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Alt 28.01.2017, 01:37   #701
Taurec
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Alt 28.01.2017, 12:42   #702
Susa56
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Ein linker Wähler wählt sicher nicht Grün oder CDU, das denke ich auch.
Um Grün zu wählen bedarf es einer grundlegenden ökologischen Einstellung, sollte zumindest so sein. Und CDU ist nun mal Rechts oder Rechts-Mitte.
Linke Wähler entscheiden sich wohl direkt für die Linke.

Ich halte Schulz auch nicht für den optimalen Kanzlerkandidaten der SPD, aber wen nehmen, da bin ich auch überfragt. Die SPD müsste grundsätzlich einmal sorgfältig überdenken, wofür sie denn noch steht und was ihre Ziele sind. Auf ewig ein Anhängsel der CDU in einer GroKo zu bleiben kann ja wohl kaum ihre Intention sein.
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Alt 28.01.2017, 15:50   #703
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Zitat:
Zitat von Susa56 Beitrag anzeigen
Ein linker Wähler wählt sicher nicht Grün oder CDU, das denke ich auch.
Um Grün zu wählen bedarf es einer grundlegenden ökologischen Einstellung, sollte zumindest so sein.
Tendentiell sehe ich die Grünen eher links als rechts. Die meinte ich mit meinem Einwurf auch nicht.

Zitat:
Und CDU ist nun mal Rechts oder Rechts-Mitte.
Eben. Normalerweise würde sich ein echter Sozialdemokrat eher ein Bein abbeißen als schwarz zu wählen.

Zitat:
Linke Wähler entscheiden sich wohl direkt für die Linke.
Das ist das Problem: Die aktuelle Linke ist vielen zu weit links, ihre Forderungen und Vorschläge auch nicht wirklich immer realpolitisch machbar oder sinnvoll. Man kann auch für mehr soziale Gerechtigkeit stehen, ohne gleich den Sozialismus oder Kommunismus auszurufen.

Genau das wäre eigentlich die Position der SPD. Da steht sie aber bereits seit über 20 Jahren nicht mehr, seit Lafontaine abgeschossen und Schröder Spitzenkandidat wurde. Oft habe ich sogar den Eindruck, dass sie weiter nach rechts gerückt ist als die CDU.

Ich kann mich schon gar nicht mehr erinnern, wann zuletzt von der SPD ernsthaft gefordert wurde, den Ärmsten der Armen ein annähernd menschenwürdiges Leben zu ermöglichen und die Reichsten, die im Jahr mehr verdienen als 1000 Normalverdiener in ihrem ganzen Leben verfressen können, mal entsprechend ihren Möglichkeiten am Sozial- und Staatshaushalt zu beteiligen. So unausgewogen wie jetzt waren die Verhältnisse nicht einmal im tiefsten und dunkelsten Mittelalter.

Zitat:
Die SPD müsste grundsätzlich einmal sorgfältig überdenken, wofür sie denn noch steht und was ihre Ziele sind. Auf ewig ein Anhängsel der CDU in einer GroKo zu bleiben kann ja wohl kaum ihre Intention sein.
Dafür müssten erst wieder Köpfe wie Brandt, Schmidt, Wehner und Lafontaine hochkommen. Die Schröder-Seilschaft hat das S im Parteinamen so gründlich abgeschafft, dass es keiner der Wirrköpfe mit real-sozialdemokratischen Ideen von der Basis auch nur in die Nähe der Führungsebene schafft.

Eigentlich ist die SPD komplett überflüssig geworden. Ich weiß nicht, welche Wähler eine Perspektive darin sehen, einer Umfaller-Partei, die für gar nichts steht außer dem willfährigen Anpassen ihrer Ziele an die Forderungen des jeweiligen Koalitionspartners, eine Stimme zu geben.
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Alt 29.01.2017, 07:24   #704
Thekla
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Ähm... ernsthaft?
Nee, natürlich nicht. In meinem Kopf stand da statt CDU noch die Linke... Sorry!
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Geändert von Thekla (29.01.2017 um 07:43 Uhr)
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Alt 01.02.2017, 10:57   #705
Mathe Man
 
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Irgendwie finde ich das langsam beängstigend im Hinblick auf die kommende Bundestagswahl. Die eindeutige Identifizierung von Personen aus öffentlich zugänglichen Daten ging groß durch die Presse, ein wenig mehr Hintergrund dazu wurde auch auf der letzten CCC präsentiert: C3TV - Build your own NSA
In Kombination mit dem Artikel über die psychologische Eingruppierung von Personen dürfte wohl klar sein, das auch unsere liebe AFD (die einzige Partei die nicht auf Online-Marketing verzichten möchte) diese Methoden auch einsetzen wird: Das Magazin - Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt
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Alt 15.02.2017, 01:15   #706
The Wolf
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Wird er standhalten oder nicht?

Ich spreche vom OROVILLE - Staudamm im nördlichen Kalifornien, der seit Tagen zu brechen droht. Bricht dieses Bauwerk, droht dem Norden Kaliforniens eine Katastrophe, die die Ausmaße des großen Erdbebens von 1906 erreichen kann.
Zur Gefahrenabwehr wurden am 13. Februar 2017also vor 2 Tagen, nahezu 200 000 Menschen am Unterlauf des Feather River evakuiert. Der Oroville - Staudamm, der größte und höchste in den USA, ist momentan außer Kontrolle, die Maßnahmen zu seiner Stabilisierung erinnern fatal an die Sicherungsmaßnahmen nach dem Atomunfall in Tschernobyl. Viel Action, viele Ideen, aber eigentlich können die Oparateure nur abwarten, was die nächsten Tage bringen. Neue schwere Regenfälle sind angekündigt für Donnerstag, und dadurch wird die Schneeschmelze in der Sierra Nevada, einem der schneereichsten Gebiete der Erde, nahezu explosionsartig in Gang gesetzt - mit fatalen Folgen für Staubauten. Momentan geht die bange Frage um: Was passiert in drei, vier Tagen, wenn das nächste schwere Regengebiet Kalifornien trifft und über die Sierra Nevada zieht?

Und darum gehts:

Als die Welt noch in Ordnung war: Die Damen vom Staatlichen Wasserdienst erklären staunenden Touristen, wie es geht, das Wasserlassen. Der Film stammt von 2016, als man den von jahrelanger Dürre geplagten Kaliforniern zum ersten Mal zeigt, wie kontrolliert Wasser abgelassen wird - na dann: WASSER MARSCH!

https://youtu.be/MRS_hirpYzU


Mittlerweile hat sich die Lage dramatisch verschärft: Der Not-Überlauf ist teilweise zerstört und weggespült, und vor zwei Tagen trat der Stausee massiv und auf breiter Front über die Überlaufmauer. Dabei gab es schwere Erosionsschäden, die die Mauer schwächen (können). Aus diesem Grund wurden am 13./14. Februar nahezu 200 000 Menschen evakuiert. Momentan ist der Damm stabil, aber das kann in zwei, drei Tagen schon wieder anders aussehen. Übersteht der Damm noch so eine Flutwelle?

https://youtu.be/_Kqk3XgKLoQ


Ich habe mich gerade entschlossen, noch einmal Material nachzulegen:
Der folgende Hubschrauber - Film entstand vor 3 Tagen und zeigt den Staudamm in seiner schwersten Stunde. Wasser läuft in breiter Front nicht nur im Notüberlauf, sondern auch auf Hunderte Meter Breite über die Mauer und sucht sich unkontrolliert seinen Weg. Es sind schwere Erosionsschäden unterhalb zu sehen. Mindestens eine der Erosionsrisse hat sich dem Mauerfuß bis auf wenige Meter genähert. An diesem Punkt angekommen riefen die Behörden die Evakuierung von 200 000 Anwohnern aus. Ich zeige Euch das, weil ich selbst als Geologe so etwas Dramatisches gesehen habe. Es stand (und steht immer noch) auf der Kippe, ganz egal, was die Verantwortlichen sagen. Die Situation ist stabil, das Bauwerk und das Kraftwerk sind schrottreif - und das nächste Regengebiet naht...

