Louis folgte ihr automatisch. Irgendwas an diesem flippigen Mädchen zog ihn magisch an. Sie wollte so gar nicht in das Bild von Windenburg passen. „Verzeih meine Ausdrucksweise, aber man muss hier eben immer vom Schlimmsten ausgehen. Wie dir vielleicht aufgefallen ist, sind die Bewohner von Windenburg genauso wie ihre Häuser.“



Ja, ich hatte schon das Vergnügen dem Seniorentreff vom Polaroid beizuwohnen.“
Ohje, da würde mich freiwillig keiner rein bekommen“, Kitty schüttelte sich. Louis' Blick blieb an den farbenfrohen Haarsträhnen hängen. Wenigstens kannte er jetzt schon einmal wen von der neuen Schule, dachte er sich. Und mit Kitty würde er seine Mutter sicherlich auf die Palme bringen können. Bei dem Gedanken musste er grinsen.



Wenn du in der Schule bist, solltest du dich für den Fotografie-Kurs eintragen, da bin ich nämlich drin. Nur, wenn Fotografie und Kunst und so ein Kram was für dich ist, natürlich“, plapperte Kitty drauflos.

Und dann hörte sie gar nicht mehr auf mit dem Reden. Dass er versuchen sollte, in die Schülerzeitung reinzukommen, denn man hatte sie da nicht nehmen wollen und dass dort nun nur hirnlose Püppchen irgendwelche Artikel über Stars und Diäten schrieben. „Mal ehrlich, die Zeitung braucht mal Hirn!“, war Kittys Kommentar dazu. Sie riet ihm von den Testosteron-geladenen Football-Typen ab und erzählte von ihrem grausamen Biologielehrer...und alles wirkte so, als hätte Louis nur ein Schuljahr verpasst und sie wolle ihn bloß auf den neusten Stand bringen.



Am liebsten hätte er sie erneut umarmt; ihr offenes, herzliches Wesen war ihm völlig fremd, aber er genoss es und er wusste, dass sie eine gute Freundin werden würde.

Irgendwann hörten sie auf ziellos durch die Nachbarschaft zu laufen, denn Kitty sagte, sie müsse ihrem Vater zu Hause noch helfen, die Garage aufzuräumen. Da Louis keine Lust hatte, den Abend mit seiner genervten Mutter zu verbringen, bot er ihr an, zu helfen. Kitty schenkte ihm ein strahlendes Lächeln: „Dich mag ich jetzt schon!“, stellte sie fest. „Wir müssen hier die Straße rein, ganz am Ende. Da wohne ich.“



Kittys Schritte beschleunigten sich und mit einem Mal wurde sie angespannt. Im Vorgarten, direkt neben einer Eiche, stand ein angelaufenes Klettergerüst. Auch das passte zu ihr, aber bevor Louis darüber lächeln konnte, sah er es auch. Jemand hatte die Hauswand mit Farbe beschmutzt und mit riesigen Buchstaben stand dort geschrieben: WIR HOFFEN DU VERRECKST, DU SCHEISS LESBE!



Kitty rannte die letzten Meter und blieb dann fassungslos vor der Schmiererei stehen. Er konnte sie schluchzen hören. Sie wischte sich energisch über das Gesicht, ehe sie sich zu ihm herumdrehte: „Tja, willkommen in Windenburg“, sagte sie spöttisch.

Louis wusste nicht genau, wie er sich jetzt verhalten sollte und zögerte mit einer Antwort. Es war offensichtlich, dass Kitty jetzt lieber allein sein wollte und schließlich kannten sie sich kaum. Doch das Mädchen schien gar keine großen Reden zu erwarten, sondern schenkte ihm ein gezwungenes Lächeln: „Wär wirklich cool, wenn du in den Fotografie-Kurs kommst, Louis. Es wäre schön, einen Freund an seiner Seite zu haben. Aber ich kann verstehen, wenn du keinen Bock auf...naja...Graffiti an deinem Haus hast.“




Louis zuckte mit den Achseln und grinste zu ihr herüber: „Ich mag Farben an der Wand. Wir sehen uns Montag in der Schule, Kitty“, sie schien erleichtert.
Er beschloss, dass es besser war sie allein zu lassen und verabschiedete sich.
Die Worte auf der Häuserwand klebten ihm allerdings noch im Gedächtnis. Nicht, dass es ihm etwas ausmachen würde, wen oder was Kitty liebte – darum ging es hier nicht. Louis kam aus einer Großstadt und gehörte mit zu den tolerantesten Menschen überhaupt.

Nein, viel mehr zeigte das Graffiti, dass Windenburg doch keine kitschige, kleine Schneekugel war, in der alles perfekt schien. Es war hässlich. Und unter der Oberfläche brodelte es.




*************

Seine Mutter hatte das restliche Wochenende in ihrem Schlafzimmer verbracht, zusammen mit Wein, Kerzenschein und monotoner Entspannungsmusik. Gestern Abend hatte sie dann Sushi kommen lassen – und netterweise war auch eine Portion für Louis dabei gewesen. Ihm war es relativ gleich, dass er sie fürs erste vergrault hatte. Er selbst war schon aufgeregt genug, immerhin würde er morgen das erste Mal eine staatliche Schule besuchen.

Zuvor hatte er aufgrund des Jetset-Lebens seiner Eltern immer nur Nannys und Privatunterricht gehabt. Was nicht bedeutete, dass Louis keine sozialen Kontakte gehabt hatte. New York war irgendwie seine Heimat gewesen, schließlich hielten sie sich dort am meisten auf und es fiel ihm nicht besonders schwer auf Menschen zuzugehen.



Louis hatte eine große Klappe – er widersprach ja auch seiner Mutter Marie am laufenden Band und äußerte, wenn ihm etwas nicht passte. Mit Sicherheit würde er Anschluss finden. Aber wie es sich für einen Teenager gehörte, plagten ihn dennoch leichte Zweifel. Deshalb war er gerade auch schlaflos in seinem Zimmer. Nervös betrachtete er sich im Spiegel.



Seine blonden, leicht gelockten Haare fielen ihm in die Augen und er pustete die Strähnen fort. Er hatte genug High School Filme gesehen um zu wissen, dass er nicht zu den coolen Sportlertypen gehören würde. Louis war schon immer der Kreative gewesen; Sport konnte er nichts abgewinnen. Weder Football noch Leichtathletik. Dementsprechend schmal war er gebaut; zierlich und mit heller Haut, wie seine Mutter. Auch ihre wunderschönen, tiefblauen Augen hatte er geerbt. Sie blickten ihn sorgenvoll aus dem Spiegel heraus an. Sein androgynes Aussehen machte es leicht, ihn in eine Schublade zu stopfen, doch auch wenn er aussehen mochte wie ein kleines Mauerblümchen hatte sein loses Mundwerk, sein Charisma ihn stets davor bewahrt Opfer von Mobbingattacken zu werden.



Louis vertrat seine Meinung, hatte etwas im Kopf – immerhin sprach er mehrere Sprachen fließend – und hatte keine Scheu sich Feinde zu machen. Er würde sich auch auf dieser Schule nicht verstellen. Sein Aussehen gehörte nun mal zu ihm und eigentlich fand er sich sogar hübsch. Dieses Porzellanpuppen-Aussehen mochte nicht für viele Frauen anziehend sein, aber Louis hatte meist die Aufmerksamkeit der Leute sicher. Außerdem interessierten ihn die Mädchen gar nicht.



Er musste an Kitty denken, dieses pinkhaarige Mädchen von gestern Nachmittag. Sie hatte er gemocht, sie war so erfrischend anders gewesen. Doch wenn er an dieses Graffiti dachte, erschauderte er. Eigentlich hatte er so etwas erwarten müssen. Das hier war eine Kleinstadt, in der die gehobene Schicht verkehrte. Hier betrachtete Niemand Homosexualität als etwas Natürliches. Deshalb musste Kitty ziemlich einsam sein. Louis schloss die Augen und versuchte sein Herzklopfen zu unterdrücken. Er würde sich doch verstellen müssen, so viel stand fest. Wenn Menschen in der Metropole New York ihn richtig kannten, dann war das nicht schlimm.

Aber wenn hier rauskam, wie er wirklich fühlte, würde das auch sofort seine Mutter erreichen. Marie Dubois würde ausrasten, so viel war sicher. Sie würde ihm vorwerfen, warum er ihr das Leben so schwer machte und noch mehr Trinken als ohnehin schon.

Denn das seine Mutter den Alkohol nutzte, um sich Trost zu verschaffen, das hatte er bereits mitbekommen. Er mochte ein pubertärer Teenager sein, der mit Marie auf Kriegsfuß stand, aber er war nicht blind. Und jede Weinflasche, die seine Mutter öffnete, brach ihm mehr das Herz.



Louis schluckte schwer. Nein, er durfte das nicht zulassen. Mit einem Ruck setzte er sich auf und zog eines seiner Fotoalben aus dem Bücherregal. Es war voll von Bildern aus New York, ferne Freunde, mit denen er viele Erlebnisse teilte. Er blätterte bis zum Ende, wo man Schnappschüsse vom Christopher Street Day, der größten Schwulenparade New Yorks, sehen konnte. Er war mit einigen Freunden da gewesen und auf einem Bild war er seinem damaligen Schwarm sehr nah.

Louis riss die Fotos von den Seiten und stopfte sie dann in seinen Kissenbezug. Ein neues Leben; in einer kitschigen Schneekugel wie Windenburg war sicher kein Platz für Schwulenparaden und seine Träume eines Tages seine große Liebe zu finden. Nein, seine wahren Gefühle durfte niemand herausfinden.

Louis warf sich noch lange im Bett herum, ehe er Schlaf fand.







*************
Vielen Dank fürs Lesen!
Im nächsten Kapitel werfen wir dann auch endlich einen Blick auf unseren süßen Gabriel
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Geändert von Heals (18.01.2017 um 19:50 Uhr)
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Alt 18.01.2017, 17:24   #15
Meryane
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Alt 18.01.2017, 18:04   #16
julsfels
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Ah, jetzt geht´s los aus Louis´ Sicht!

Er kommt sehr sympathisch rüber, finde ich. Klar, ein bißchen Teenager-Rebellion gegen die Mutter und so, aber hey, wer will ihm das wohl verübeln bei dieser Mutter?

Trotzdem finde ich ihn schon sehr reif für sein Alter - was vermutlich ebenso seiner Vorgeschichte geschuldet ist - aber das finde ich sehr sympathisch. Ich hab nämlich schon so ein gewisses Alter erreicht, in dem man stärkeres Teenager-Gezicke nur schwer ertragen kann.

Ich empfinde ihn als überraschend klar und gefestigt für einen so jungen Mann, das gefällt mir. Deshalb war ich erst ein wenig überrascht, dass er sich entschließt, seine Orientierung in Liebesdingen zu verheimlichen, aber nachdem ich drüber nachgedacht habe, finde ich das doch sehr passend, denn bei aller Reife ist er ja trotzdem noch ein Teenager, für den das wohl sonst alles zu viel sein könnte; und seine Gedanken dazu fand ich sehr gut nachvollziehbar.

Dennoch bin ich mir sicher, dass er die Windenburger und ihre hässlichen Ansichten ordentlich aufmischen wird. Das hatte Gabriel ja schon im Prolog angedeutet.
Und auf Gabriel freue ich mich schon sehr!

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Alt 18.01.2017, 21:23   #17
Pilinya
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Hach, ich freu mich für Louis das ihm direkt jemand wie Kitty begegnet ist.
Ich glaub so ein flippiges und offenes Persönchen wird ihm sicherlicg gut tun in einem Städtchen, was ja so offensichtlich total in einem ungesunden Trott feststeckt.
Und ich kann keine Rebellion gegen seine Mutter total verstehen..ich meine..sein Vater ist nie da, er wurde nur von Kindermädchen großgezogen und seine Mutter hat ständig etwas an ihm zu meckern, obwohl sie ihn gar nicht kennt..da würde ich auch rebellisch werden!

Ich freu mich schon sehr auf das nächste Kapitel und auf Gabriel <3
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Alt 19.01.2017, 11:19   #18
Sweet-Butterfly
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Louis ist und bleibt mir sympathisch, Kitty ist das ebenfalls gleich auf Anhieb - ganz klar, dass die beiden Freunde werden müssen

Und ich schließe mich julsfels an - ich war auch etwas verwundert, dass der ansonsten so selbstbewusste, rebellische Louis seine Sexualität verheimlichen will. Aber bei näherer Überlegung finde ich es zwar nicht unbedingt richtig, aber durchaus verständlich, leider. Er ist ja sowieso "der Neue", wegen seiner Mutter mit Aufmerksamkeit "belastet" und dann in so einem Kaff...

Deshalb bin ich besonders gespannt, was er in Windenburg alles erleben wird und wie es weitergeht
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Alt 19.01.2017, 23:03   #19
Cindy Sim
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Puuh, mit so einer Mutter hat man es wirklich nicht einfach. Ich habe mich köstlich amüsiert beim Lesen vom ersten Kapitel. Ganz schön dramatisch, die gute Frau, aber vermutlich muss man sich mit einem gewissen Bekanntheitsgrad auch Starallüren zulegen - oder umgekehrt, als Mensch mit solchen Zügen erhält man mehr Aufmerksamkeit und wird leichter prominent?
Schön, dass Louis in Windenburg schon eine Freundin gefunden hat - Kitty kommt auf jeden Fall richtig sympathisch rüber. Leider scheint sie es nicht besonders einfach zu haben in Windenburg. Furchtbar, so grausame, engstirnige Leute.
Ich fand, das letzte Kapitel ist auch schön rund geschrieben, wie du am Ende wieder zur Anfangsaussage zurück kehrst, er würde sich nicht verbiegen, solche Stilmittel gefallen mir sehr.
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Alt 21.01.2017, 19:34   #20
Heals
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Huhu Leute, endlich kann ich wieder an den PC

@Meryane Dankeschön, freut mich, dass du vorbeischaust

@julsfels
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Ich empfinde ihn als überraschend klar und gefestigt für einen so jungen Mann, das gefällt mir. Deshalb war ich erst ein wenig überrascht, dass er sich entschließt, seine Orientierung in Liebesdingen zu verheimlichen, aber nachdem ich drüber nachgedacht habe, finde ich das doch sehr passend, denn bei aller Reife ist er ja trotzdem noch ein Teenager, für den das wohl sonst alles zu viel sein könnte; und seine Gedanken dazu fand ich sehr gut nachvollziehbar.
In Louis steckt viel von mir selbst, von daher freue ich mich, dass es nachvollziehbar dargestellt ist. Natürlich ist er um einiges selbstständiger als die meisten Teenager, weil er so viel auf sich gestellt ist. Noch dazu hat er eben was im Kopf, aber trotz allem ist er eben ein Teenager, der in einer neuen Stadt ist, wo er gleich am ersten Wochenende feststellen muss, dass Homosexualität kein leichtes Thema ist. Deshalb wäre es wohl etwas zu viel des Guten, wenn er völlig in Kampfstellung zur Schule geht. Letzten Endes will auch er nur akzeptiert werden - aber wer weiß, vielleicht versteckt er sich auch gar nicht so sehr, wie vermutet Vielen lieben Dank für dein Kommentar


@Pilinya
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Zitat von Pilinya Beitrag anzeigen
Ich glaub so ein flippiges und offenes Persönchen wird ihm sicherlicg gut tun in einem Städtchen, was ja so offensichtlich total in einem ungesunden Trott feststeckt.
Danke für dein Kommentar <3 Ja, Windenburg finde ich so herrlich kitschig, dass es wunderbar ist, den Bewohnern engstirnige Ansichten zuzuschreiben Mir gefällt es einen Haufen reicher Schnösel da leben zu lassen, für die alles, was anders ist, tabu ist. Louis und Kitty gefällt das weniger, aber hey, wir alle lieben doch Drama


@Sweet-Butterfly
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Und ich schließe mich julsfels an - ich war auch etwas verwundert, dass der ansonsten so selbstbewusste, rebellische Louis seine Sexualität verheimlichen will. Aber bei näherer Überlegung finde ich es zwar nicht unbedingt richtig, aber durchaus verständlich, leider. Er ist ja sowieso "der Neue", wegen seiner Mutter mit Aufmerksamkeit "belastet" und dann in so einem Kaff...
Danke dir für dein Feedback Ja, du hast Recht, er ist der Neue und dank Marie wissen eh schon alle, wer er ist. Da kann selbst so einer Charisma-Bombe wie Louis schon mal flau im Magen werden. Und nur weil er nicht jedem seine Sexualität auf die Nase binden will, heißt das ja nicht, dass er nicht ordentlich Wirbel machen kann


@Cindy Sim
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Puuh, mit so einer Mutter hat man es wirklich nicht einfach. Ich habe mich köstlich amüsiert beim Lesen vom ersten Kapitel. Ganz schön dramatisch, die gute Frau, aber vermutlich muss man sich mit einem gewissen Bekanntheitsgrad auch Starallüren zulegen
Danke für dein Kommentar Hat mich sehr gefreut. Ja, Marie ist schon eine Marke. Tatsächlich kann sie einem beim Schreiben sogar auf den Wecker gehen Und nun muss ich mir vorstellen, der arme Louis, erträgt sie schon Ewigkeiten. Vielen Dank für dein Lob auch an Kapitel 2, freut mich, wenn es gut rüberkommt!
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Alt 22.01.2017, 13:47   #21
Heals
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Eins wusste Louis ab heute – diese High School Filme, die, bei denen Mädchen weinten und die man sich mit Popcorn und einem Haufen Freunde ansah – die entsprachen tatsächlich der Realität. Bewaffnet mit seinem neuen Stundenplan hatte er sich also in die Hochburg der Stereotypen gewagt und kaum war er von seinem Rad gesprungen, wäre er beinahe schon in ein Knäuel von übermotivierten Cheerleaderinnen gestolpert. Sein Fuß hatte nicht mal das Gebäude berührt und er hatte schon einen viel zu dicken Jungen gesehen, der von einem Jungen in Sportler-Trikot ein Bein gestellt bekam. Er konnte schreckliche Handymusik über den Hof dröhnen hören und sah aufgehübschte Mädchen mit viel zu bitterem Kaffee in der Hand. Am liebsten hätte er sich seine Kopfhörer in die Ohren gesteckt und die Augen geschlossen. Aber da musste er wohl durch.


Die ersten beiden Stunden Algebra waren dann genug um seine Aufregung zu legen, denn er wäre beinahe wieder eingeschlafen. Er hatte sich ganz nach vorn gesetzt, war von der Lehrerin kurz vorgestellt worden und auch wenn er sich vorgenommen hatte, einen coolen Eindruck zu hinterlassen und Kontakte zu knüpfen...als er in die Gesichter seines Kurses blickte, konnte er sehen, dass sie allesamt oberflächlich und hohl waren. Er vermisste Kitty jetzt schon. Also hatte er sich bloß kurz vorgestellt, gelächelt, sodass zwei Mädchen in der hinteren Reihe entzückt aufgeseufzt hatten und sich wieder dem Unterricht gewidmet. Leider bekam er Kitty auch während der nächsten beiden Kurse nicht zu Gesicht. Während Louis in Französisch glänzte – immerhin sprach er es fließend – war Politik so gar nicht sein Fall.



Als es zur Mittagspause läutete, hätte er sich am liebsten in Luft aufgelöst. Irgendwie hatte er sich das alles anders vorgestellt. Aber er machte sich auch alle Mühe, nicht negativ aufzufallen. Fast schon paranoid war er, dass jeder die Bilder, die sich nun sicher an seinem Kopfkissen befanden, gesehen hatte. Als würde man ihm an der Nasenspitze ansehen, dass er für Mädchen nichts übrig hatte. Anstatt in die überfüllte Caféteria zu gehen, suchte er erst einmal das Männerklo auf. Er betrachtete sein bleiches Spiegelbild und spritzte sich dann ein wenig Wasser ins Gesicht.





Plötzlich schlug die Tür auf, so stark, dass sie an die Wand klatschte und Louis zusammenzuckte. Zwei Jungen in seinem Alter traten ein; beide trugen ein rotes Basketball-Trikot der Schulmannschaft. Der Eine hatte einen kurzen Iro in grellem Neongrün. Er hatte ein Handy in der Hand und beachtete Louis gar nicht. Sein Freund hingegen sah vergleichsweise normal aus, Beide waren von der Sonne gebräunt und wirkten extrem sportlich. Beide hatten sie ein breites Grinsen im Gesicht, als würden sie etwas aushecken.



Schau, das Bild hat mir Tristan geschickt, glaube, er hat es von ihrem PC. Weißt doch, er ist so ein Informatik-Freak und sie hat gebeten ihren Laptop zu reparieren“, sagte der Junge mit dem Iro. Außerdem konnte er an seinem Hals die Spitze eines Tattoos erkennen. „Sieh dir das an, unsere prüde Schülersprecherin Elena halbnackt!“



Sein Freund bekam ganz große Augen und riss ihm das Handy aus der Hand. „Ist nicht wahr! Schau dir das an, die hat ja fast nichts an!“ Die Jungen brachen in raues Gelächter aus und bekamen vor Aufregung ganz rote Wangen. Dann, endlich, schienen sie Louis zu bemerken, der noch immer vorm Spiegel stand und die beiden beobachtete.

Ey!“, sagte der Punk. Louis glaubte schon, er würde jetzt blöd angemacht werden. „Du bist der Neue, nicht wahr? Gab, gib ihm das Handy! Schau mal hier, das ist unsere vornehme-“, er brach schon wieder in Gelächter aus. „-Schulsprecherin.“



Louis blinzelte, als ihm plötzlich eine halbnackte Frau vor die Nase gehalten wurde. Er spürte, dass auch ihm die Röte ins Gesicht stieg. Allerdings nicht wegen dem Anblick, sondern weil er begriff, dass dieses arme Mädchen sicher nicht wusste, dass ihr Foto reihum ging. „Na, was sagst du?“



Nett“, erwiderte Louis kühl ohne eine Miene zu verziehen. Der Punk wirkte enttäuscht ob seiner Reaktion, doch dann gab er seinem Begleiter einen Stoß in die Seite: „Siehst du, wie rot er ist? Der muss sich sicher gleich in die Kabine einschließen und erst mal Druck ablassen.“



Gab, was wohl der Spitzname des Schwarzhaarigen war, lächelte schwach. „Halt mal, ich muss pissen“, er warf Gab sein Handy zu und betrat dann eine der hinteren Kabinen. „Schick das mal in die Gruppe vom Team! Die feiern das garantiert!“

Louis verschränkte die Arme vor der schmalen Brust, anstatt zu gehen. Seine stechend blauen Augen bohrten sich in das Gesicht seines Gegenübers. Er zog eine Augenbraue nach oben; der schwarzhaarige Junge überragte ihn zwar einige Zentimeter, aber er wirkte mit einem Mal verunsichert. Ihre Blicke begegneten sich und Louis spürte, dass er noch röter wurde. Keine Frage, dieser Gab war nichts weiter als bloß eine Sportler-Hohlpflaume, wie ein Klischee höchstpersönlich, aber seine Augen, so dunkel wie Schokolade, waren durchaus ein Anblick, bei dem einen das Herz schon mal schneller schlagen konnte. Mit Sicherheit waren die Cheerleaderinnen auch reihenweise hinter ihm her. Louis versuchte die Gedanken zu verscheuchen und fragte stattdessen: „Und?“


Und?“, war die Antwort. Hatte er es doch gewusst, ein Muskelprotz ohne Einfühlungsvermögen und Grips.
Das Foto, schickst du es in die Gruppe?“
Ich..ähm“, Gab rieb sich verlegen den Nacken. „Wenn ich es nicht mache, schickt Dante es sowieso selbst rum.“ Ihm war nicht entgangen, dass Louis von der ganzen Sache nicht begeistert war.
Weiß sie davon?“
Elena? Oh Gott, nein. Sie würde ausrasten“, er lachte zögerlich.
Und sie hat dir auch nichts getan?“, Louis hatte allmählich wieder Mut gefasst. Neue Schule hin oder her und ob er nun seine Sexualität verbergen musste oder nicht...er würde auf keinen Fall seinen Charakter verstecken.
Nein, hat sie nicht.“





Weißt du, man kann Ausnahmen machen. Wenn sie zum Beispiel eine Ex ist, die dich betrogen hat oder so was. Das sind Sonderfälle, aber wenn ihr euch nur daran aufgeilen wollt, empfehle ich euch einfach die großen Weiten des Internets, da gibt es ganz viele nackte Frauen“, Louis fischte das Handy aus Gabs Fingern und öffnete die nächstbeste Kabine.



„Vielleicht seht ihr Jungs euch also da mal um, bevor ihr das Leben eines unschuldigen Mädchens zerstört“, er lächelte Gab zu, dann warf er das Handy des Punks ins Klo und spülte ab.



Was tust du da?!“, stieß Gab erschrocken aus und hechtete zum Klo. Louis drehte sich zur Seite weg. „Bist du völlig verrückt geworden?“
Nein, ich halte nur nichts von Lästereien“, der Blondschopf schenkte dem Anderen ein freches Lächeln, während ihm das Herz bis zum Hals schlug. „Ich sag den Menschen gerne ins Gesicht, dass ich sie nicht mag“, er hob die Hand zum Gruß und verließ das Männerklo.



Kaum war er auf dem Flur, beschleunigte er seine Schritte. Er konnte Geschrei aus der Toilette hören und brach in schallendes Gelächter aus. Einige Schüler warfen ihm irritierte Blicke zu, aber ihm war es egal. Er hatte alles richtig gemacht. Und jetzt sollte er sich beeilen, dass er wegkam. Als nächstes hatte er seinen Fotografie-Kurs und er hatte Kitty einiges zu erzählen.



*************

...und dann hab ich sein Handy ins Klo geworfen.“
Kitty wäre vor Schreck fast über den Stuhl gestolpert, auf den sie sich hatte setzen wollen. Gleichzeitig schien sie sich nicht sicher, ob sie lachen oder fassungslos sein sollte. „Louis, du bist definitiv übergeschnappt“, jetzt grinste sie doch. Wie immer trug sie ihren ausgewaschenen Beanie, doch Louis konnte an den grellen, pinken Haarsträhnen erkennen, dass sie ihre Haare frisch gefärbt haben musste. Sie wirkte allgemein recht gut gelaunt, erfreut ihn zu sehen und schien das grässliche Graffiti vor ihrem Haus schon wieder verdrängt zu haben. „Aber ich bin froh, dass du in den Kurs gekommen bist.“





Hab mich schon den ganzen Tag darauf gefreut, dich hier zu treffen“, antwortete Louis wahrheitsgemäß. Sie tauschten einen Blick und grinsten sich verlegen an, bevor sie sich nebeneinander an die Tische setzten.



Mach dir keine Hoffnungen, Neuling“, Louis hatte die beiden Frauen gar nicht bemerkt, die ihre Unterhaltung wohl mit angehört hatten. Sie traten selbstbewusst vor ihnen an den Tisch. Er konnte spüren, dass Kitty sich neben ihm leicht verkrampfte. „Die gute Kitty ist nämlich vom anderen Ufer, also wirst du nicht bei ihr landen können.“ Das Mädchen, das gesprochen hatte, hatte lange braune Haare, die stark gelockt waren. Ihr gebräunter Teint und ihre dunklen Augen hatten etwas Italienisches. Sie trug eine Uniform: Cheerleaderin, schoss es Louis durch den Kopf.

Ihre Begleitung hatte einen schwarzen, kurzen Bob und war dagegen leichenblass. Sie war stark geschminkt und betrachtete Kitty mit einem herablassenden Blick. Louis erkannte die teuren Markenklamotten, die sie trug, sofort. Das hier war die Sorte Frauen, die seine Mutter gerne zur Tochter gehabt hätte, so viel war klar. „Ich bin Mia“, stellte sich die Italienerin vor und reichte ihm die Hand.