https://www.youtube.com/watch?v=EQSUJGzjmAI&t=1497s
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Geändert von The Wolf (15.02.2017 um 02:02 Uhr)
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Alt 15.02.2017, 09:58   #707
Mathe Man
 
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Zitat:
Zitat von The Wolf Beitrag anzeigen
Der folgende Hubschrauber - Film entstand vor 3 Tagen und zeigt den Staudamm in seiner schwersten Stunde. Wasser läuft in breiter Front nicht nur im Notüberlauf, sondern auch auf Hunderte Meter Breite über die Mauer und sucht sich unkontrolliert seinen Weg. Es sind schwere Erosionsschäden unterhalb zu sehen. [...]
Also der betonierte Ablass ist der normale Ablass zum regulieren des Wasserstandes. Die Mauer links daneben ist der Notüberlauf und die eigentlich Staumauer ist im zweiten Video gut zu sehen etwas weiter den Fluss hoch wo sich auch das Wasserkraftwerk befindet. Warum es aber hinter einen Notüberlauf zu solchen Erosionsschäden kommt ist etwas unverständlich, da sollte das Wasser eigentlich auch einigermaßen kontrolliert ablaufen was es aber nicht tut.

Erinnert irgendwie an Dresden, als man etwas zuviel Wasser in den Staubecken hatte um einen Starkregen zurück halten zu können. Hier wurde wohl mit der nächsten Dürre gerechnet...
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Alt 15.02.2017, 10:05   #708
sims-2-spieler
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Der Überlauf ist kein Notüberlauf, sondern die planmäßige Hochwasserentlastung, die jeder Staudamm haben muss. Der Notüberlauf ist die nicht regelbare Mauer links von der Entlastung, die auch keinen Erosionsschutz unterhalb hat. Er wurde nach dem ersten Bruch der Schussrinne kurz in Betrieb genommen, aber gleich wieder außer Betrieb, weil die Erosion am völlig ungeschützten Hang noch viel stärker war als an der gebrochenen Rinne, und die Gefahr der Unterspülung der Mauer bestand.

Es gibt da keine wirkliche Staumauer. Der eigentliche Damm ist ein Erdschüttdamm und liegt weitab von der Rinne. Seine Standfestigkeit ist bis jetzt kein bisschen gefährdet. Der Notüberlauf ist eine Betonmauer, liegt aber nicht auf dem Damm, sondern einem natürlichen Bergrücken. Beim Damm selbst besteht keine Überströmungsgefahr, weil seine Krone über 10m höher als der Notüberlauf liegt, und auch keine Unterspülungsgefahr, weil sowohl die regulierte Hochwasserentlastung als auch der Notüberlauf das Wasser vom Damm wegleiten.

Ebenfalls auf diesem Bergrücken liegt/lag die Schussrinne der Hochwasserentlastung. Deshalb müssen noch viele Kubikmeter Erdreich weggespült werden, bevor es wirklich kritisch wird. Der eigentliche Damm wäre längst weggespült, aber der Bergrücken hat mehr als das zehnfache Volumen des Damms. Solange der restliche Teil der Schussrinne hält, wird die Erosion nicht so weit zurückschreiten, dass der Bergrücken bricht.

Die Situation ist zweifellos kritisch, aber noch lange kein Grund zur Panik, und schon gar kein Grund für Weltuntergangsszenarien. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird die Katastrophe nicht eintreten.

Die "Reparatur" des Bergs wird natürlich Milliarden kosten, und wahrscheinlich wird im Zuge dieser Reparatur eine weitere regelbare Hochwasserentlastung mit geringerer Geschwindigkeit gebaut werden. Die jetzige Entlastung ist bzw. war über 900m lang und hatte ein mittleres Gefälle von 20% ohne Bremsblöcke. Erst ganz unten am Ende der Rinne, vor dem Eintritt in das Flussbett, waren Bremsblöcke eingebaut. Die enorme Geschwindigkeit, die das ungebremste Wasser in der Rinne erreichte, dürfte der Grund für die Betonerosion gewesen sein.

Ein Vorteil des Feather River Valley ist, dass der Fluss genau bei Oroville aus dem Gebirge austritt und ab da das Tal sehr breit und flach wird. Unmittelbar bedroht ist also weitgehend die Stadt Oroville. Weiter flussabwärts kann das Wasser kilometerweit in die Breite gehen und sich flach in landwirtschaftlichen Flächen verlaufen. Die größeren Städte unterhalb, vor allem die kalifornische Hauptstadt Sacramento, müssen deshalb keine gefährlich hohe Welle erwarten.

Falls es doch zum Bruch kommen sollte, sind die langfristigen Folgen weitaus kostspieliger als die unmittelbaren. Ohne das Wasser des Stausees ist die intensive Bewirtschaftung des Tals nicht möglich. Schon bei Oroville ist das natürliche Bett des Feather River normalerweise fast leer, zeitweise nur ein dünnes Rinnsal. Fast das gesamte Wasser wird an einem Ausleitungsdamm in weit verzweigte Bewässerungskanäle abgeleitet. Wenn diese Bewässerung nicht mehr gesichert ist, übersteigen die Folgekosten die unmittelbaren Kosten eines Dammbruchs um ein Mehrfaches. Die Region würde einen großen Teil ihrer Einwohner verlieren, mehr als die 200.000, die jetzt sicherheitshalber das unmittelbare Gefahrengebiet räumen mussten. Das wäre die eigentliche Katastrophe, nicht das plötzlich auslaufende Wasser.

Zitat:
Zitat von Mathe Man Beitrag anzeigen
Also der betonierte Ablass ist der normale Ablass zum regulieren des Wasserstandes.
Viel kann damit nicht reguliert werden, weil die Sohle des Überlaufbauwerks nur knapp unter dem höchsten Stauziel liegt. Die normale Wasserstandsregulierung geschieht über den Grundablass in der Nähe des Damms.

Zitat:
Die Mauer links daneben ist der Notüberlauf
Richtig, und das Problem ist, dass er seine Aufgabe nicht wirklich erfüllen kann, weil seine Gründung so gut wie nicht gegen Erosion durch überlaufendes Wasser geschützt ist. Da muss dringend nachgebessert werden, wenn die Situation überstanden ist.

Das Folgeproblem, das sich daraus ergibt, ist, dass eine Unterspülung unter allen Umständen verhindert werden muss, weil die Gründung dieser Mauer auf fast derselben Höhe wie die Sohle der Hochwasserentlastung liegt. Wenn die Mauer einmal unterspült wird, kann der Wasserspiegel nur noch über den Grundablass gesenkt werden, nicht mehr über die Hochwasserentlastung. Das überlaufende Wasser würden den Bergrücken erodieren und sich immer tiefer einschneiden.

Zitat:
und die eigentlich Staumauer ist
... keine Mauer, sondern ein Damm.

Zitat:
Warum es aber hinter einen Notüberlauf zu solchen Erosionsschäden kommt ist etwas unverständlich, da sollte das Wasser eigentlich auch einigermaßen kontrolliert ablaufen was es aber nicht tut.
Die Betonrinne wurde durch das Wasser etwa an der Stelle, an der die Rinne in ihr größtes Gefälle übergeht, wegerodiert. Ob allein die Geschwindigkeit des Wassers oder schon vorher vorhandene Risse im Beton dafür verantwortlich waren, dürfte nachträglich kaum feststellbar sein. Die ursprüngliche Bruchstelle ist inzwischen komplett weggespült, und auch vom unteren Teil der Rinne dürfte nicht viel übrig bleiben, wenn die Wassermenge noch ein paar Tage anhält.