Louis zog die Braue hoch. Am liebsten hätte er sie abgewiesen, aber nachdem er sich heute schon so unbeliebt gemacht hatte, verkniff er es sich. Also schüttelten sie sich die Hände und Louis lächelte höflich: „Louis Dubois. Der Neuling“, wiederholte er ihre Worte.
Ich bin Quinn“, stellte sich die Andere vor, die aussah, als hätte sie in ihrem Leben noch nie gelächelt. Auch jetzt machte sie keine Anstalten dazu. „Deine Mutter ist das Topmodel Marie Dubois, nicht wahr?“
Sicher ist sie das, du bist genauso hübsch wie sie!“, schnitt Mia ihrer Freundin das Wort ab. Im Gegensatz zu ihr strahlte sie Louis jetzt förmlich an. Sie drehte sich eine Locke um den Finger. „Ich hab gehört, dass du dich im Schwimmteam angemeldet hast. Wir werden euch als Cheerleader natürlich immer anfeuern. Richtige Entscheidung, Louis! Ich bin sicher, du wirst dich großartig machen.“



Das Mädchen schien aufrichtiges Interesse an ihm zu haben und Louis war kurz leicht überfordert. Er schaffte es bloß freundlich dreinzuschauen. Kitty neben ihm produzierte demonstrativ Würgegeräusche. Er gab ihr einen unauffälligen Tritt gegen die Wade; wenn sie so weitermachte, würde er noch loslachen müssen. „Also, da du neu bist, kann es schon mal passieren, dass man an die falschen Leute gerät“, beide Mädels warfen Kitty einen Blick voller Verachtung zu, ehe sie synchron den Kopf wieder zu ihm drehten. Das war fast schon gruselig, dachte Louis.




Nach dem Schwimmtraining entspannen sich die...coolen Leute immer im Nachtclub. Komm doch morgen vorbei und wir stoßen dort auf dich als neues Mitglied an“, Mia warf ihm eine Kusshand zu, dann hakte sie sich bei ihrer mürrisch dreinsehenden Freundin Quinn ein und stolzierte mit ihr zu ihrem Platz in der hintersten Reihe.




Kitty und Louis tauschten einen perplexen Blick. Beide konnten nicht wirklich fassen, was gerade geschehen war. „Ist die immer so?“
Kitty rollte mit den Augen: „Das ist Mia. Neben unserer Schulsprecherin Elena das mädchenhafteste Mädchen auf dem Planeten.“
Die scheinen dich ja nicht besonders zu mögen.“
Ha“, sie zuckte die Achseln. „Natürlich nicht. Schau mich an und schau sie an.“



Meinst du sie hat dein Haus so zugerichtet?“, er hatte überlegt, ob er das fragen sollte, es aber dann einfach getan. Louis warf einen Blick über die Schulter zu den beiden. Mia lächelte ihn sofort breit an und begann wieder affektiert an ihren Haaren rumzuspielen. Louis atmete tief ein und drehte sich nach vorn. Das sollte noch was werden. Es war ihm lieber gewesen, als die Mädchen sich noch gar nicht für ihn interessiert hatten.



Nein, ich glaube nicht. Im Prinzip kann das Jeder gewesen sein. Ich bin nicht besonders beliebt, weißt du?“, Kitty hatte auf einmal einen sehr patzigen Tonfall und wandte den Blick von ihm ab. Offenbar ging sie davon aus, dass Louis Mias Flirtereien verfallen würde. Sie wusste allerdings auch nicht, dass der Blondschopf nichts für Frauen übrig hatte.



Hey“, machte er also und klang leicht entrüstet. „Ich habe gerade das Handy eines Punks aus der Sportler-Clique ins Klo geworfen, was glaubst du, wo ich auf der Beliebtheitsskala stehe?“



Warte. Du hast Dantes Handy ins Klo geworfen?!“
Keine Ahnung wie er heißt. Grüner Iro, primitiver Blick-“
Louis, du bist so was von tot“, sie wirkte mit einem Mal ziemlich aufgeschreckt und ehrlich besorgt. Er runzelte die Stirn und begann nun selbst sich unwohl zu fühlen. Offenbar hatte er mehr durcheinander gebracht, als er gewollt hatte. Was nicht bedeutete, dass er es bereute. Er hatte das Richtige gemacht. Nur kam ihm langsam in den Sinn, dass er das Foto ja auch einfach hätte löschen können, anstatt gleich so...radikal zu werden. „Du hast mir ja vorher keine Namen genannt. Mit Dante ist echt nicht zu spaßen, der Typ ist total durchgeknallt.“



Ach“, versuchte Louis weiterhin souverän zu bleiben. „Ich kaufe ihm einfach ein Neues.“ An Geld mangelte es dem Franzosen schließlich nicht. Das dürfte das Problem entschärfen.
Ich denke, das wird Dante nur geringfügig beruhigen“, wandte Kitty zögerlich ein. „Du musst echt aufpassen, mit wem du dich hier anlegst.“
Oh bitte“, Louis blies empört die Wangen auf, ehe er lautstark die Luft rausließ. „Die Cheerleader sagen mir, ich soll mich von dir fernhalten und du warnst mich vor den Anderen. Was ist das hier? Wir sind ein Haufen Teenager und nicht die Mafia. Dann krieg ich eben Klopapier gegens Fenster geworfen – interessiert mich nicht. Beruhig dich Kitty“, das brachte sie zum Schweigen. Dennoch bemerkte er ihren besorgten Blick, der hin und wieder zu ihm herüberflackerte. Was sollte Dante schon tun? Louis' Handy wegwerfen? Dann holte er sich eben ein Neues. Nein, er war auf der sicheren Seite. Er würde sicherlich nicht klein bei geben, nahm er sich fest vor.


*************


Phew, bei den Bildern war ich diesmal echt unkreativ.
Hoffe, es gefällt euch trotzdem einigermaßen!
Liebe Grüße









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Heals ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 22.01.2017, 17:03   #22
Nikita22
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louis und kitty könnten echt gute freunde werden. beide haben mehr gemeinsam als man auf dem ersten blick sieht.
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Alt 22.01.2017, 19:17   #23
Pilinya
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Heals! Das war ein grandioses Kapitel!
Ich bin total hin und weg!

Wie Louis eiskalt Dantes Handy im Klo runtergespült hat war einfach total klasse. Ihm steht diese taffe Seite total und er hat das Herz auf jeden Fall auf dem richtigen Fleck. Und er hat bei Gabriel auf jeden Fall einen bleibenden Eindruck hinterlassen!

Und Kitty war nicht die einzige, die fast würgen musste, als Mia sich so ekelhaft und schamlos an Louis herangeworfen hat. Ein lautes 'Urghs' war beim lesen auch mein erster Impuls

„Also, da du neu bist, kann es schon mal passieren, dass man an die falschen Leute gerät“ - und dieser Satz hat mich mega an Harry Potter denken lassen müssen, an die Szene im ersten Teil beim warten, wo Malfoy zu Harry etwas ähnliches mit Zaubererfamilien und so sagt.

Hach..und Kitty...Kitty ist einfach der perfekte Farbklecks für Louis Leben.
Aber ich muss zugeben, das es mir echt Sorgen macht, was sie über Dante gesagt hat...wenn er Louis was tut dann...dann...dann leg ich ihn übers Knie!!

Auf jeden Fall freu ich mich auf das nächste wundervolle Kapitel!
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Alt 23.01.2017, 17:49   #24
Meryane
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Das riecht ja schon nach Ärger. Hat sich Louis wohl gleich mit den richtigen angelegt. Ohweia.
Und was für eingebildete Schnepfen. Denen hätte ich ja gleich was gehustet.
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Alt 01.02.2017, 07:24   #25
Sabrina81
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Guten Morgen
Ich wollte mich nur kurz bemerkbar machen, bin nämlich eher der Stille Mitleser und deshalb unheimlich dankbar für diesen (für mich neuen) "Danke-Button".
Ich bin gespannt in welchen Ärger Louis sich noch verwickelt, wenn er weiterhin seine Meinung so nachdrücklich vertritt wie bei Dante.
Teenager können eben schlimmer sein als die Mafia

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Alt 01.02.2017, 12:01   #26
Heals
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Guten Morgen!

Die letzten Klausuren sind geschrieben, ich habe wieder ein Leben!
Somit geht es bald weiter mit der Story.

@Nikita22 Das ist wohl wahr, sie passen echt gut zusammen

@Pilinya Hihi Mia der Malfoy Undercover, witzig, jetzt wo du es sagst, sehe ich da auch einige Parallelen. (Bin ein riesiger Harry Potter Fan) Freut mich auf jeden Fall, dass dir das Kapitel so sehr gefallen hat. Ich mag Louis' taffe Seite auch, die macht sehr viel Spaß zu schreiben

@Meryane Hehe, ohja jede Menge Ärger wird da auf jeden Fall kommen!

@Sabrina81 Das ist aber lieb, dass du etwas schreibst, obwohl du eher still bist. Freut mich sehr! Fühle dich aber nicht gezwungen, stille Leser sind mir auch sehr willkommen und ich freue mich über jeden Danke-Klick! Ärger, Ärger, Ärger...der kommt auf jeden Fall, wäre ja sonst langweilig
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Alt 01.02.2017, 13:56   #27
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Die Sonne war gerade dabei unterzugehen, als Louis sich auf den Weg nach Hause machen wollte. Normalerweise wäre er schon lange nicht mehr in der Schule, aber er hatte sich noch mit Kitty festgequatscht. Das Mädchen konnte wirklich reden wie ein Wasserfall. Die ganzen Eindrücke vom Tag würden heute vermutlich in seinen Träumen verarbeitet werden müssen. Er machte sich auf den Weg zu den Fahrradständern, als ihn eine plötzliche Bewegung neben ihm aufschrecken ließ.



Im ersten Moment glaubte er, der Punk aus dem Klo heute morgen würde ihm auflauern, aber stattdessen war es sein Freund; Gab, wenn er es noch richtig im Kopf hatte.
Hör mal, ich würde da nicht lang gehen“, sagte er mit ernster Stimme und ruckte mit dem Kinn in Richtung der Fahrradständer. Louis zog eine Braue hoch und blickte zu ihm auf. Einschüchtern ließ er sich nicht. „Und warum nicht? Willst du mich hier zusammenschlagen, damit mich keine Kamera erwischt? Kann dein komischer Freund das nicht mal selbst machen?“



Was?“, machte sein Gegenüber verdattert. Seine Augen waren so dunkel wie Zartbitter-Schokolade und die Haare so unordentlich, dass Louis am liebsten mit den Fingerspitzen hindurch gefahren wäre. Er wurde rot, als er bemerkte, was er da dachte und versuchte sich schnell wieder an einem bösen Blick. Der Sportler schien nun völlig verwirrt zu sein, ehe er den Kopf schüttelte: „So ein Unsinn, was redest du da? Dante ist echt mies auf dich zu sprechen, er will nur rausfinden, welches Fahrrad deins ist und es ist vermutlich demolieren...“, Gab winkte ab, als wäre das etwas total Normales.
Aha. Macht er das öfter? Das mit den Fahrrädern?“, hakte Louis misstrauisch nach.



Dante ist ein bisschen eigensinnig. Der beruhigt sich schon wieder“, erwiderte der Andere achselzuckend. Dann rieb er sich verlegen den Nacken. Ihre Blicke trafen sich und Louis hatte schon wieder das Gefühl, als hätte er treppab eine Stufe verpasst.



Konnte er jetzt aufhören rumzuschwärmen wie ein kleines Mädchen? Das war nur gar nicht so leicht, wenn man einem Kerl gegenüberstand, der durchaus als neues Unterwäschemodel von Calvin Klein durchgehen konnte. „Damit du nicht laufen musst, kannst du mit mir fahren.“
Du fährst mich?“, blinzelte Louis und kam sich allmählich vor wie einem seiner verhassten Highschool-Filme. Gab nickte, winkte Louis mit sich und stiefelte einfach quer über den Hof.



Ja, irgendwie haben deine Worte heute morgen mich beeindruckt. Du hast schon Recht, das mit Elena war ziemlich gemein. Achso, ich bin übrigens Gabriel.“
Louis“, antwortete der Blondschopf mechanisch. Er folgte dem Größeren. Auf dem Parkplatz war nichts mehr los, die meisten waren lange weg. Gabriels Maschine, ein dunkelgrün lackiertes Motorrad stand allerdings noch da.



Cool. Freut mich, Louis“, Gabriel setzte sich auf die Maschine. „Mach dir keine Sorgen wegen Dante. Ich rede mit ihm. Dann passiert auch deinem Rad nichts.“

Na, da bin ich aber erleichtert“, entgegnete Louis trocken. Abgesehen davon, dass ihn noch nie ein Junge nach Hause gefahren hatte, hatte er auch noch nie auf einem Motorrad gesessen. Bis zu ihm war es zwar nicht weit und rasen konnte man auch nicht, aber ein wenig unwohl war ihm schon. „Moment“, fiel ihm da auf. „Fährst du ohne Helm?“



Ja, sorry. Ich habe eigentlich einen, aber der ist noch bei meiner Freundin. Die benutzt ihn immer. Ich mag es lieber mit dem Wind um der Nase“, und mit dem Gehirn auf dem Asphalt, dachte Louis dumpf.
Und das ist sicher, ja?“
Kannst dich an mir festhalten. Komm schon, ein wenig Adrenalin hat noch Keinem geschadet!“, Gabriel war wahrlich ein Sportler-Exemplar, wie es im Buche stand. Wenn er älter als 30 wurde, dann auch nur, weil dumme Menschen immer Glück im Leben hatten.



Sie fuhren relativ langsam los, auch wenn Louis' Herzschlag sich dabei beschleunigte. Nach einigen Minuten begann er es sogar zu geniessen; er konnte die Luft kühl an seinen Armen fühlen und wenn er sich anstrengte, konnte seine Nase trotz Gegenwind den Geruch seiner Begleitung erschnuppern.





Ein Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus, als sie durch die Straßen bis hin zu seinem Haus fuhren; unzählige Kreuzungen passierten, die von makellosen Villen umgeben waren und die Sonne die Kleinstadt in ihr oranges Licht tauchte. Er hatte mit vielem gerechnet, als er heute seinen ersten Schultag angetreten hatte, nicht aber, dass der Tag so enden würde. Gabriel schien wirklich nett zu sein und vielleicht war er gar nicht so hohl, wie Louis zunächst angenommen hatte.



Wow, schicke Bude“, platzte es aus Gabriel heraus, als sie bei ihm Zuhause angekommen waren. Louis wäre lieber bis um Mitternacht durch Windenburg gefahren, aber nun musste sich verabschieden.
Ja, meine Mum mag es extravagant“, er zuckte die Achseln.

Soll ich dich morgen früh auch abholen? Immerhin hast du jetzt kein Fahrrad hier.“
Louis runzelte die Stirn. Was war denn mit dem los? Er hatte noch nie einen so anhänglichen, heterosexuellen Kerl erlebt. Das war fast schon Folter, wenn man bedachte, dass Gabriel vergeben war. Vermutlich hatte er wirklich ein schlechtes Gewissen, wegen der Sache mit dem Foto heute morgen. Aber wenn Louis sich vorstellte mit ihm zusammen auf einem Motorrad aufs Schulgelände zu fahren, die Arme um ihn geschlungen...nun, da konnte er sich auch gleich in die Regenbogen-Flagge einwickeln und über den Pausenhof rollen.
Schlechte Idee.




Mach dir da mal keine Sorgen. Aber vielen Dank für das Angebot. Und fürs Heimfahren“, er lächelte Gabriel verlegen an.
Kein Problem. Wir sehen uns, Louis“, er gab ordentlich Gas und brauste mit lautem Knattern davon. Louis selbst blieb noch eine Weile in der Einfahrt stehen und blickte ihm die Straße herunter nach. Wenn es nur so wäre.



Aber Gabriel mochte in seiner Abschlussklasse sein und würde demnach keinen Kurs mit ihm zusammen besuchen. Er sollte sich den Kerl gleich aus den Kopf schlagen, bevor er sich zu sehr hineinsteigerte. Gabriel hatte eine Freundin und einen gewalttätigen Punk mit Testosteron-Überschuss als besten Freund – das würde nur Probleme geben, so viel war klar. Trotzdem bekam Louis seine braunen Augen mit dem warmen Blick an diesem Abend nicht aus den Gedanken. Das war wohl auch der Grund, warum er zum Abendessen eine ganze Tafel Schokolade verdrückte.


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Euer Heals
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Alt 01.02.2017, 15:50   #28
Meryane
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Ach, ach? Warten wir es mal ab. Freundin... wer weiß wie das gemeint ist .
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Alt 01.02.2017, 16:33   #29
Pilinya
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Heals!
Du bist wieder da! Ich wollte schon eine Vermissten-Anzeige aufgeben!

Ein grünes Mottorrad. Hrhr. Genau mein Ding! Zwar mag ich es in quietschigerem grün und sportlicher, aber ich würde auch zu einer Spritztour nicht nein sagen!

Und der arme Louis. Es muss hart sein, wenn man sein wahres Ich verstecken muss. Gerade in so einer kleinen, spießigen Stadt hat man, wenn man "anders" ist einfach schlechte Karten und ich verstehe, das er dann lieber nicht mit "der Regenbogen-Flagge" durch die Schule rennt...dennoch macht es mich traurig das er...und auch Kitty nicht richtig sie selbst sein können.

Und nun zu Gabriel...das er eine Freundin hat wundert mich nicht. Eine Freundin ist für den Klischee-Sportler ein Must-Have und definitiv mehr ein Ausstellungsstück, als wahre Liebe...und offenbar ist er ja ziemlich beeindruckt von unserem Louis. Ich bin gespannt wann ihm bewusst wird, das er lieber mal herausfinden sollte wer er wirklich ist anstatt weiter seine perfekte Rolle in diesem Theaterstück namens Schule zu spielen.

Das Warten auf das Kapitel hat sich auf jeden Fall gelohnt und ich freu mich (wie immer!) auf mehr von den beiden!
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Alt 01.02.2017, 16:48   #30
s.u.n.n.ii
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Yippieh, ein neues Kapitel
Ich habe deine Story erst vor ein paar Tagen entdeckt und bin wirklich sehr angetan ~ die Kapitel lassen sich wunderbar lesen und die Idee zu der Story finde ich sehr interessant
Ich bin gespannt, wie es weiter mit Louis und Gab geht, obwohl ich irgendwie auch wie meine "Vorredner" denke, das Gab in Wirklichkeit auch auf Männer steht, er das aber natürlich mit seinem Sportler-Image nicht nach außen tragen will, oder aber ihm ist bis jetzt noch gar nicht bewusst, das er unterbewusst auf Louis steht ... wer weiß, wer weiß - ich hoffe, wir erfahren es bald
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Alt 01.02.2017, 20:14   #31
Heals
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Ja guten Abend!

@Meryane Das bleibt abzuwarten. Aber ich lasse euch nicht allzu lang im Dunkeln tappen

@Pili Schön dich wieder hier zu lesen
Ja, Louis hält sich lieber noch bedeckt. Bei den Temperamenten (Mia, Dante und Co.) vermutlich auch kein Wunder. Wir wissen ja selbst aus sämtlichen High School Filmen, wie grausam Cheerleader sein können. - Deine Vermutungen zu Gabriels Freundin sind interessant. Du darfst gespannt sein!

@s.u.n.n.ii Uii, ich freue mich sehr, dass es dir so gut gefällt! Und willkommen hier im Thread Wie genau Gabriel tickt, bleibt erst einmal ein Geheimnis, aber ich verspreche euch, im nächsten Kapitel gibt es ein paar mehr Einblicke zu ihm
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Alt 02.02.2017, 09:57   #32
Jillia
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Ah, da habe ich gestern morgen das vorletzte Kapitel gelesen und wollte schon fragen, ob dieser Gab derselbe Typ ist wie der vom ersten Kapitel und jetzt muss ich sehen, dass sich meine Frage erübrigt hat

Auch wenn er vielleicht ein bißchen "hohl" ist, wobei ich das nichtmal glaube, scheint er doch das Herz am rechten Fleck zu haben. Bin mal gespannt, wie das bei den zwei weitergeht und ob er sich irgendwann gegen Dante stellen muss.

Das mit der Freundin kann ja alles sein. Eine gute Freundin, eine Cheerleaderin, ein Mädchen was er mag und deshalb mit ihr zusammen ist. Vielleicht weiss er noch nicht, dass er eher auf Jungs steht oder er weiss es und versucht es zu vertuschen indem er eine Freundin hat.

Und ich frage mich gerade, wo Louis auf dem Motorrad gesessen hat Auf dem Reifen oder ganz ganz dicht auf dem Fahrersitz hinter Gab.
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Alt 02.02.2017, 16:13   #33
Heals
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@Jilia Freu mich sehr, dass dir die Geschichte gefällt! Das Motorrad ist leider das Einzige, was ich an Dowload gefunden habe und ist kategorisiert als Barhocker Überlassen wir das also mal unser Fantasie *hust*


Ich hab ziemlich lang an diesem Kapitel rumgewerkelt, weil ich nie zufrieden war. Bin ich auch jetzt noch nicht, aber ich halte es für notwendig, um die anderen Charaktere besser kennen zu lernen. Viel Spaß!


*************



*************

Aus dem Radio in der Garage drang laute Punkmusik von Sum41, während die beiden Teenager gegeneinander Basketball spielten. Gabriel hatte sein Motorrad direkt auf dem Grundstück geparkt; beide Jungen waren nur mit weiten Sporthosen bekleidet und der Schweiß rann ihnen von der Stirn, obwohl die Sonne schon untergegangen war. Das hier war ein Hauptbestandteil von Gabriels Leben: Nach der Schule trafen sie sich bei Dante um bis in die späten Abendstunden Sport zu treiben. Beide waren sie durchtrainiert, Dante noch dazu tätowiert und beide liebten es sich auszupowern.





Gabriel versenkte den Basketball gekonnt im Korb und nahm sich dann endlich mal Zeit, Luft zu holen. Er liebte die langen Sommer von Windenburg, die es ihm ermöglichten gemeinsam mit seinem besten Freund jede freie Minute draußen zu verbringen. Dante fing den Ball auf, balancierte ihn geschickt auf dem Zeigefinger und sang mit seiner rauen Stimme den Text des Liedes mit.



Ich glaube, das reicht mir für heute“, Gabriel wischte sich über die schweißnasse Stirn. Dante nickte ihm zu. Er mochte ein echter Großkotz sein, wenn ihn etwas aufregte, aber ansonsten war er ein angenehmer Zeitgenosse und kein Mensch der großen Worte. Gabriel war das egal; natürlich war er in der Schule beliebt und wurde von vielen Leuten angehimmelt, aber am wichtigsten war ihm noch immer Dantes Freundschaft. Die Tatsache, dass er, Gabriel Richmond, mit einem waschechten Punk befreundet war, war nicht nur für seine Eltern gewöhnungsbedürftig.



Dante war ein echter Rebell, das schwarze Schaf in seiner reichen Familie. Denn wie fast alle von Gabriels wohlhabenden Freuden gehörte auch er zur oberen Schicht. Das hatte ihn nicht davon abgehalten, sich die Haare zu färben und ein Punk zu werden. Er kleidete sich auffällig, hörte laute Musik und besaß eine vulgäre Sprache. Er war das Gegenteil seiner Zwillingsschwester Mia Cicotelli, die eine Cheerleaderin an ihrer Schule war, gute Noten besaß und ein absolutes Vorzeigemädchen war.



Trotz allem war Dante sein bester Freund und würde es immer sein. Es spielte keine Rolle, dass Gabriels Familie praktisch alle Immobilien der Stadt gehörten - vom Supermarkt um die Ecke bis zum populärsten Nachtclub. Er würde Dante für keinen Einfluss, kein Geld der Welt austauschen wollen.



Hör mal, Dante. Ich wollte dich noch um etwas bitten.“
Mh?“
Der Neue. Lass ihn in Frieden.“
Was?“, natürlich hatte Gabriel nicht erwartet, dass sein Freund begeistert von diesem Vorschlag sein würde. Immerhin hatte Louis sein Handy im Klo versenkt. „Spinnst du? Der kriegt von mir eine drüber, wenn ich ihn das nächste Mal sehe.“



Aber hat er nicht irgendwie Recht?“, Gabriel wusste selbst nicht, wieso er sich so für Louis einsetzte. Tatsache war, der Blondschopf hatte ihm mit seiner Dreistigkeit imponiert. Vermutlich hätte er sich selbst nicht einmal getraut, Dantes Handy wegzuwerfen. Es hatte ihn beeindruckt. „Ich meine, überleg doch mal. Würde es dir gefallen, wenn wir so ein Foto von deiner Schwester Mia hätten?“



Dante verschränkte die Arme vor der muskulösen Brust und musterte Gabriel nachdenklich. „Nein, dafür würde ich dir eins auf die Fresse geben, schätze ich.“
Siehst du!“
Trotzdem hat der Idiot mein Handy geschrottet.“
Weißt du, er hat mir gesagt, er wird es dir ersetzen“, flunkerte Gabriel drauflos. „Der Junge hat Kohle ohne Ende – seine Mutter ist dieses Topmodel Marie Dubois, auf das deine Schwester so abfährt.“
Er will mir ein neues Handy kaufen?“, Dante glaubte ihm kein Wort. „Woher willst du das wissen?“



Ich hab ihn nach der Schule abgefangen. Kann doch meinen besten Freund nicht hängen lassen“, Gabriel grinste ihn an. Das schien Dante zu überzeugen. Er nickte knapp, dann boxte er seinem Gegenüber gegen den Oberarm: „Na schön. Ein neues Handy, aber kein billiges! Und ich vergesse die Sache. Er sah zwar nicht danach aus...aber er hat ganz schön Eier bewiesen mit der Aktion.“
Danke“, sie gaben sich die Faust, dann machte sich Gabriel auf den Heimweg.




*************


Erst als Gabriel am nächsten Morgen mit seinem Motorrad auf den Parkplatz neben der Schule rollte und er seine Freundin Quinn mit verschränkten Armen neben dem Schuleingang stehen sah, wurde ihm klar, was er gestern vergessen hatte. Er atmete tief durch. Es war nicht so, dass er Quinn nicht gern hatte, doch Gabriel war nicht unbedingt das, was man einen zuverlässigen Freund nennen würde. Er vergaß häufiger Telefonate oder vereinbarte Treffen, weil er mit Dante Basketball spielte oder mit den Jungs abhing.



Am Anfang ihrer Beziehung war Quinn das egal gewesen. Sie hatte ihm gern zusammen mit Mia beim Basketballspielen zugesehen, aber mittlerweile kam es ihm vor, als fühlte sie sich von seinem Sport bedroht. Auch jetzt hatte sie kein Lächeln für ihn übrig. Ihr schwarzer Bob saß wie immer akkurat, das Make-Up perfekt. Sie war wirklich hübsch, nur starrte sie Gabriel schon aus der Ferne so vorwurfsvoll an, dass er lieber so getan hätte, als hätte er sie nicht gesehen. Aber das war natürlich nicht möglich, also trat er auf sie zu und wollte ihr einen Kuss geben, doch sie drehte sich weg.
Du wolltest anrufen!“



Ja, ähm, ich weiß. Ich war noch beim Sport und-“
Man könnte meinen du wärst mit Dante zusammen und nicht mit mir“, sie reckte die Nase in die Luft und vermied es, ihn anzusehen. Ihre Stimme war arrogant und sichtlich gereizt. Gabriel rieb sich den Nacken. Irgendwie überforderte ihn das Umgang mit Frauen immer.
Es fiel ihm wahrlich nicht schwer, ihre Aufmerksamkeit zu bekommen, aber es war eine richtige Wissenschaft, sie nicht sauer zu machen.