Mein Eindruck ist, dass die Kraft so schnellen Wassers gewaltig unterschätzt wurde. Die Rinne erzeugt eine fast laminare, ungebremste Strömung. Ein Querprofil der Rinne habe ich nicht gefunden, nur Gesamtdaten: 190m Gefälle bei etwa 900m Gesamtlänge. Da der untere Teil der Rinne deutlich steiler ist/war, liegt das Gefälle oberhalb der Bruchstelle zwar unter den mittleren 20%, dürfte das Wasser aber trotzdem auf rund 100km/h beschleunigen.

Zitat:
Erinnert irgendwie an Dresden, als man etwas zuviel Wasser in den Staubecken hatte um einen Starkregen zurück halten zu können. Hier wurde wohl mit der nächsten Dürre gerechnet...
Sollte eigentlich nicht. Im Winter und Frühjahr soll ca. 1/5 des Stauvolumens genau für solche Fälle wie jetzt freigehalten werden. Erst zum Ende der Schneeschmelze darf der See bis zum Stauziel gefüllt werden. Entweder wurde das nach den Dürren der letzten Jahre nicht gemacht oder die Wassermenge war größer als jemals in den letzten 100 Jahren.

In Deutschland war bis vor wenigen Jahren das Problem, dass die Betreiber der Trinkwassertalsperren nicht (auch) für die Hochwasserentlastung zuständig waren. Sie haben nicht einmal dann vorzeitig Wasser abgelassen, um die Scheitelwelle zu senken, wenn die nötige Wassermenge, um die Talsperre danach wieder zu füllen, bereits gefallen und und unterwegs zum Stausee war. Sie haben einfach abgewartet, bis das Stauziel erreicht war, und den gesamten Überschuss ungebremst ablaufen lassen. Dadurch kamen die Hochwasserwellen weder gedämpft noch zeitlich versetzt an den großen Flüssen an.

Das hat sich glücklicherweise inzwischen geändert. Im Winter muss ein Sicherheitsraum freigehalten werden, und bei anhaltenden Regenfällen im Einzugsgebiet muss bereits Wasser abgelassen werden, bevor die Hochwasserwellen der Zuflüsse bei den Stauseen ankommen. Diese Vorschrift ist aber relativ neu, AFAIK erst seit ca. 10 Jahren.
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Geändert von sims-2-spieler (15.02.2017 um 11:05 Uhr)
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Alt 15.02.2017, 12:08   #709
The Wolf
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Einen zusammenfassenden Bericht gibt es im Spektrum der Wissenschaft. Ihr könnt ihn hier lesen.

HÖCHSTER STAUDAMM DER USA BESCHÄDIGT
http://www.spektrum.de/news/hoechste...aedigt/1438138


In der Zwischenzeit haben die Menschen eine Verschnaufpause und konnten in ihre Häuser zurückkehren, sind aber angehalten, auf Informationen seitens der Behörden zu achten. Mit bangem Erwarten sieht man neuen Regenfällen entgegen.
Das Überschwappen -Lassen des Sees am Montag zu Dienstag war ein gefährliches Experiment ohne jegliche Erfahrung, nur hatten die Betreiber keinerlei Alternative. Die "Natur" hat ihren Weg genommen, der Mensch war nur Zuschauer. Das Wasser hat sich seinen Weg gebahnt und wird es wieder tun, wenn genügend zusammenkommt. Die Gefahr ist erst endgültig gebannt, wenn die Schneeschmelze in der Sierra Nevada zu Ende ist, in 2-3 Monaten also.
Die Erosionsschäden unterhalb der Notüberlauf - Mauer sind immens, ein zweites (unkontrolliertes) Überschwappen sollte in jedem Fall vermieden werden, falls Menschen das überhaupt in der Hand haben.




Und nun kommt die Politik ins Spiel:

-Gab es von Anfang an Konstruktionsmängel und Planungsfehler (durch Fehleinschätzungen etwa?)

-Ist der Staudamm korrekt bedient worden (Stichwort Defekt der Abflussrinne)

-Ist die Infrastruktur über Jahre und Jahrzehnte vernachlässigt worden, wie das in den USA (und auch bei uns) üblich ist?


Man darf gespannt sein. Ich hoffe, wir erfahren hier noch so einiges. Jedenfalls scheint die Entscheidung von Donald Trump, Quintillionen von Dollars in die amerikanische Infrastruktur stecken zu wollen, durchaus richtig sein.
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The Wolf ist offline  
Alt 15.02.2017, 13:43   #710
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Zitat:
Zitat von The Wolf Beitrag anzeigen
HÖCHSTER STAUDAMM DER USA BESCHÄDIGT
http://www.spektrum.de/news/hoechste...aedigt/1438138
DER DAMM SELBST IST WEDER BESCHÄDIGT NOCH GEFÄHRDET!

Nach so einer Bildzeitungsüberschrift lese ich gar nicht erst weiter.

Zitat:
Das Überschwappen -Lassen des Sees am Montag zu Dienstag war ein gefährliches Experiment ohne jegliche Erfahrung, nur hatten die Betreiber keinerlei Alternative.
Die Alternative war die, die schließlich auch gewählt wurde: Die Wassermenge durch die beschädigte Rinne wieder maximieren, um den Wasserspiegel nicht bis zum Notüberlauf steigen zu lassen, und die Erosionsschäden am Berg in Kauf zu nehmen.

Nichtsdestotrotz muss der Notüberlauf umfassend überarbeitet werden, denn was da kurzzeitig passiert ist, war nur ein Bruchteil seines Sollbetriebs. Wenn die entsprechenden Wetterverhältnisse zusammenkommen, muss er ein Vielfaches der "Testmenge" ableiten können.
Zitat:
Die Gefahr ist erst endgültig gebannt, wenn die Schneeschmelze in der Sierra Nevada zu Ende ist, in 2-3 Monaten also.
Nein, die Gefahr ist bereits vorbei, wenn der freie Raum des Sees das Schmelzwasser und eventuelle zusätzliche Niederschläge auffangen kann.

Bevor der See unter die Hochwasserentlastung abgesenkt werden kann, muss aber zuerst ein neues Problem beseitigt werden. Der Kraftwerksablass beim Damm selbst musste geschlossen werden, weil durch das erodierte Material ein neuer Damm im Flussbett knapp oberhalb der Schussrinne entstanden ist und der Rückstau das Kraftwerksgebäude bedrohte.

Zitat:
Die Erosionsschäden unterhalb der Notüberlauf - Mauer sind immens, ein zweites (unkontrolliertes) Überschwappen sollte in jedem Fall vermieden werden, falls Menschen das überhaupt in der Hand haben.
Die Erosionsschäden am Hang unterhalb des Notüberlaufs sind unschön, aber nicht kritisch. Kritisch sind die Ausspülungen unmittelbar an der Mauer. Wenn die sich komplett unter der Mauer durchgraben, fließen mindestens 10 Höhenmeter des Sees unkontrollierbar ab, wahrscheinlich mehr, weil sich das Wasser eine Rinne graben würde.

Wenn der gesamte Hang gegen Erosion geschützt werden soll, muss da eine gewaltige Betonfläche angelegt werden. Da ist die Frage, ob man die Erosion, die nicht die Mauer selbst gefährdet, nicht in Kauf nehmen kann, durchaus berechtigt. Schließlich war es in 48 Jahren das erste Mal, dass überhaupt Wasser über diese Mauer lief. Wenn der Hang alle 50 Jahre rekultiviert werden muss, ist das immer noch besser als wenn da ständig eine kahle graue Betonfläche ungenutzt rumliegt.

Zitat:
Und nun kommt die Politik ins Spiel:

-Gab es von Anfang an Konstruktionsmängel und Planungsfehler (durch Fehleinschätzungen etwa?)
Ich tippe: Ja. Zumindest die Erosionskraft so großer Wassermengen mit so hoher Geschwindigkeit ist unterschätzt worden.