Nun sei mal nicht albern. Du telefonierst ständig mit Mia. Ihr zwei heckt dauernd irgendwas zusammen aus und da sage ich auch nichts.“ Das war wohl die falsche Antwort gewesen, denn Quinn schnaubte nur auf und stolzierte dann mit gerecktem Kinn in Richtung Schule davon. Gabriel beeilte sich, sie einzuholen



Hey Schatz“, machte er bittend und fasste sie an ihrem dünnen Arm. Quinn blieb stehen und ließ sich sogar dazu herab, ihm in die Augen zu sehen. Das war seine Chance. Gabriel setzte seinen Hundeblick auf, der bei jedem weiblichen Wesen auf diesem Planeten zog und schaffte es sogar, seiner Eisprinzessin ein Lächeln zu entlocken.





Du weißt, ich verbringe meine Zeit am liebsten mit dir. Ich werde es dir beweisen! Heute Abend treffen sich alle in unserem Nachtclub, die ganze Clique! Wie wäre es danach mit einem Picknick im Mondschein, hm?“, je kitschiger desto besser. Das zog bei den Cheerleadern und Quinn war da keine Ausnahme. „Nur wie zwei?“, fügte er hinzu. Das schien sie zu erweichen. Quinn nickte und ließ sich küssen.



Das klingt toll. Ich packe uns eine extra Flasche Champagner ein und...“, sie stellte sich auf Zehenspitzen, um ihm ins Ohr flüstern zu können. „Ich verzichte auf Unterwäsche.“ Nun war es an Gabriel breit zu grinsen. Quinn küsste ihn erneut. „Ich muss los, zu meinem Biologiekurs. Wir sehen uns heute Mittag!“, sie warf ihm demonstrativ eine Kusshand zu (Jeder sollte wissen, dass sie zu ihm gehörte) und verschwand.

Gabriel grinste noch immer vor Vorfreude. Am Ende des Ganges konnte er Louis sehen. Seine blonden Haare leuchteten im Licht, aber noch mehr leuchtete Kitty Marshall mit ihrer pinken Mähne neben ihm. Die beiden schienen sich köstlich über irgendwas zu amüsieren und lachten laut. Gabriel überlegte, ob er sie aufhalten sollte um nach dem Handy für Dante zu fragen, aber da waren die beiden schon auf dem Weg zum Unterricht.




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Ich weiß, Dante hat sich echt Mühe gegeben, in diesem Kapitel böse zu gucken, aber ich muss jedes Mal lachen über seine Hamsterbacken
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Geändert von Heals (02.02.2017 um 16:17 Uhr)
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Alt 02.02.2017, 17:08   #34
Kleen Kutte One
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Na, über was wohl Louis und Kitty gelacht haben ..

Ich staune das Gabriel Louis so in den Schutz vor seinem Rebellenkumpel Dante nimmt.. der scheint ihn wohl gerne zu haben, und das nicht nur wegen Louis seiner Dreistigkeit.

Da ist Gabriel mit der hübschen Quinn zusammen, die Beziehung ist wahrscheinlich mehr Schein als Sein, damit beide nicht einsam sind. Sie als hübsche Cheerleaderin, die sich unsterblich in den Sportler verliebt hat und Ihn alle Fehler verzeiht und er, der seine Freundin mehr als Ausstellungsstück sieht und ganz genau weiß, wie er seine Puppe um den Finger wickeln kann, dass Sie ihm wieder verzeiht.

Ich bin gespannt auf die Fortsetzung !
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Alt 05.02.2017, 13:00   #35
Heals
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@Kleene Kutte One
Gabriel ist unglaublich harmoniebedürftig und weniger rüpelhaft als Dante. Irgendeiner muss diesen Hitzkopf ja im Griff haben

Nun ja, die große Liebe wird es tatsächlich nicht sein. Wie man sieht stehen seine Jungs und der Sport trotz allem an erster Stelle. Zu einem beliebten Sportler-Jungen gehört eben ein klassisches Cheerleader-Mädchen, du hast es erfasst. Ich habe ja in der Inhaltsangabe schon geschrieben, dass es hier vor Klischees so wimmelt

***

Das neue Kapitel muss noch bebildert werden, dann geht es hier auch weiter
Danke auch an alle Danke-Klicks
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Alt 05.02.2017, 19:47   #36
Pilinya
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Hach, wie schön das Gab den guten Dante mit dem Versprechen eines neuen Handys besänftigen konnte - nun bin ich mal gespannt wie er das Louis erzählt
Wobei es ja auch irgendwie echt taff und cool von Gab war sich vor seinem besten Freund schützend vor den Neuen zu stellen. Hätte ja nicht jeder so gemacht!

Und oh gott - natürlich ist Gabs Freundin einer Cheerleaderin. Ich liebe die Klischees in der Story so!

Insgesamt fand ich das Kapitel sehr stimmig und auch super interessant mal eine andere Seite der Geschichte beleuchtet zu sehen.

Ich freu mich natürlich, wie jedes mal, auf mehr!
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Alt 13.02.2017, 09:17   #37
Sweet-Butterfly
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Hallo Heals Schöne Kapitel!

Die Handy-Aktion von Louis fand ich super, einfach, weil es so schön passt Gabriel gefällt mir auch sehr gut, er scheint zwar einen auf cool zu machen, aber das Herz am rechten Fleck zu haben. Seine Freundin scheint ja mehr so das typische High-School-Anhängsel zu sein, da kann man sicherlich darauf warten, dass das in die Brüche geht.

Ich bin gespannt, wie es weitergeht!
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Alt 14.02.2017, 09:45   #38
Thalassa
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Hallo Heals, wie vor langer, langer, laaaanger Zeit mal so halbwegs angekündigt, habe ich mich auf den Weg zu deiner FS gemacht.

Mit dem Prolog hast du mich schon mal gepackt, besonders mit dem Schluss. Ich liebe so was. Daraus könnte man auch gut einen Film drehen.
Was mir weniger gut gefällt, sind diese Zwischenbildchen, wenn ein neuer (wichtiger?) Charakter auftritt, die ihn schon mal mit ein paar Stichworten beschreiben. Es ist zwar eine ganz witzige Idee, den Figuren so schon mal ein Gesicht zu geben, aber für mich würde es besser in eine separate Charakterübersicht passen, wenn man nach längerer Abwesenheit nicht mehr genau weiß, wer wer ist. Mitten in der Story empfinde ich es eher als Spoiler – ich hätte diese Eigenschaften lieber nach und nach kennengelernt, wenn es für die Story relevant ist. Und wenn diese Eigenschaften nicht sowieso beim Lesen ersichtlich werden, brauche ich sie ja auch nicht zu wissen.
Allerdings kommen die ja so häufig nicht vor, so immens störend sind sie also auch wieder nicht.

Zu Louis selbst: Wow, er scheint wirklich ein sehr reifer Junge zu sein. Wahrscheinlich hätte kaum einer den Mut besessen, in einer Stadt wie Windenburg als Zugezogener an der neuen Schule ein fremdes Mädchen zu verteidigen. Er hätte ja auch mit den anderen mitlachen können, als ihm Elenas Foto gezeigt wurde, und hätte so sogleich Anschluss gefunden.
Im Moment scheint er aber zumindest bei Gabriel nicht so schlecht anzukommen, und auch Dante wirkt erst mal gar nicht so böse. Ich bin gespannt, wie versöhnlich er sein wird, wenn Louis’ Homosexualität ans Licht kommt und Gabriel ganz neue Neigungen an sich entdeckt (was bestimmt passieren wird. Tschüss Quinn ).

Insgesamt gefällt mir das Setting. Wie du sagtest, ist es überladen mit Klischees, aber ab und zu ziehe ich mir gerne so was rein. Da brauchst du dich auch nicht dafür zu schämen (sprich, Louis im Text die ganze Zeit denken lassen, wie klischeehaft hier alles ist ), also sogenanntes Lampshide Hanging betreiben. Wie du am Link siehst, ist das nur ein weiteres Klischee beziehungsweise ein Tropus.
Auch deinen Schreibstil mag ich. Er bietet irgendwie viel Potenzial (und ich kann mich nur seltsam ausdrücken).

Joa, also, dann. Ich warte mal aufs nächste Kapitel.
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Alt 14.02.2017, 10:03   #39
Heals
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Hallo ihr Lieben

Eigentlich sollte es hier schon längst weitergehen, aber ich habe die letzte Woche mit so einer heftigen Grippe zu kämpfen, dass ich nicht länger als 10 Minuten am PC hocken kann, ohne dass mir schwindlig wird. Hoffe trotzdem, dass ich euch diese Woche noch ein Update bieten kann.

@Pilinya Freut mich sehr, dass es dir so gefallen hat Haha, ja Gabriel lässt sich gerne mal was einfallen, um den Frieden zu wahren. Ob Louis so begeistert davon ist, Dante ein Handy zu schenken, bleibt fraglich.

@Sweet-Butterfly Wie hier alle die arme Quinn loswerden wollen, tse tse Gabriel hat das Herz am rechten Fleck, das ist wahr. War mir auch wichtig, dass das rüber kommt. Also - Mission erfüllt

@Thalassa Haha, wie schön, dass du hergefunden hast, freut mich SEHR! Und dann gleich so ein ausführliches Kommentar. Dass mit den Charakterbildern werde ich im Kopf behalten. Eine Charakterübersicht scheint mir eine gute Idee. Werde das umsetzen Will schließlich auch so wenig wie möglich spoilern.
Natürlich sind High School Punks nicht von Natur aus böse. Ich mag Dante sogar sehr gern; jeder hat eben so sein Päckchen zu tragen, nicht nur Louis mit seinen romantischen Vorlieben, aber dazu später mehr Willkommen an Bord!
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Alt 14.02.2017, 18:16   #40
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Kapitel 6 - Ungeniert

Weiter geht es, wenn auch mit fiebrigem Heals, der euch hier alles hinzaubert. Deshalb tut es mir Leid, die Bilder sind echt nichts besonderes, aber ich sehne mich nach meinem Bett



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*************

Gabriel hatte darauf bestanden, dass Louis ihn und seine Clique nach der Schule zum Nachtclub am Pier begleitet, unweit vom Polaroid entfernt. Seine Einwände, dass es mitten in der Woche sei und er noch minderjährig, wurden abgeschmettert, als Gabriel ihm eröffnete, dass seinen Eltern der Club gehörte und die Clique immer ein Separee im Keller nutzen durfte. Abgesehen davon, dass das an Coolness kaum zu überbieten war (und auch Louis so etwas nicht widerstehen konnte), war es für ihn eine Chance Gabriel außerhalb der Schule zu sehen.


Trotzdem, die meisten hatten Autos und er selbst war bloß mit seinem Fahrrad gekommen. Allein würde er sicherlich nicht in den Club kommen. Er ging davon aus, dass nur Gabriel sie alle hier reinbringen konnte, also blieb er vor dem Laden stehen und wartete. Vielleicht war er zu früh dran? Vielleicht verschaukelte ihn hier aber auch nur die Sportlerclique und letzten Endes würde niemand auftauchen. Während Louis alle Szenarien in seinem Kopf durchspielte, riss ihn plötzlich eine Stimme aus den Gedanken.



Du bist neu bei uns, nicht wahr?“, er blickte das Mädchen an, das selbstbewusst auf ihn zugekommen war und erkannte sie sofort, noch bevor sie ihm ihren Namen sagte: „Ich bin Elena Moon.“ Sie war auf dem Foto auf Dantes Handy gewesen. Ein perfektes Mädchen mit perfektem Lächeln, dachte er benommen. Sie schüttelte ihm die Hand und Louis war froh, dass er das Foto vernichtet hatte. Es hätte die Fassade der perfekten Musterschülerin Elena zerstört.

Ich bin Louis“, grinste er. Obwohl Elena gut gekleidet war, wirkte sie nicht sonderlich biestig. Kitty hatte sie als das mädchenhafteste Mädchen auf dem Planeten beschrieben. Aber bevor er dem auf den Grund gehen konnte, tauchten die Jungs auf. Louis' Herz machte einen Hüpfer, als er Gabriel erblickte. Und noch einen weiteren, als er feststellte, dass Dante nicht dabei war.





Gabriel war in Begleitung eines Rotschopfs, den er schon in ein paar Kursen gesehen hatte. Er erinnerte Louis an Ron Weasley aus der Harry Potter-Romanreihe. Als er zu ihnen aufschloss, platzte er heraus: „Wie zur Hölle hast du das gemacht?“



Ehm“, machte Louis. Vor sich hatte er eindeutig ein weiteres Sportlerexemplar. Er fragte sich, ob eigentlich jeder Junge an dieser verdammten Schule mehr Muskeln als Verstand hatte. „Was meinst du?“

Elena hat dich gerade angelächelt!“, Weasley sagte es so, als wäre es eine absolute Sensation. Louis runzelte die Stirn und blickte zu der Blondine, die am Eingang des Clubs stand und in ihr Handy vertieft war. „Ich meine, du hast nicht mal Muskeln!“



Und du hast nicht mal Hirn, wollte Louis erwidern und hatte schon den Mund geöffnet um sich auf der Beliebtheitsskala noch weiter nach unten zu befördern, da ergriff Gabriel das Wort. Er strahlte, so wie immer und auch Louis bekam die volle Breitseite des Sunny-Boy-Lächelns ab. Er musste sich mit aller Macht darauf konzentrieren, nicht rot zu werden. „Das liegt daran, dass er neu ist, Tristan. Die Mädels stehen auf das Geheimnisvolle, weißt du?“



Tristan, bei dem Namen klingelte etwas bei Louis. Richtig, der Junge hatte Elenas Foto von ihrem Laptop geklaut. Das machte ihn nicht gerade sympathischer. Louis konnte sich auch jetzt nicht für ein Lächeln erwärmen. Doch als er Gabriels Blick begegnete, musste er doch grinsen. Betont cool zuckte er die Achseln: „Vielleicht brauchen sie mal Abwechslung von echten Muckis, wer weiß das schon“, nahm er sich selbst aufs Korn.