Die Frage ist, ob die Fehler schuldhaft gemacht wurden. Die Planungen des Damms stammen aus den 50ern, fertiggestellt wurde er 1969. Damals wusste man sicher weniger über Kavitations- und Erosionskräfte als heute. Dass der Damm in einer seismisch aktiven Zone steht, weiß man auch erst seit 1975. Bis dahin ist in dem Bereich kein nennenswertes Beben dokumentiert worden, und die Hauptverwerfung verläuft fast 200km weiter westlich.

Zitat:
-Ist der Staudamm korrekt bedient worden (Stichwort Defekt der Abflussrinne)
Nach allem, was ich bisher gelesen habe, war sie für diese Wassermenge ausgelegt. Die Frage beschränkt sich also darauf, ob der vorgeschriebene Retentionsraum von 20% des Gesamtvolumens tatsächlich freigehalten wurde, und ob der Grundablass maximiert wurde, als das Wasser zu steigen begann. Sowas vermeiden Kraftwerksbetreiber gerne mal, wenn sie die Erfahrung gemacht haben, dass das Wasser später im Jahr fehlt.

Zitat:
-Ist die Infrastruktur über Jahre und Jahrzehnte vernachlässigt worden, wie das in den USA (und auch bei uns) üblich ist?
Nicht auszuschließen, aber kaum noch zu beweisen, da alle eventuellen Vorschäden an der Rinne jetzt weggespült sind.

Zitat:
Man darf gespannt sein. Ich hoffe, wir erfahren hier noch so einiges. Jedenfalls scheint die Entscheidung von Donald Trump, Quintillionen von Dollars in die amerikanische Infrastruktur stecken zu wollen, durchaus richtig sein.
Der Damm ist ein rein kalifornisches Projekt. Kalifornien kommt auch ohne Trump ganz gut klar, so gut, dass ein paar Leute schon laut darüber nachgedacht haben, aus den USA auszusteigen.

Ich weiß nicht, wo die Trump-Politik wirklich Vorteile für das gemeine Volk und nicht nur für ein paar superreiche Trump-Amigos bringt. In Kalifornien würden ihn die meisten jedenfalls gern als Testballast für den nächsten Space X-Test nehmen.
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Alt 16.02.2017, 21:44   #711
The Wolf
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Sag mal, warum nimmst Du eigentlich jeden Satz von mir auseinander?
Und warum muss ein an sich unpolitischer Vorgang wie ein drohender Dammbruch im fernen Kalifornien zu so einer Eskalation führen? Ich glaube, das nervt nicht nur mich, sondern alle anderen potentiellen Leser dieses Threads auch. Oder sehe ich was falsch?
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Alt 16.02.2017, 22:12   #712
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Mich nervts auch. Mag mich hier schon gar nicht mehr zu irgendwas äussern. Versteh auch gar nicht, was ein drohender Dammbruch mit Politik oder Zeitgeschichte zu tun hat.
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Alt 17.02.2017, 01:41   #713
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Zitat:
Zitat von The Wolf Beitrag anzeigen
Sag mal, warum nimmst Du eigentlich jeden Satz von mir auseinander?
Ich nehme icht jeden Satz auseinander. Ich kommentiere genau die Aussagen, zu denen ich etwas zu sagen habe.

Zitat:
Und warum muss ein an sich unpolitischer Vorgang wie ein drohender Dammbruch im fernen Kalifornien zu so einer Eskalation führen?
Von was für einer Eskalation redest du? Die realistische Relativierung von Sensationsgeschrei ist keine Eskalation, sondern das genaue Gegenteil. Ich verfolge die Situation dort sehr genau, und sie ist keineswegs so ernst, wie die Sensationspresse sie darstellt.

Am Sperrbauwerk sind Schäden in Millionenhöhe entstanden, möglicherweise auch in Milliardenhöhe. Der Vorgang hat gezeigt, dass da Nachbesserungen nötig sind, um auf wirklich kritische Zuflüsse, die einen Notüberlauf unvermeidbar machen, in Zukunft vorbereitet zu sein. Und es ist sicher sinnvoll, auch andere Stauwerke daraufhin zu prüfen und eventuell neu zu berechnen. Aber die Katastrophe, die sich einige Sensationsjournalisten erhofft hatten, ist ausgeblieben und wird auch durch fortgesetzte Desinformation und das Berichten über nicht existente Gefahren nicht eintreten.

Was also stört dich an meinen Kommentaren? Dass die erhoffte aufgeregte "Wir werden alle sterben!"-Diskussion ausgeblieben ist?

Zitat:
Zitat von Susa56 Beitrag anzeigen
Versteh auch gar nicht, was ein drohender Dammbruch mit Politik oder Zeitgeschichte zu tun hat.
Wenn da wirklich ein vollständiger Dammbruch drohen würde, wäre das durchaus ein wichtiges zeitgeschichtliches Ereignis. Unterhalb des Damms liegt immerhin die Hauptstadt Kaliforniens, und das gestaute Gesamtvolumen würde da trotz aller Ausgleichsflächen noch für eine enorme Welle sorgen.

Der Damm selbst ist aber trotz aller Wiederholungen nicht gefährdet. Er steht abseits der gebrochenen Hochwasserentlastung (die mehrfach als Notüberlauf bezeichnet wurde, tatsächlich aber der planmäßige Ablass für alle Zuflüsse ist, die die Kapazität des Grundablasses übersteigen) und des tatsächlichen Notüberlaufs. Selbst eine Unterspülung des Notüberlaufs würde den Damm nicht gefährden, sondern im schlimmsten Fall die obersten 10m des Sees unkontrolliert abfließen lassen. Die heraufbeschworene Katastrophe wird also mit größter Wahrscheinlichkeit zum Leidwesen der Boulevardpresse ausbleiben.
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Geändert von sims-2-spieler (17.02.2017 um 02:10 Uhr)
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Alt 17.02.2017, 10:58   #714
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Na, das wollen wir doch hoffen. Gibt auch so schon genug Ärger. Sollen sich die Pressefritzen doch ne Invasion vom Mars ausdenken.
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Alt 17.02.2017, 13:30   #715
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Ein bisschen ironisch ist die ganze Sache schon, weil "eigentlich" für Kalifornien große Dürreperioden vorhergesagt sind und viele Leute sich Sorgen darum machen, dass die Stauseen immer leerer werden. Für die großen Stauseen am Colorado stimmt das auch. Die mittleren Pegel sinken von Jahr zu Jahr, und ganz voll werden sie nie. Das ist aber irgendwie normal, wenn man die Entnahme nach einer besonders niederschlagsreichen Periode plant und nicht nach den mittleren Niederschlägen über mehrere Jahrhunderte. Das 20. Jahrhundert war westlich der Rockies deutlich niederschlagsreicher als die Jahrhunderte davor, vor allem in der Mitte.

Kalifornien kommt schon lange nicht mehr mit den Niederschlägen im eigenen Einzugsgebiet aus. Dem abflusslosen Becken östlich der Sierra Nevada wird soviel Wasser entzogen, dass da die letzten salzigen Seereste völlig austrocknen, und beim Klamath River im Norden musste lange prozessiert werden, damit der wenigstens so viel Restwasser bekommt, dass die natürliche Fauna erhalten bleibt. Auch da wird der größte Teil des Wassers durch einen Tunnel unter der Wasserscheide durch ins Sacramento Valley abgeleitet.
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Alt 18.02.2017, 14:40   #716
The Wolf
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Ich hoffe, es kommt jetzt nicht noch mehr schnell angelesenes Halbwissen hinterher und Du erklärst uns nicht auch noch die gesamte Wetter- und Wassersituation im Südwesten der USA. Das Binnenbecken von Nevada und Utah hat nichts mit Kalifornien zu tun und Kalifornien hat mehrere Klimazonen mit unterschiedlichen Niederschlagsmengen. Die sind geologisch, biologisch und klimatologisch getrennt zu behandeln. Wasserprobleme sind dort - wie im gesamten Südwesten - meist menschengemacht, ich nenne Las Vegas, Phoenix und Los Angeles.

@all
Die Notreparaturen am beschädigten Staudamm von Oroville gehen weiter, die Bautrupps versuchen weiterhin, die tiefgreifenden Erosionsrinnen, von denen eine bis knapp an den Fuß der Notüberlaufmauer reicht, provisorisch zu stopfen und durch Einbringen von Felsbrocken und Beton zu sichern. Dadurch soll der (an mehreren Stellen, nicht nur dort) schwer beschädigte Damm ertüchtigt werden, weitere zu erwartende Starkregenfälle an der Westflanke der Sierra Nevada und die Schneeschmelze im Gebiet aufzufangen und ohne Bruch zu überstehen. Zwar ist die Lage momentan stabil, eine Entwarnung kann aber erst in 2-3 Monaten gegeben werden, wenn die aktuelle Regensaison in Nordkalifornien und die Schneeschmelze in der Sierra Nevada definitiv vorbei ist. In der Sierra Nevada werden Schneehöhen von bis zu 20 Meter erreicht, es ist das schneereichste Gebiet der USA. Kalifornien befindet sich zur Zeit in einer "ARk-Storm"- Wetterlage, die alle 150 - 200 Jahre auftritt.
Erst danach kann man daran gehen, den fast zerstörten Damm einer Generalsanierung und Ertüchtigung zu unterziehen und in wesentlichen Teilen zu erneuern. Auch das Krisenmanagement wird einer Nachschau unterzogen und überarbeitet werden und es wird neue "Worst-Case-Scenarios" geben.

Wie von mir berichtet, war der Stausee durch starke Regenfälle und Schneefälle unkontrolliert am 11. Februar 2017 auf mehreren hundert Metern Breite über den Notablauf und angrenzendes Gelände übergetreten, wo bei sich der Notablauf als zu klein dimensioniert erwies. Unterhalb des Notüberlaufs wurden tiefe Erosionsrinnen ausgespült, wobei mindestens eine sich durch rückschreitende Erotion nahe an den Fuß der Betonmauer heranfraß. Dadurch bestand einen Tag lang das Risiko eines akuten Dammbruchs. Die Behörden haben deswegen in dieser Situation die Evakuierung von 180 000 Anwohnern angeordnet. Dies war nicht die Stunde einiger sensationslüsternen Sheriffs und Lokalpolitiker, die auch einmal live vor eine CNN-Kamera wollten, sondern das der Situation geschuldete angemessene Verhalten. Ich habe meinen Respekt zu zeigen vor den Entscheidungsträgern, aber auch vor all denjenigen, die durchaus unter persönlicher Gefahr die Damm-Anlagen bedient haben sowie die Reparaturarbeiten an neuralgischen Stellen durchzuführen hatten. Good Job, Boys!



Mit dieser Klarstellung ist das Thema hier für mich beendet. Ich werde mich nicht länger auf irgendwelche Wortklaubereien einlassen und versuchen, generell diesem Thread weniger Aufmerksamkeit zu schenken oder ganz wegblieben. Es gibt Wichtigeres, womit man seine Lebenszeit einbringen kann. Jetzt wünsche ich Euch allen ein schönes Wochenende.

Zum Abschluss gibts noch einen Link, der das Wetterphämonen "ARk-Storm" erklärt, unter dem Kalifornien zur Zeit leidet:

https://de.wikipedia.org/wiki/Arkstorm
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Alt 18.02.2017, 15:37   #717
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Zitat:
Zitat von The Wolf Beitrag anzeigen
Ich hoffe, es kommt jetzt nicht noch mehr schnell angelesenes Halbwissen hinterher und Du erklärst uns nicht auch noch die gesamte Wetter- und Wassersituation im Südwesten der USA.
Mein Wissen entspricht zwar nicht dem USGS, ist aber deutlich umfassender als dein Bildzeitungs"wissen".

Zitat:
Das Binnenbecken von Nevada und Utah hat nichts mit Kalifornien zu tun
Und wie es das hat. Dort werden erhebliche Wassermengen unter der Wasserscheide hindurch in den kalifornischen Zentralraum abgeleitet, so viel, dass der sowieso aride Wasserhaushalt des Beckens komplett aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Zitat:
und Kalifornien hat mehrere Klimazonen mit unterschiedlichen Niederschlagsmengen. Die sind geologisch, biologisch und klimatologisch getrennt zu behandeln.
Das ändert nichts daran, dass außer dem Nordwesten keine Region Kaliforniens ohne Zuleitung von außen auskommt. Die dünn besiedelten Gebirgsregionen auf den Westseiten haben natürlich keine Wasserprobleme, aber sämtliche Ballungsräume.
Zitat:
Die Notreparaturen am beschädigten Staudamm
Es ist immer noch ein natürlicher Gebirgsrücken, kein Staudamm.

Zitat:
Wie von mir berichtet, war der Stausee durch starke Regenfälle und Schneefälle unkontrolliert am 11. Februar 2017 auf mehreren hundert Metern Breite über den Notablauf und angrenzendes Gelände übergetreten,
Das war keinesfalls unkontrolliert, sondern gezielt durch Drosselung der Hochwasserentlastung, um die Erosion an der gebrochenen Rinne zu stoppen. Dabei zeigte sich, dass der Erosionsschutz am Notüberlauf noch viel schlechter ist und vor allem die Überlaufmauer selbst nicht ausreichend gegen Unterspülung gesichert ist. Deshalb wurde genau so kontrolliert der Wasserspiegel durch erneutes Öffnen der Hochwasserentlastung wieder gesenkt und die Erosion an der gebrochenen Rinne in Kauf genommen.

Zitat:
wo bei sich der Notablauf als zu klein dimensioniert erwies.
Es gibt überhaupt keinen gezielten Notablauf. Hinter dem Überlauf fließt das Wasser frei den Bergrücken hinunter, über Straßen und Wege und durch das natürliche Gelände. Ohne befestigte Rinne erodiert es dabei alles, wo es vorbeikommt.

Der Überlauf ist mit einer Breite von 280m sicher nicht zu klein. Das Problem ist der mangelhafte Erosionsschutz an der Mauer selbst und der komplett fehlende am Berghang, wobei die Erosion des Berghangs durchaus hinnehmbar sein kann, wenn sie auch in Zukunft nur alle 50 Jahre auftritt.

Zitat:
Unterhalb des Notüberlaufs wurden tiefe Erosionsrinnen ausgespült, wobei mindestens eine sich durch rückschreitende Erotion nahe an den Fuß der Betonmauer heranfraß. Dadurch bestand einen Tag lang das Risiko eines akuten Dammbruchs.
Nein, immer noch nicht, egal wie oft du es wiederholst. Es bestand die Gefahr des unkontrollierten Ablaufens von ca. 10 Höhenmetern des Sees, nicht des Gesamtvolumens. Und es ist immer noch ein Bergrücken, kein Damm.

Zitat:
Mit dieser Klarstellung ist das Thema hier für mich beendet.
Danke. Es macht keinen Spaß, ständig deine Fake News richtigzustellen.
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Alt 21.02.2017, 08:31   #718
DodotheGoof
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Zitat:
Zitat von The Wolf Beitrag anzeigen
Sag mal, warum nimmst Du eigentlich jeden Satz von mir auseinander?
Und warum muss ein an sich unpolitischer Vorgang wie ein drohender Dammbruch im fernen Kalifornien zu so einer Eskalation führen? Ich glaube, das nervt nicht nur mich, sondern alle anderen potentiellen Leser dieses Threads auch. Oder sehe ich was falsch?
Da das Thema mit dem Staudamm an mir weitestgehend vorrüber gegangen ist fand ich die Ausführungen von Dir und sims-2-spieler sehr hilfreich. Es scheint ja auch, dass sich sims-2-spieler schon länger mit dem Thema beschäftigt. Ich empfand daher seine Kommentare nicht als störend.