Als Mia mitsamt ihrer Freundin Quinn auftauchte, betraten sie gemeinsam den Club und Gabriel hatte wahrlich nicht zu viel versprochen. Das Separee im Keller war extra für sie gebucht worden und die Mädchen ließen sich gleich zu einer Runde Champagner hinreißen. Obwohl Louis diesen Lebensstil gewohnt war, sehnte er sich plötzlich nach den ranzigen Burgerlädens New Yorks zurück. Aber bevor er kneifen konnte, schien der Weasley es wichtig zu finden, sein Gebiet zu markieren.



Elena bekommst du eh nicht rum, die hat 'nen Stock im Arsch!“
Louis runzelte abermals die Stirn. Herrje, wie konnte jemand so Tolles wie Gabriel mit einem solchen Idioten befreundet sein?
Ach kein Problem, ich hab eh kein Interesse an ihr.“
Kein Interesse? Bist du schwul oder so? Elena ist 'ne glatte 10!“, oh Gott, Tristan war noch primitiver als Dante.
Ehm, nein...natürlich nicht“, antwortete er ausweichend und wollte sich abwenden. Lieber würde er sich Mias Geplapper anhören, als diese Konversation fortzuführen.



Oh, hast du eine Freundin?“, wollte Gabriel plötzlich wissen. Er war genauso interessiert an dem Privatleben des Neuen an der Schule, wie alle Anderen auch. Diese Sensationsgeilheit in Windenburg war wirklich zum Kotzen, dachte Louis finster.
Nein.“
Oh“, machte Gabriel.
Also doch schwul“, scherzte Tristan und die beiden Jungen lachten. Louis fiel es sehr schwer, mitzulachen. Natürlich war das nur ein Scherz. Zumindest würde Gabriel das sicher nicht so ernst nehmen. Sein Kumpel hingegen schien sich, genauso wie wohl sämtliche anderen Sportler-Primaten auf der neuen Schule eine Meinung von Louis zu bilden, die ihm gar nicht gefiel. Nicht hier. Nicht in dieser Stadt.



Genau darum sprach er wohl auch weiter, anstatt einfach den Mund zu halten: „Naja, diese Mia scheint mich ganz gut zu finden. Die ist auch 'ne 10 finde ich“, fand er gar nicht. Überhaupt nicht. Aber den Jungs entlockte sein Statement Begeisterung und er durfte Tristan sogar ein High Five geben. Louis wusste, wäre Kitty dabei gewesen, er wäre unter ihrem vorwurfsvollen Blick im Boden versunken.

*************

Obwohl das hier eine Welt war, in die er dank seiner Mutter ein Zuhause sehen wollte, wollte Louis sich nicht so recht entspannen. Er hatte sich vorgenommen diese Menschen hier nicht gleich zu verurteilen, das wäre einfach nicht fair, schließlich mochte er Gabriel irgendwie. Deshalb war er der Einladung auch erst gefolgt und hockte nun mit der Clique zusammen.



Die Clique, das bedeutete die Cheerleaderin Mia Cicotelli, die sich selbstverständlich einen Platz neben ihm gesichert hatte. Tristan und Gabriel, die gerade über das Basketball-Spiel am Wochenende diskutierten und Elena Moon, die Schulsprecherin, die etwas abseits mit der grimmig aussehenden Quinn saß und leise sprach. Deren schwarzer Bob verlieh ihr ein strenges Äußeres und auch sonst wirkte sie einfach nur hochnäsig.



Das Schlimmste an ihr war aber, dass Gabriel sie vorhin mit einem Kuss begrüßt hatte. Er hätte im Leben nicht gedacht, dass Gabriel an so einer Spaßbremse Gefallen finden würde. Andererseits sprachen die beiden auch jetzt nicht viel miteinander. Trotzdem kam er nicht umhin, ein wenig enttäuscht zu sein.



Dazu blieb jedoch nicht lange Zeit, denn Mia nahm ihn weiterhin in Beschlag: „Ist deine Mutter gerade bei einem Shooting, oder so? Sie ist doch bestimmt immer viel unterwegs“, sie hatte ihm einen Drink in die Hand gedrückt und sich gänzlich zu ihm gedreht.
Louis hatte keine Lust sich über seine Mutter zu unterhalten. Doch Marie Dubois schien der Grund zu sein, warum er hier überhaupt sitzen durfte. Er bezweifelte, dass Mia ihn ohne eine Model-Mutter auch nur beachtet hätte. Denn immer noch glaubte Louis nicht, auch nur überhaupt eine Wirkung auf Frauen zu haben. „Sie hat ein Shooting in Brasilien, für die Vogue. Ist momentan nicht Zuhause.“



Die Vogue!“, quietschte Mia begeistert. „Das klingt so aufregend, aber für sie ist es sicher total alltäglich. Sie ist dort schon 12 Mal abgelichtet worden, soweit ich weiß.“
13“, korrigierte Louis automatisch. Er wusste das alles. Und es war ihm egal. Seine Mutter war berühmt ja, sie war eine Schönheit und ein Promi...nichts konnte einen mehr nerven. Mia ließ ihr Glas an seines klirren: „Dann hast du sicher oft sturmfrei?“, ihre dunklen Augen musterten Louis eindringlich; sie hatte den Kopf leicht schräg gelegt, sodass ihre perfekten Locken ihr über die nackte Schulter fielen.

Louis fragte sich, wie viele Männer sie wohl mit dieser Masche schon rumgekriegt hatte.
Er nahm einen Schluck. Der Alkohol prickelte ihm auf der Zunge.



Ihr zwei scheint euch ja prächtig zu amüsieren“, er zwinkerte ihm vielsagend zu. Louis kam erst nicht mit, dann fiel ihm ein, dass die Jungs ja glaubten, er habe ernsthaftes Interesse an Mia. Die zog eine Schnute, kaum dass sie Gabriel erblickte: „Wir unterhalten uns gerade, Gab!“

Das wird langsam teuer, oder nicht?“, äußerte Louis sich vernehmlich, als er feststellen musste, wie viel die Clique schon getrunken hatte, was Mia und Gabriel beide zum Lachen brachte. Er blickte verwirrt drein.
Louis, der Laden hier gehört meinen Eltern“, Gabriel rollte mit den Augen. „Ich kann tun, was ich will“, es mochte ein wenig protzig sein, wie er sich gerade gab, aber Louis störte das nicht.



Wenn das so ist. Nett, dass du mich Alkohol trinken lässt.“ Immerhin war der Blondschopf noch minderjährig und Gabriel musste darüber Bescheid wissen.
Naja, du trinkst so, als wäre es nicht dein erstes Glas Alkohol im Leben“, neckte er zurück. „Außerdem muss man so ein neues Leben in der aufregendsten Stadt der Welt doch feiern.“

Ohja, die große Metropole Windenburg, ich weiß gar nicht wo ich abends feiern gehen soll, bei so viel Auswahl...“, so ging es noch eine Weile weiter, eine sarkastische Bemerkung toppte die Andere. Mia begnügte sich damit, an ihrem Glas zu nippen und ihnen zuzuhören. Sie schien nicht vorzuhaben, von Louis Seite zu weichen. Der hingegen beachtete sie kaum noch. Er hatte immerhin die Chance mit Gabriel zu reden und erfuhr, dass ihm der Club tatsächlich gehörte, er ihn auch mal erben würde und seine Eltern allgemein fast jede Immobilie in Windenburg besaßen.



Na, da hatte er sich ja in einen ganz unauffälligen Typen verguckt, dachte er inzwischen leicht benebelt von der Hitze und dem Alkohol. Louis' Nase war bereits hauchzart rosa, aber auch die anderen Teenager waren gut dabei und so wurde er nicht mal aufgezogen.

Dann trat plötzlich Jemand auf den Plan, der Louis aus seiner angetrunkenen Leichtigkeit riss. Dante, der Punk mit dem grünen Iro stand auf einmal vor ihnen am Tisch. Ehrlich gesagt war Louis davon überzeugt gewesen, dass so Einer nicht mal, wenn er dazu gezwungen wurde, den Club betreten würde. Aber dann fiel ihm wieder ein, dass er Gabriels bester Freund war. Und einige Sekunden später fiel ihm ein, dass Dante noch eine Rechnung mit ihm offen hatte.



Ach nee. Der Schönling“, raunzte er.
Dante“, machte Gabriel warnend neben Louis, der nicht verhindern konnte, dass er sich leicht verkrampfte.
Da hast du dich ja schon gut eingelebt mit Drinks und meiner Schwester.“

Louis sackte ein Eisklumpen in den Magen: „Schwester?“, sein Blick flackerte zu Mia herüber, die wenigstens den Anstand besaß, ihn entschuldigend anzusehen. Das wurde ja immer besser. Jetzt würde Dante ihn nicht nur verkloppen wollen, weil er sein Handy geschrottet hatte, sondern auch, weil er dachte, er würde mit seiner Schwester rummachen wollen. Louis hätte gern mit dem Finger geschnippt und sich in Luft aufgelöst.



Ich würde gern ein Foto machen, so süß seid ihr Zwei – aber leider hab ich mein Handy verloren“, Mia rückte ein Stück von Louis ab. Er fragte sich, was die Mädchen über diese Handygeschichte wussten. Lange blieb doch sicher nichts geheim in Windenburg.
Aber was sie auch wussten, keine von ihnen sagte einen Ton. Nun wusste er, warum Dante hier ein und ausgehen konnte, wie er wollte. Seine aggressive, bedrohliche Art wirkte unglaublich einschüchternd. „Aber Gabriel hat gesagt, du besorgst mir einfach Neues. Das lässt mich die Sache vergessen.“




Louis' Kopf ruckte zu Gabriel herum, der neben ihm ganz rote Wangen bekam. „Ähm. Weißt du, Dante, Louis kam noch nicht dazu eins-“

Der Blondschopf schnaubte und fischte ein Handy aus seinem Tasche; es war noch original verpackt und eines der neusten Modelle auf dem Markt. Er warf die Packung auf den Tisch zwischen sie und hob eine Braue. Ohne Furcht blickte er Dante ins Gesicht: „Damit das klar ist. Darauf ist kein Platz für solche Fotos“, er wollte das nicht näher beschreiben, weil die arme Elena immerhin anwesend war.



Dante starrte ihn an, dann boxte er mit der Faust gegen die Wand, sodass alle Anwesenden zusammenzuckte. „Scheiß auf Fotos! Das Ding kostet 700 Dollar, Louis! Wir sind quitt, Schönling. Kannst auch meine Schwester haben, wenn sie dich nicht nervt“, Dante brach in Gelächter aus, während Mia empört dreinsah. Die anderen Teenager lachten.
Louis grinste schief. Das war klar gewesen. Diesen Schlag von Mensch konnte man mit purem Materialismus um den Finger wickeln. Das war fast schon traurig.



Offenbar war es reichen Kids auch egal, dass es mitten in der Woche war und sie Party machten. Louis hatte immerhin mittwochs die ersten beiden Stunden frei, aber er wusste nicht, wie es bei den Anderen aussah. Die Mädchen hatten sich immerhin schon verabschiedet, erst Mia und Elena im Doppelpack – die Italienerin hatte Louis allerdings noch ihre Nummer zugesteckt – und Quinn, die auffällig oft zu Gabriel herübersah, als erwarte sie von ihm, mitzukommen und den Club zu verlassen.


Doch der schien gar nicht daran zu denken, sondern gab ihr nur einen flüchtigen Abschiedskuss. Er war die ganze Zeit mit Dante und seinem neuen Handy beschäftigt gewesen, bis Louis ihn nun, da die Mädchen weg waren, zu fassen bekam.



Gabriel hat gesagt, du besorgst einfach ein Neues?“, wiederholte er Dantes Satz vor ein paar Stunden halblaut an Gabriel gemurmelt. Dieser wurde erneut rot und rieb sich den Nacken.


Das hatte ich dich eigentlich noch fragen wollen...“, nuschelte der Schwarzhaarige beschämt. Louis hatte fast schon eine Art Hochgefühl, als er diesen Ausdruck sah und musste grinsen. Er zuckte mit den Achseln: „Glück für dich, dass ich mitgedacht habe.“



Und wie, das war ein saucooler Auftritt. Ich dachte echt, ich hab dir Schwierigkeiten gemacht und dann holst du das Handy raus...man, das Ding ist mega teuer.“ Louis war sich nicht sicher, ob er sich das einbildete, aber er wirkte ein wenig beeindruckt.
Das ist für mich nicht viel Geld. Das sollte dir aber ähnlich gehen“, nun musste der Größere zustimmen.



Ey, Gab! Wollen wir auf die Dachterrasse in den Jacuzzi?“, dröhnte Dantes laute Stimme plötzlich dazwischen. „Da kann man wenigstens rauchen.“
Klar, wieso nicht. Kommst du auch, Louis?“
Ähm. Ist schon spät. Ich will nicht gleich die erste Schulwoche schon verkatert kommen“, lehnte Louis ab.



Er würde einen Teufel tun und sich mit diesen drei durchtrainierten Kerlen in einen heißen Whirlpool setzen. Vielleicht bildete er es sich in seinem berauschten Zustand nur ein, aber Gabriel wirkte ein wenig enttäuscht; seine Schultern sackten sogar etwas nach unten.
Klar, versteh ich. Wir sehen uns aber Morgen?“
J-Ja“, brachte Louis überfordert heraus.



Bis Morgen, Louis“, Dante kam zu ihm und klatschte ihn grinsend ab. Der Blondschopf sah dem Trio nach, etwas perplex über das, was er da gerade gehört hatte. Bis Morgen? Sie hatten tatsächlich vor weiterhin Zeit mit ihm zu verbringen und das obwohl er kaum Interesse an Sport hatte und längst nicht so machohaft wie der Rest der Clique war.