Eine Form des eskalieren Lassens konnte ich nicht erkennen.

Geändert von DodotheGoof (21.02.2017 um 08:33 Uhr)
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Alt 21.02.2017, 11:03   #719
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Zitat von DodotheGoof Beitrag anzeigen
Es scheint ja auch, dass sich sims-2-spieler schon länger mit dem Thema beschäftigt.
Ich habe mich eigentlich nur am Rande mit dem Damm selbst beschäftigt. Auf Kalifornien bin ich durch die interessante geologische Situation dort gekommen, durch die St. Andreas-Verwerfung und die daraus resultierenden Beben. Dabei hat mich natürlich auch interessiert, wie die Standsicherheit bei so gefährdeten Bauwerken wie Staudämmen realisiert wird.

Das Besondere am Oroville-Damm ist, dass er trotz seiner enormen Höhe von 235m nicht als Betonmauer ausgeführt wurde, sondern als Erdschüttdamm. Da ein Schüttdamm einen relativ flachen Böschungswinkel haben muss, damit er nicht schon von allein, ohne Wasserdruck, ins Rutschen gerät, hat der Oroville-Damm an seinem Fuß eine Breite von über 700m. Das ist also ein in jeder Hinsicht beeindruckendes Bauwerk.

Eine weitere Besonderheit ist, dass der Damm nicht wie die meisten anderen Dämme selbst einen Überlaufschutz hat, sondern einfach höher gebaut wurde als die tiefste Stelle des umgebenden Gebirges, und die Hochwasserentlastung und der Notüberlauf dort angelegt wurden statt am Damm selbst. Ein überspülter Schüttdamm erodiert sehr schnell, während ein Gebirgsrücken deutlich mehr Widerstand bietet und ein Vielfaches des Materials weggespült werden muss, bevor eine Hochwassersituation kritisch wird. Das dürfte auch der Grund sein, weshalb der Ablauf des Notüberlaufs nicht befestigt ist.

Der Damm war mir also nicht neu, als jetzt die Hochwassersituation eintrat (was allein für sich schon eine interessante Meldung war, weil meines Wissens der See in diesem Jahrzehnt noch nicht einmal bis zum Stauziel gefüllt war). Deshalb ging mir von Anfang an das Sensationsgeschrei "Der Damm bricht!" der Boulevardpresse auf den Senkel. Der Damm kann überhaupt nicht brechen, weil er vom ganzen Geschehen überhaupt nicht betroffen ist. Das alles spielt sich auf einem Bergrücken ab, der vielfach mächtiger als der imposante Damm ist.

Eine echte Gefahr bestand, als die rückschreitende Erosion die Mauer des Notüberlaufs bedrohte. Wenn sie unterspült worden wäre, wären die obersten 10m der 64km² großen Wasserfläche unkontrolliert abgelaufen. Das wäre zwar eine gewaltige Menge gewesen, aber trotzdem nur ein Bruchteil des Gesamtvolumens, das bei einem wirklichen Dammbruch ablaufen würde. Und viel wichtiger: die Situation war nicht unkontrolliert, sondern gezielt herbeigeführt worden, um die Erosion an der Rinne zu stoppen. Deshalb konnte sie genau so gezielt beendet werden, als die Gefahr sichtbar wurde. Wirklich kritisch wird die Situation erst, wenn durch Schneeschmelze und Niederschläge so viel Wasser zulaufen würde, dass die Hochwasserentlastung allein die Menge nicht mehr abführen könnte und der Notüberlauf unkontrolliert in Betrieb ginge.

Aktuell besteht weiterhin das Problem, dass der durch die Erosion an der Rinne im Flussbett aufgespülte Damm verhindert, dass der Kraftwerksablauf mit voller Kapazität in Betrieb genommen werden kann. Selbst wenn der Zulauf nachlässt, kann der Wasserspiegel nicht bzw. nur langsam unter das Niveau der Hochwasserentlastung gesenkt werden. Aber die Baumaschinen für den Durchstich stehen schon bereit und werden sofort aktiv, sobald die Wassermenge in der Rinne nachlässt.

Die Situation bleibt also interessant, aber nicht kritisch. Ich werde sie weiter verfolgen, aber nur mit einem halben Auge und aus technischem Interesse. Vor allem bin ich gespannt, welche Maßnahmen ergriffen werden, um den Notüberlauf bei einer tatsächlich kritischen Situation zu schützen, und in welcher Form die Schussrinne erneuert wird, damit sie beim nächsten Überlauf nicht gleich wieder bricht.
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Alt 21.02.2017, 13:59   #720
The Wolf
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Zitat von sims-2-spieler Beitrag anzeigen
Ich habe mich eigentlich nur am Rande mit dem Damm selbst beschäftigt. Auf Kalifornien bin ich durch die interessante geologische Situation dort gekommen, durch die St. Andreas-Verwerfung und die daraus resultierenden Beben. Dabei hat mich natürlich auch interessiert, wie die Standsicherheit bei so gefährdeten Bauwerken wie Staudämmen realisiert wird.

Das Besondere am Oroville-Damm ist, dass er trotz seiner enormen Höhe von 235m nicht als Betonmauer ausgeführt wurde, sondern als Erdschüttdamm. Da ein Schüttdamm einen relativ flachen Böschungswinkel haben muss, damit er nicht schon von allein, ohne Wasserdruck, ins Rutschen gerät, hat der Oroville-Damm an seinem Fuß eine Breite von über 700m. Das ist also ein in jeder Hinsicht beeindruckendes Bauwerk.

Eine weitere Besonderheit ist, dass der Damm nicht wie die meisten anderen Dämme selbst einen Überlaufschutz hat, sondern einfach höher gebaut wurde als die tiefste Stelle des umgebenden Gebirges, und die Hochwasserentlastung und der Notüberlauf dort angelegt wurden statt am Damm selbst. Ein überspülter Schüttdamm erodiert sehr schnell, während ein Gebirgsrücken deutlich mehr Widerstand bietet und ein Vielfaches des Materials weggespült werden muss, bevor eine Hochwassersituation kritisch wird. Das dürfte auch der Grund sein, weshalb der Ablauf des Notüberlaufs nicht befestigt ist.

Der Damm war mir also nicht neu, als jetzt die Hochwassersituation eintrat (was allein für sich schon eine interessante Meldung war, weil meines Wissens der See in diesem Jahrzehnt noch nicht einmal bis zum Stauziel gefüllt war). Deshalb ging mir von Anfang an das Sensationsgeschrei "Der Damm bricht!" der Boulevardpresse auf den Senkel. Der Damm kann überhaupt nicht brechen, weil er vom ganzen Geschehen überhaupt nicht betroffen ist. Das alles spielt sich auf einem Bergrücken ab, der vielfach mächtiger als der imposante Damm ist.

Eine echte Gefahr bestand, als die rückschreitende Erosion die Mauer des Notüberlaufs bedrohte. Wenn sie unterspült worden wäre, wären die obersten 10m der 64km² großen Wasserfläche unkontrolliert abgelaufen. Das wäre zwar eine gewaltige Menge gewesen, aber trotzdem nur ein Bruchteil des Gesamtvolumens, das bei einem wirklichen Dammbruch ablaufen würde. Und viel wichtiger: die Situation war nicht unkontrolliert, sondern gezielt herbeigeführt worden, um die Erosion an der Rinne zu stoppen. Deshalb konnte sie genau so gezielt beendet werden, als die Gefahr sichtbar wurde. Wirklich kritisch wird die Situation erst, wenn durch Schneeschmelze und Niederschläge so viel Wasser zulaufen würde, dass die Hochwasserentlastung allein die Menge nicht mehr abführen könnte und der Notüberlauf unkontrolliert in Betrieb ginge.

Aktuell besteht weiterhin das Problem, dass der durch die Erosion an der Rinne im Flussbett aufgespülte Damm verhindert, dass der Kraftwerksablauf mit voller Kapazität in Betrieb genommen werden kann. Selbst wenn der Zulauf nachlässt, kann der Wasserspiegel nicht bzw. nur langsam unter das Niveau der Hochwasserentlastung gesenkt werden. Aber die Baumaschinen für den Durchstich stehen schon bereit und werden sofort aktiv, sobald die Wassermenge in der Rinne nachlässt.

Die Situation bleibt also interessant, aber nicht kritisch. Ich werde sie weiter verfolgen, aber nur mit einem halben Auge und aus technischem Interesse. Vor allem bin ich gespannt, welche Maßnahmen ergriffen werden, um den Notüberlauf bei einer tatsächlich kritischen Situation zu schützen, und in welcher Form die Schussrinne erneuert wird, damit sie beim nächsten Überlauf nicht gleich wieder bricht.

Es ist schön, dass Du in weiten Teilen meiner Betrachtungsweise zustimmst, dass Du zum Beispiel zugibst, dass durch rückschreitende Erosion an zumindest einer Stelle die Gefahr eines Unterspülens der Überlaufmauer bestand. Nichts anderes hatte ich behauptet. Bisher hattest Du behauptet, "die Erosionsschäden sähen unschön aus". Nee, es war mehr, es war und ist die Schwachstelle, nur deswegen wurde evakuiert. Selbstverständlich gehe ich davon aus, dass insbesondere an dieser Stelle mit Hochdruck an der Verfüllung gearbeitet wird.
Eine weitere Schwachstelle sehe ich an der Verbinung der Überlaufmauer zum Maschinenhaus des Normalablaufs, diese Stelle ist seeauswärts geformt. Bezeichnenderweise wurde dort in den Tagen vor dem Überschwappen des Sees der seeauswärts gelegene Winkel hektisch mit Steinen und Betonverfüllung verstärkt und diese Stelle hat der Erosion beim Übertreten getrotzt, wie Videoclips belegen.

Und es gibt noch ein Problem: Angesprochen hast Du die Sedimentation unterhalb der abgerissenen Rinne. Die Sedimente liegen im Fluss, stauen den Ablauf vom Kraftwerk und verhindern dessen Betrieb. Nicht nur das: Dadurch steht der Fuß des geschütteten Hauptdamms im Wasser und wird durchtränkt. Wenn man die Flußsedimente entfernt und die braune Brühe vom Kraftwerk abläuft, könnte es Rutschungen am Fuß des Hauptdamms geben. Das halte ich allerdings für unwahrscheinlich und auch beherrschbar, z.B. durch Beton-Injektion.
Ich befürchte auch nicht, dass die zerbrochene Rinne weiter zerbröselt bzw. es weitere umfangreiche rückschreitende Erosion gibt. Was dort locker war, ist weg. Der Fels in der Mitte ist massiv und stabil.

Was ich allerdings zu bemängeln habe, ist Dein in meinen Augen etwas leichtfertige Umgang mit einem hypothetischen "Dammbruch". (Wir wissen, dass damit die Betonmauer des Notüberlaufs gemeint ist). Ist das schnelle unkontrollierte Ablaufen von "nur" 10 Meter Stausee-Inhalt etwas, das man in Kauf zu nehmen hat? Den Leuten, die ihr Hab und Gut verlieren oder Schlimmeres, ist es letztendlich egal, woher das Wasser kommt, vor dem sie weglaufen, und dem Wasser ist es auch egal, ob nun der Damm, der Regelüberlauf oder die Notüberlaufmauer versagen - es sucht sich seinen Weg. Und: Ein Staudamm (oder ein Staubauwerk, wenn Dir das besser gefällt) besteht aus vielen Komponenten, die alle ZUSAMMEN funktionieren müssen. Wenn wichtige Teile wie Sicherheitseinrichtungen versagen, halte ich es für angemessen, ein Bauwerk als "beschädigt" zu bezeichnen. So hat es die durchaus angesehene Zeitschrift "Spektrum.de" getan, auf die ich mich bezogen hatte bzw. die ich verlinkt hatte. Was ist daran sensationslüstern? Ein Auto, das äußerlich keine Beulen aufweist, deren Bremsen beschädigt ist, nennt man im allgemeinen Sprachgebrauch "kaputt, reparaturbedürftig" und bringt es in die Werkstatt oder auf den Schrott, oder? Ein Staudamm oder ein Staubauwerk ist wie eine Kette: Nur so stark wie sein schwächstes Glied. Darauf wollte ich hinaus.

@all
Kalifornien befindet sich weiterhin in einer ArkStorm - Wetterlage. Das bescherte Los Angeles in Teilen am vergangenen Wochenende eine Niederschlagsmenge von bis zu 150 Litern pro Quadratmeter. Im Schwarzwald oder am Alpenrand tritt das alle paar Jahre auf und führt dann zu den üblichen Überschwemmungen, nichts Besonderes also. In Los Angeles allerdings lebt vermutlich kein Einheimischer, der einen solchen Starkregen jemals in seinem Leben erlebt hat, und auch dessen Eltern nicht. Die Unwetter forderten mindestens 2 Tote.
Eine derart ausgeprägte ARk-Storm - Wetterlage trat zuletzt 1861 auf, als es in Kalifornien 45 Tage am Stück regnete. Das heutige Los Angeles war ein schlammiger See, und in Sacramento stand das Wasser 2 Meter hoch. Geologische Untersuchungen an Flußsedimenten belegen noch weit schlimmere Überschwemmungen in früheren Epochen.
Aus diesem Grunde ist die Gefahr entgültig beseitigt, wenn die Regenzeit vorbei ist und das Schmelzwasser aus der Sierra in beherrschbarer Menge in die Stauseen fließt, wie sich das gehört.


Früher hatten wir hier immer Zeitungsmeldungen, z.B. von den Fidschi-Inseln während des Irak-Kriegs. Ich probiers also mal: Die Fotos vom Damm zeigen Positives - die Sicherungsarbeiten kommen gut voran:

http://www.mercurynews.com/2017/02/1...me-state-says/

Schuldzuweisungen haben auch begonnen - ein untrügliches Zeichen für Normalität. Business as usual...
http://www.mercurynews.com/2017/02/1...-12-years-ago/


Und zum Schluss noch einen Youtube- Clip zur SENSATIONSGIER: Der Film ist vermutlich ein Lehrfilm für amerikanische Geologen-Kollegen, sollte jedenfalls in keiner geologischen Fakultät fehlen. Es zeigt den totalen Zusammenbruch eines geschütteten Staudamms durch rückschreitende Erosion. Der Zeitraum des Gezeigten umfasst gerade mal einen Tag oder so.

AUBURN COFFERDAM FAILURE Februar 1986
https://www.youtube.com/watch?v=tDmw...YPzctQ&index=4


Mein Gott, so spät schon? Jetzt aber weg!
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Alt 27.02.2017, 15:03   #721
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Heute ist Rosenmontag - der Höhepunkt des rheinischen Karnevals!

Dem Linken - Politiker und Berliner Urgestein wurde der "Orden wider den Tierischen Ernst 2017 und die "Ritterwürde der Stadt Aachen" verliehen. Hier Gregor Gysis Büttenrede:


ORDEN WIDER DEN TIERISCHEN ERNST 2017 für Gregor Gysi
https://www.youtube.com/watch?v=NTQUuNb-a_k


Viel Spaß!
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Alt 27.02.2017, 17:23   #722
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Zitat von The Wolf Beitrag anzeigen
Heute ist Rosenmontag - der Höhepunkt des rheinischen Karnevals!

Dem Linken - Politiker und Berliner Urgestein wurde der "Orden wider den Tierischen Ernst 2017 und die "Ritterwürde der Stadt Aachen" verliehen. Hier Gregor Gysis Büttenrede:


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Das ist nicht meine Partei, aber Gregor Gysi fand ich schon immer gut
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Hummel ist offline  
Alt 27.02.2017, 19:01   #723
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Das ist nicht meine Partei, aber Gregor Gysi fand ich schon immer gut
Die Partei muss noch einen kleinen Tick weg vom reinen Protest hin zu praktikabler Realpolitik rücken, dann wird sie für viele echte Sozialdemokraten wählbar. Die haben nämlich keine wirkliche Heimat mehr, seit Lafontaine im Zuge der Wende vom Gesocks rund um Schröder weggeekelt wurde.