Lag es nur am Geld? Oder mochten sie ihn wirklich? Bei Dante mochte es am Handy liegen, aber Gabriel? War er auch nur wie alle Anderen?


*************



Wenn ihr bis hierher gelesen habt, herzlichen Glückwunsch, ihr habt die Einleitung von "...und dann kam Louis" hinter euch gebracht.
Wir widmen uns nach den ganzen Charaktereinführungen also dann endlich der Hauptstory


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Geändert von Heals (14.02.2017 um 18:19 Uhr)
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Alt 15.02.2017, 17:43   #41
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Und schon geht es weiter (für mich ist es auf alle Fälle »schon« ).

Zitat:
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Natürlich sind High School Punks nicht von Natur aus böse.
Ich meinte damit auch nicht, dass er aufgrund seines, ich nenn’s mal Stereotyps unbedingt böse sein muss, aber ich hätte gedacht, dass einer wie er einen Louis verprügelt, wenn der ihm sein Handy zerstört, auch wenn er ein neues bekommen soll. Einfach aus Prinzip, wegen Ehre und so, weil niemand es wagen darf, einem Dante blöd zu kommen.
Anscheinend hat Louis ihn aber besser eingeschätzt, was den Materialismus angeht.

Im Großen und Ganzen scheint Louis aber schon gut Anschluss gefunden zu haben. Bei den Mädchen sogar zu guten. Ich frage mich, wie lange er sich noch rausreden kann, warum er keines ein wenig näher an sich ranlassen möchte – im letzten Kapitel war es ja bereits ziemlich schwierig für ihn. Vielleicht nimmt er sich mal eine Alibifreundin, was einerseits sein könnte, weil er ja sehr logisch denkt, andererseits aber überhaupt nicht zu ihm passen würde, da er so das Mädchen unweigerlich ausnützen und verletzen würde. Mal ganz abgesehen davon, wie anstrengend und kraftraubend das wäre.
Und Kitty wäre wohl auch nicht so begeistert. Mich wundert sowieso, was eigentlich sie dazu sagt, dass Louis mit der Sportlerclique abhängt. Bestimmt ist es auch nicht einfach für sie, zu sehen, dass der Neue, der sich anfangs für sie als Person zu interessieren schien, auch in die Fänge der In-Clique gerät …
Louis wird ihr wohl nicht die kalte Schulter zeigen, aber es stellt sich die Frage, ob sie das weiß und wie sehr es sie kümmert.

So, wenn das erst die Einleitung war, bin ich natürlich sehr gespannt, wie die Hauptstory wird. Ich hoffe, dir geht’s bald wieder besser.
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Alt 20.02.2017, 11:05   #42
Heals
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Kapitel 7 - Unvergesslich

@Thalassa

Mh mir gefällt deine Überlegung bezüglich Dante. Mal sehen, wann mein kleiner Punker den Drang bekommt den Starken zu markieren. Vermutlich früher als geplant Aber zum Glück ist da immer noch Gabriel, unser Parade-Gutmensch. Was Kitty zu dem Ganzen sagt, erfährst du jetzt!

*************




Louis und Kitty hatten sich nach der Schule bei dem Mädchen getroffen, um die warme Sonne zu genießen und gemeinsam Biologie-Hausaufgaben zu machen. Zwischen ihnen im Garten der Marshalls stand ein altes Radio, direkt beim alten Klettergerüst. Das Graffiti an der Hauswand war bereits entfernt worden und nur noch in der Erinnerung auffindbar.




Die Sommer in Windenburg waren definitiv schöner als die in der Stadt, das konnte Louis nicht leugnen. Das viele Grün und die Ruhe waren auch etwas, was ihm gefiel. Er würde doch nicht spießig werden? Tatsache war aber, dass er hier im Viertel, am Ende der Sackgasse, wirklich entspannen konnte.



Da waren sogar die nervigen Hausaufgaben bloß eine unschöne Nebensache. Louis machte immer wieder Pausen um das Gesicht gen Sonne zu richten und tief einzuatmen. Kitty schien das zu belustigen. Sie grinste ihn an. „Du tust glatt so, als hättest du noch nie frische Luft eingeatmet.“

Ich mag euer Haus und die Gegend“, ihm gefiel es sogar besser als die moderne Villa, die seine Mutter sich hier gekauft hatte. Louis legte seinen Stift beiseite und beschloss, dass es für heute mit dem Büffeln reichte. Kitty ließ sich das natürlich nicht zweimal sagen – das Mädchen lebte was schulische Leistungen anging, mit Vorliebe nach dem Minimal-Prinzip.
Lass das nicht deine neue Clique hören!“, ärgerte sie ihn gleich.



Kitty war natürlich nicht entgangen, dass Louis mit Gabriel und Co. den Abend im Club verbracht hatte. Er schnitt ihr eine Grimasse. Verheimlichen wollte er seine Gedanken zwar nicht, aber gleichzeitig wollte er ihr auch nicht auf die Nase binden, dass er das alles nur machte, weil er Gabriels Anwesenheit irgendwie nicht widerstehen konnte. Er konnte sich Kittys Miene vorstellen, wenn er ihr das eröffnete. Mit Sicherheit wäre sie vor Begeisterung vom Stuhl gerutscht.

Eigentlich waren sie alle ganz nett zu mir. Ich weiß, du magst sie nicht und die Mädels sind vielleicht auch etwas zickig, aber-“
Louis“, winkte sie ab. „Du musst dich nicht rechtfertigen.“
Er biss sich auf die Lippe. Er hatte schon geahnt, dass Kitty nicht begeistert sein würde, aber dass sie ihn so kalt abwies, tat ein bisschen weh. Immerhin hatte er keine Freundschaftsbändchen mit irgendwem ausgetauscht und er hatte auch keine Bestätigung, dass Mia und ihre Freundinnen das Graffiti an die Wand gesprüht hatten. Tatsächlich hatte die Clique ihn mit einer so entwaffnenden Herzlichkeit empfangen, dass es sehr schwer wurde, die Leute nicht zu mögen.



Du bist sauer“, stellte er also das offensichtliche heraus.

Nein“, Kitty zückte plötzlich ihr Handy und hielt es ihm unter die Nase. Mit verwirrtem Blick schaute Louis auf ein Foto von ihr und Elena, wie sie sich umarmten und sogar dasselbe Oberteil trugen. Sie strahlten in die Kamera wie zwei Schwestern; sie wirkten glücklich. Es war Kittys Hintergrundbild.



Du-“, setzte er überrascht an.
Kitty musste noch immer grinsen – diesmal erreichte es allerdings nicht ihre Augen. Sie steckte das Handy wieder ein. „Ich habe auch mal zur Clique gehört. Das hast du nicht gedacht, was? Das verrückte Emo-Mädchen, das mit den reichen Kids rumhängen darf?“

Was ist passiert?“

Elena und ich waren mal die besten Freundinnen. Kurz nach der Aufnahme dieses Fotos haben wir uns allerdings furchtbar gestritten und seitdem kein Wort mehr miteinander geredet.“ Nun wirkte sie niedergeschlagen. So sehr, dass Louis nach ihrer Hand griff, aber sie zog sie weg und stand auf.



Wir haben alles zusammen gemacht. Ich habe mich nie für Parties und Cheerleading interessiert, aber ihr war es egal. Ich habe Fotos gemacht, sie hat Modell gestanden. Wir haben stundenlang über alte Filme gequatscht oder zusammen gekocht...“, sie fuhr sich durch die pinken Haarsträhnen. „Und irgendwann... kam ich auf die dämliche Idee ihr zu sagen, dass ich mich in sie verliebt habe.“







Louis' Herz begann schneller zu schlagen. Er hätte niemals damit gerechnet, dass Kitty und Elena mal so viel verbunden hatte. Schließlich hatte seine Freundin nicht gerade nett über Elena gesprochen. Trotzdem hatte sie noch immer Elenas Bild auf ihrem Handy und trotzdem musste sie lächeln, wenn sie sich zurück erinnerte. Louis biss sich auf die Lippe. Er sagte nichts; vermutlich war es besser, wenn man Kitty selbst erzählen ließ.



Es war eine dumme Idee. Sie hat verständnisvoll geklungen, mir gesagt, dass sie Mädchen nun mal nicht so mag, wie ich sie mag. Am nächsten Morgen kam ich zur Schule und alle wussten es. Und alle lachten über mich. Ich habe sie natürlich zur Rede gestellt, hab geheult und gekreischt und ihr total die Szene gemacht“, Kitty wischte sich über die nun feuchten Augen und lachte selbstironisch. „Total kindisch. Sie hat so getan als ob nichts wäre. Seitdem hab ich nie wieder ein Wort mit einer diesen falschen Schlangen geredet.“



Trotzdem hast du noch ihr Foto auf deinem Handy.“
Ja“, sie blickte ihn offen an. „Und an meiner Pinnwand und auf meinem Nachtisch. Gefühle lassen sich eben nicht abstellen, egal ob einem das Herz gebrochen wird oder nicht“, Louis stand auf und wollte sie umarmen, aber Kitty drehte sich weg. „Schon gut. Du musst das nicht tun, weil du Mitleid hast. Du solltest nur wissen, dass das Graffiti Recht hatte und ich eine sch-scheiß L-Lesbe bin, bevor du weiter mit mir befreundet sein willst.“

Ist mir doch egal, du Idiotin. Nur dass du traurig bist, ist mir nicht egal“, er ignorierte ihre biestige Haltung und nahm sie trotzdem in die Arme. Kitty sträubte sich nur kurz, dann lächelte sie wieder. „Tut mir Leid. Ich bin nur so misstrauisch.“



Mach dir keine Sorgen“, versicherte Louis ihr. Er war ein wenig stolz, dass Kitty sich ihm gegenüber so geöffnet hatte. Sie tauschten einen Blick und er biss sich abermals auf die Lippe. Mit einem Mal verspürte er den Drang ihr ebenfalls alles zu erzählen. Er strich sich nervös die Hände an der Hose ab. „Du willst vermutlich nicht, dass ich weiter mit den Anderen rumhänge, oder?“



Kitty legte den Kopf schief und Louis musste schwer schlucken. Eine Geste, die sie plötzlich auflachen ließ. „Du magst Jemanden.“
W-Was?“
Von der Sportler-Clique. Du magst Jemanden.“
Wie kommst du denn darauf, so ein Unsinn...“, sprudelte es aus Louis heraus.

Kitty lachte: „Ha!“ Nun war sie wieder ganz die Alte. „Schon gut, du musst es mir nicht sagen. Ich finde es schon selbst raus. Aber wehe du versuchst mit Elena auszugehen!“, sie bohrte ihm den Zeigefinger gegen die Brust.



Louis blies sich empört Luft in die Wangen. „Du hast vielleicht Ideen.“
Ich bin quasi Expertin im Verliebtsein“, sie zuckte die Achseln und setzte sich wieder an den Tisch, wo ihre Hausaufgaben verstreut lagen. „Aber Louis: Diese Leute sind nicht unbedingt die Besten, wenn es darum geht, Geheimnisse für sich zu behalten. Also solltest du es vielleicht lieber Niemandem erzählen.“



Mit einem Mal kam dem Blondschopf in den Sinn, dass er Gabriel und Tristan eröffnet hatte, er würde Mia toll finden, was schlichtweg gelogen gewesen war. „Ja, natürlich nicht“, sagte er fast schon mit einem ertappten Tonfall.

Er konnte ja nicht ahnen, dass Kitty Recht behalten sollte...




*************


Ich bastel bei Zeiten mal eine Charakterübersicht für euch
Hoffe, es hat euch gefallen


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Kapitel 8 - Unwahrheiten



*************




Die letzten Tage war Louis selten vor dem Abend nach Hause gekommen. Sein Vater war noch immer in Dubai unterwegs, beruflich verstand sich und da er mit seiner Mutter Marie ohnehin nur aneckte, hatte er auch nicht viel ihre Gesellschaft gesucht. Doch als er heute nach Hause kam, konnte er Stimmen aus ihrem Esszimmer hören.


Erst glaubte er, sein Vater wäre wieder da, aber als er die grausame Popmusik hörte, die aus dem Raum drang und auch lediglich Frauenlachen ausmachen konnte, wurde er skeptisch. Einen Moment lang überlegte er, sich einfach in sein Zimmer zu schleichen, aber dann siegte die Neugierde und er öffnete die Tür.



Seine Mutter saß elegant gekleidet wie immer am Tisch, in der Hand einen Drink – auch wie fast immer – und erzählte mit strahlendem Lächeln von ihrem letzten Fotoshooting in Rio, von dem sie vor Kurzem erst wieder gekommen war. Doch das war es nicht, was ihn stutzig machte an diesem Bild. Nein, was wirklich grotesk war, waren die beiden Frauen, die hier bei ihm Zuhause saßen.

Die Eine war tatsächlich Mia Cicotelli, die einen Narren an ihm gefressen hatte, seit er erwähnt hatte, wer seine Mutter war und die Andere mochte ihre Mutter, Mrs. Cicotelli sein. Sie war etwas breiter gebaut als Mia, doch sie hatte die gleichen leuchtenden Augen und die gleichen, dunklen Locken.




Alle drei verstummten, als sie die Tür hörten. Seine Mutter sprang auf, das Glas noch immer in der Hand und umarmte ihn: „Louis, mein Schatz, schön, dass du da bist.“

Er blinzelte. Das war doch ein Scherz, oder? Was zur Hölle machte Mia hier und wieso nannte seine Mutter ihn Schatz? Ach, das war wohl eine Ausgabe ihres widerlichen Schmierentheaters. Andererseits...das Lächeln, das sie eben auf den Lippen gehabt hatte, hatte echt gewirkt. Und er hatte sie schon lange nicht mehr so lächeln gesehen. Der Gedanke versetzte Louis einen Stich. Er mochte mit ihr auf Kriegsfuß stehen, aber er wollte Marie nicht die Freude verderben, also erwiderte er die Umarmung und schaffte es sogar selbst zu grinsen.



„Na, habt ihr Spaß?“, fragte er. Es war für ihn ein Leichtes, sich nichts anmerken zu lassen – Louis war charismatisch und in einer surrealen, falschen Welt aufgewachsen. Er konnte genauso gut schauspielern wie seine berühmte Mutter.



Wir haben uns beim Tennis getroffen, Louis“, Mia wirkte total begeistert und sprang ebenfalls auf für ihn. Louis umarmte auch sie mechanisch, was sie mit einem verzückten Quietschen kommentierte. Sie schlang einen Arm um seine Hüfte: „Und uns so viel unterhalten, dass sie uns auf einen Drink hierher eingeladen hat. Deine Mutter ist wirklich wundervoll.“

Eine entzückende Tochter haben Sie da, Mrs. Cicotelli“, lächelte Marie Dubois. „Die beiden geben ein sehr niedliches Paar ab. Louis hat sich immer so schwer getan mit den Frauen.“
Die drei Frauen lachten und Louis spürte seine Wangen rot werden. Bevor er protestieren konnte, dass Mia überhaupt nicht seine Freundin war, antwortete Mrs. Cicotelli: „Und Mia immer mit diesen vielen Sportlerjungen...alles kein guter Einfluss. Und dann erzählt sie mir von dem wohlerzogenen, hübschen, neuen Schüler an ihrer Schule. Ich bin ja so froh.“

Mia wurde selbst rot und ließ Louis netterweise los, der rasch zu einem Stuhl stürzte, bevor sie auf die Idee kommen konnte, ihn erneut zu umarmen.



Ich bin müde“, mehr fiel ihm nicht ein, er war viel zu aufgebracht. Mit einer solchen Situation hatte er beim Nachhausekommen nicht gerechnet. „Viel Spaß euch noch.“
Sei kein Spielverderber, Louis. Warum zeigst du Mia nicht einmal dein Zimmer?“

Am liebsten hätte er seiner Mutter den Vogel gezeigt. Wenn Mia einfach nur eine nervige Tussi an seiner Schule wäre, wäre das alles kein Problem gewesen. Dann hätte er sie problemlos alle vor den Kopf gestoßen. Aber er mochte die Italienerin ja eigentlich ganz gut leiden, sah sie jeden Dienstag im Club und seit er mit den Jungs wie Gabriel und Dante ab und an Zeit verbrachte, war die ganze Angelegenheit um einiges komplizierter geworden. Er konnte sich nicht einfach heimschicken, so viel war klar. Dann würde er die ganze Clique gegen sich aufbringen.



Meinetwegen. Ist aber nicht aufgeräumt“, er schenkte ihnen ein lahmes Grinsen. Mia hakte sich bei ihm ein und sie verließen die Küche. Louis hüllte sich in Schweigen, bis sie oben angekommen waren.

Das Erste, was ihm auffiel, war, dass seine Mutter seine Klamotten weggeräumt hatte. Über so viel Kalkül hätte er fast die Beherrschung verloren. Sie wusste, dass Mia heute hier in sein Zimmer kommen würde. Diese Frau machte ihn noch wahnsinnig.




An der Wand Karten von New York, Postkarten, alte Fotos, sein Stundenplan – ein ganz normales Teenager-Zimmer. Alles Verdächtige steckte ja auch in seinem Kissenbezug seitdem die Schule angefangen hatte. Er schloss die Tür hinter Mia und verschränkte die Arme vor der Brust. Obwohl er Herzklopfen hatte, versuchte er souverän und cool zu bleiben. Er durfte sich bloß nichts anmerken lassen: „So, so – seit wann sind wir denn ein Paar?“



Mia kicherte: „Nimm die doch nicht so ernst, Louis“, sie knuffte ihm spielerisch in die Seite und ging an ihm vorbei. Ohne Scheu ging sie zu seinem Kleiderschrank und öffnete ihn, begutachtete seine teure Garderobe. „Ich wusste, dass du einen guten Geschmack hast“, sie seufzte verzückt auf. „Kauft deine Mutter dir das alles?“, bevor er antworten konnte, hatte sie sich schon wieder zu ihm herumgedreht. „Sie ist wirklich toll. Ich freue mich total, dass ich sie mal kennenlernen durfte.“



Das war es, weshalb Mia ihn so mochte und hinter einer Freundschaft her war. Sie hatte ihr Ziel erreicht und gemeinsam mit dem Supermodel Marie Dubois Wein getrunken und den Abend verbracht. Wenn das alles wäre, hätte Louis das klaglos ertragen. Doch er bezweifelte, dass es hier enden würde. Mia mochte witzig sein, wenn man sich mit ihr unterhielt, doch gerade jetzt, wo er so viel Zeit mit Kitty verbrachte, kam ihm Mias materielle Welt immer fremder vor – eigentlich Quatsch, wo er doch sein ganzes Leben in dieser verbracht hatte.


Trotzdem hinterließ jede Begegnung mit der Clique allmählich einen schalen Beigeschmack. Würde er die Jungs dort nicht so mögen, besonders Gabriel, dann würde er sie vermutlich ganz meiden. „Was schaust du denn so, Louis?“, sie zog einen Schmollmund und trat näher an ihn heran.



Er konnte spüren, dass er rot wurde. Gerade realisierte er, dass er sich mit Mia Cicotelli alleine in seinem Zimmer befand und er wollte ihr auf keinen Fall falsche Signale senden. Aber sie schien sein Erröten bereits falsch zu deuten, denn nun griff sie nach seinen Händen und lächelte.
Ach, ich hatte nur nicht mit dir gerechnet, um ehrlich zu sein“, wand er sich und hätte am liebsten die Hände fortgezogen, doch er rührte sich nicht.


Du musst dir jedenfalls keine Sorgen machen“, sie lachte auf und ließ ihn wieder los. Louis verkniff sich den Drang, erleichtert aufzuseufzen. „Ich bin keine, die sich eine Beziehung einbildet, nur weil man sich gut versteht“, Mia drehte sich wie so oft eine Locke um den Finger. „Lass unsere Eltern einfach reden – sollen sie doch, solange wir wissen, dass wir gute Freunde sind, oder?“

Er lächelte sie dankbar an. Offenbar hatte er da viel zu viel rein interpretiert. Es mochte ja Mädchen geben, die einfach so anhänglich waren und wo es nichts zu bedeuten hatte. Er kannte sich da auch nicht so aus. Jedenfalls stand ihm die Erleichterung deutlich ins Gesicht geschrieben.



„Ich nerve dich dann auch nicht weiter. Wir sehen uns morgen eh in der Schule“, sie war schon fast bei der Tür, da drehte sie sich noch einmal um. „Aber Louis, ich hab eine Frage.“

Ja?“, er war ihr gefolgt, einfach nur, weil er es kaum erwarten konnte, hinter ihrem hübschen Lockenkopf die Tür zuzuschlagen und diesen Tag zuende zu bringen.

Dante hat mir gesagt, dass du mich magst“, natürlich hatte er das, dachte Louis matt. Er war ja auch so dämlich gewesen, das vor den Jungs zu behaupten. Es war ausgiebig breitgetreten worden unter den Jungs und er musste sich jedes Mal was anhören. Seit Mias Bruder Dante das Handy von ihm bekommen hatte, schien er leider auch nichts mehr dagegen zu haben, würde er etwas mit seiner Schwester anfangen. „Ich...wollte nur fragen, ob es stimmt oder ob mein Bruder mich wieder verschaukelt. Das macht er nämlich gerne mal.“

Louis blickte zu ihr hinab. Was sollte er antworten? Wenn er sagte, dass Dante sie belogen hatte, würde sie ihren Bruder sicherlich damit konfrontieren und er würde sofort auffliegen. Aber er konnte sie unmöglich anlügen. „Naja...“, druckste er herum. Auf einmal war sein Charisma wie weggeblasen. Louis war schlichtweg überfordert mit der Situation.



Also...ähm...ich...du bist sehr hübsch und äh ich mag dich.“ Bevor er 'als Freundin' hinzufügen konnte, hatte sie schon ihr typisches Quietschen ausgestoßen und die Arme um seinen Hals geschlungen. Louis stolperte einen Schritt zurück, als Mia sich streckte und ihm einen Kuss auf die Lippen drückte.

Der Blondschopf erstarrte, dann hob er die Hände, ohne zu wissen, was er tun sollte. Er berührte ihre Haare und wollte sie wegschieben, da löste sie sich von ihm. Sie lächelte ihn fast schon schüchtern an – was für eine Farce, sie war alles Andere als schüchtern und das wussten sie beide – dann sagte sie: „Schlaf schön, Louis. Bis morgen!“, und verließ das Zimmer mit roten Wangen.



Louis blieb allein zurück. Sein Herz raste noch immer; dann spürte er, dass seine Augen sich mit Tränen füllten. Er schrie auf und ließ die Faust gegen die Wand neben der Tür krachen. Verdammter Mist, dachte er und schluchzte auf. Wieso hatte er es soweit kommen lassen? Wie sollte er aus dieser Nummer wieder rauskommen? Er hatte nicht gewollt, das Jemand die Wahrheit über ihn herausfand und sich deshalb verstellt. Was für eine dumme Idee. Sollte er nun anfangen mit Mia auszugehen?


Das machte keinen Sinn. Er war in New York doch immer für die Schwulenrechte eingestanden. Wieso belog er sich jetzt selbst so? Wieso betrog er sein eigenes Weltbild? Er musste an Kittys Worte denken: „Du solltest nur wissen, dass ich eine scheiß Lesbe bin“, sie war abgelehnt worden, aber sie stand dazu. Wie konnte er all diese reichen Kids für ihre Oberflächlichkeit verachten, wenn er doch selber kein Stück besser war?



Er hatte sich verraten und noch viel schlimmer...er hatte zugelassen, dass Mia ihm seinen ersten Kuss stahl.
Einfach so – für sie war er nur einer von vielen, ein aufregender, neuer Mitschüler. Er hatte sich vorgestellt, Gabriel würde ihn irgendwann hier in diesem Zimmer küssen. Nicht irgendein dummes Cheerleader-Mädchen.



Louis wurde von Selbsthass übermannt, nahm sein Kopfkissen und schüttelte die alten Fotos von seinen damaligen Freunden heraus. Mit zitternden Fingern zerriss er sie. Er hatte es gar nicht verdient sie zu besitzen, wo er sich doch so verleugnete. Kaum sah er mit verweinten Augen auf die Schnipsel am Boden, bereute er seine Tat schon wieder. Rastlos fuhr er sich durch das blonde Haare. Tränen rannen seine schmalen Wangen hinab.



Kitty“, flüsterte er leise in das leere, dunkle Zimmer. Sie würde ihn verstehen. Sie würde ihm helfen. Gleich Morgen würde er mit ihr reden. Nein, am besten Jetzt sofort. Er griff nach seinem Handy, nur um zu sehen, dass Mia ihm geschrieben hatte.


Hast du Lust auf einen Ausflug zum Strand morgen Abend? Ohne die Clique. Kuss, Mia.



Er warf sein Handy auf die Matratze, ohne zu antworten und sank aufs Bett. Er hatte einen furchtbaren Fehler gemacht. Louis verfluchte diese Stadt. Diese verdammte Stadt, die ihn vergiftet hatte mit ihrer schönen Fassade.

Und seine Mutter, die ihn gezwungen hatte, herzukommen.

Aber am meisten verfluchte er sich selbst, weil er sich all das eingebrockt hatte, alles nur, weil er nicht den Mut gehabt hatte, zu sich selbst zu stehen


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So, wurde ja auch Zeit für ein wenig Drama.
Über Feedback würde ich mich freuen
Schönes Wochenende, euer Heals

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...und dann kam Louis
~
Und mein Herz ertrinkt

In dem Meer der Traurigkeit ~
letztes Update: 24.02.2017

Geändert von Heals (Gestern um 13:10 Uhr)
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Alt Gestern, 13:49   #44
s.u.n.n.ii
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Benutzerbild von s.u.n.n.ii
 
Registriert seit: Aug 2016
Ort: Windenburg
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Wieder ein sehr tolles Kapitel und wieder schön flüssig geschrieben - man kann sich richtig in diese unangenehme Situation von Louis hineinversetzen ... der Arme
Aber es war ja auch irgendwie abzusehen, vor allem weil Kitty im Kapitel davor so was ja schon geahnt hat - da hat Louis einfach nur gesagt er mag Mia und schwupp, schon macht das die Runde. Wie will er denn das Ganze jetzt weiter laufen lassen ohne sich outen zu müssen? Ich finde schon, das er sich dem stellen sollte, andererseits versteht man ja auch seine Zweifel, das er von der Clique wie Kitty ausgestoßen wird, aber um ehrlich zu sein, würde ich lieber mein Leben so leben wie ich es will und sei es drum, das diese sogenannten "Freunde" mich ausgrenzen - das sind dann im meinen Augen keine Freunde, wenn sie einem nicht so akzeptieren wie man ist.
Ich bin gespannt, wie es hier weiter geht Schönes Wochenende
s.u.n.n.ii ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt Gestern, 14:31   #45
Jillia
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Registriert seit: Okt 2013
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Woah, das ist aber wirklich eine blöde Situation

Klar könnte er dazu stehen schwul zu sein aber er hat ja Interesse an Gabriel. Wenn er dann mit seinem Outing Mia vor den Kopf stößt, ist bestimmt Dante sauer und Gabriel vielleicht noch dazu. Immerhin hat er ja, unbeabsichtig, gelogen was seine Gefühle für Mia angehen. Zumindest kann ihm das von der Clique so vorgeworfen werden. Im Grunde ist ihm der Großteil der Clique eh egal aber Gabriel halt nicht und der gehört nunmal dazu.

Das wird jetzt wirklich spannend.
Jillia ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt Gestern, 16:52   #46
Nikita22
Member
 
Registriert seit: Sep 2016
louis sollte sich treu bleiben und mia sagen, dass er kein interesse an ihr hat. sonst würde er sich verstellen und beide wären am ende nicht glücklich.
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