Gysi als Einzelperson ist mir lieber als alles, was CxU und SPD anzubieten haben. Der Mann hat nicht nur Humor, sondern auch Moral und Integrität, Eigenschaften, die die Spitzen der anderen Parteien nur aus dem Fremdwörterbuch kennen.
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Alt 28.02.2017, 00:26   #724
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Für mich ist die Partei jetzt schon wählbar und Gregor Gysi schätze ich sehr. Und was die SPD betrifft, ich versteh den Hype um Schulz nicht so recht, nur weil vorn ein anderer Kopf drauf ist, ist die Partei ja noch die gleiche. Muss man erst mal sehen, ob sich wieder etwas tut in Sachen echter sozialer Politik bevor Vorschußlorbeeren verteilt werden.
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Alt 28.02.2017, 08:49   #725
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Für mich ist die Partei jetzt schon wählbar und Gregor Gysi schätze ich sehr.
Gysi schätze ich auch, aber die Wagenknecht nicht. Sie ist mir zu urkommunistisch-fundamentalistisch, um damit konstruktive Realpolitik zu machen. Für die Opposition, um den Finger in die Wunden der Regierung zu legen, ist sie perfekt, aber bei einer Regierungsbeteiligung geht es um andere Sachen.

Zitat:
Und was die SPD betrifft, ich versteh den Hype um Schulz nicht so recht, nur weil vorn ein anderer Kopf drauf ist, ist die Partei ja noch die gleiche. Muss man erst mal sehen, ob sich wieder etwas tut in Sachen echter sozialer Politik bevor Vorschußlorbeeren verteilt werden.
Geht mir genau so. Auch wenn Schulz einen anderen Werdegang hat, ist er irgendwie in die für mich durch und durch korrupte Schröder-Clique aufgestiegen. Ich rechne mit ihm nicht mit einem Richtungswechsel zurück zu echten sozialdemokratischen Zielen.
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Alt 01.03.2017, 01:31   #726
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Gregor Gysi ist sicher ein herausragender Redner aber auch übler Polemiker. Als Senator hat er allerdings nur ein halbes Jahr durchgehalten.
Die Linke ist immer noch eine gespaltene Partei aus alter Realo-PDS, die in zahlreichen ostdeutschen Ländern in Koalitionen ist oder war, und dieser kruden Mischung aus SPD-Hassern und Klassenkämpfern im Westen. Man hört die messerscharfen Analysen der sozialen Fragen und denkt sich: kluge Köpfe, sollte man wählen! Und im nächsten Moment kommen die Putin-Versteher aus den Löchern gekrochen und verdrehen die Tatsachen und man denkt sich: Zum Glück sind die nicht an der Macht!

Zum vermeintlichen Linksschwenk der SPD:
Seit 1998 war die SPD 15 von 19 Jahren an der Regierung beteiligt und stellt nun völlig überraschend fest, dass die Bürger das Ergebnis sozialdemokratischer Regierungsarbeit als ungerecht empfinden.
Eine so einfache wie geniale Strategie: Die Gesellschaft aktiv ungerechter gestalten, um dann im Wahlkampf die Ungerechtigkeit anprangern zu können.
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und dieser kruden Mischung aus SPD-Hassern und Klassenkämpfern im Westen.
Ich würde eher sagen die vom Schröder-Kurs Vertriebenen, die diesen Weg der Agenda 2010 nicht mitgehen wollten. Die bekannteste Persönlichkeit unter ihnen war sicherlich Lafontaine, der eine eigene Partei gegründet hat, welche dann mit PDS zur Linken fusioniert ist.
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Alt 01.03.2017, 22:30   #728
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Gregor Gysi ist sicher ein herausragender Redner aber auch übler Polemiker. Als Senator hat er allerdings nur ein halbes Jahr durchgehalten.
Die Linke ist immer noch eine gespaltene Partei aus alter Realo-PDS, die in zahlreichen ostdeutschen Ländern in Koalitionen ist oder war, und dieser kruden Mischung aus SPD-Hassern und Klassenkämpfern im Westen. Man hört die messerscharfen Analysen der sozialen Fragen und denkt sich: kluge Köpfe, sollte man wählen! Und im nächsten Moment kommen die Putin-Versteher aus den Löchern gekrochen und verdrehen die Tatsachen und man denkt sich: Zum Glück sind die nicht an der Macht!

Zum vermeintlichen Linksschwenk der SPD:
Seit 1998 war die SPD 15 von 19 Jahren an der Regierung beteiligt und stellt nun völlig überraschend fest, dass die Bürger das Ergebnis sozialdemokratischer Regierungsarbeit als ungerecht empfinden.
Eine so einfache wie geniale Strategie: Die Gesellschaft aktiv ungerechter gestalten, um dann im Wahlkampf die Ungerechtigkeit anprangern zu können.
Und was ist nun der Punkt? Man kann jede Partei frustrierend finden, Parteien sind eben auch nur menschengemacht und somit mit Fehlern behaftet. Ich hoffe nicht, dass Du unterschwellig die Botschaft aussendest, bei der Wahl zu Hause zu bleiben.
Ich persönlich will einen Wechsel im Land, ich halte die Politik von Frau Merkel in entscheidenden Punkten (Einwanderung und Innere Sicherheit, aber nicht nur da) für absolut falsch und ich kann ehrlich gesagt das Gesicht nicht mehr sehen. Und mit Martin Schulz könnte seit langer Zeit mal wieder die Chance bestehen, einen Wechsel hinzubekommen, was immer das auch bedeuten würde. Dieses Land ist nicht der Erbhof der C - Parteien.
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Alt 02.03.2017, 13:35   #729
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Ich will auch unbedingt einen Wechsel im Land und Martin Schulz Rede gestern am politischen Aschermittwoch war nicht die schlechteste. Die CSU Redner waren unerträglich in ihrer Selbstbeweihräucherung. Leider hatte ich nicht die Zeit, mir noch andere Parteien anzuhören.
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Alt 03.03.2017, 23:05   #730
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Aber gerade Martin Schulz ist doch bisher nicht damit aufgefallen, dass er in Sachen innere Sicherheit und Einwanderung entscheidend anders handeln würde als Frau Dr. Merkel. Oder habe ich da etwas verpasst?
Und selbstverständlich sollte jeder, der sich gründlich informiert hat, zur Wahl gehen. Mein Punkt war nur, dass die SPD seit 1998 15 Jahre das Land maßgeblich gestaltet hat und da wirken ein paar warme Worte des Kanzlerkandidaten (der diese Politik ja mitgetragen hat) über soziale Gerechtigkeit einfach nicht besonders glaubwürdig.
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Alt 04.03.2017, 12:20   #731
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Was hilft ein Martin Schulz als Kanzlerkandidat wenn es der Partei an Glaubwürdigkeit mangelt. Vor vier Jahren wurden auch Themen vor der Wahl kategorisch ausgeschlossen und finden sich dann in einen Koaliationsvertrag wieder weil die drittstärkste Kraft es unbedingt wollte, welche für die Mehrheit gar nicht nötig gewesen wäre.
Sie werden es wieder machen wie schon die Jahre zuvor und sind damit unwählbar, wie die anderen sogenannten "Volksparteien" auch. Alternativen gibt es nur zu ihnen nicht, dauch nicht die Partei die sich so nennt und eine Linie zu verfolgt, welche inakzeptabel ist.
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Alt 07.03.2017, 01:28   #732
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Wohin in Urlaub?

Hhhmmmh, eigentlich ist die Türkei ein schönes Urlaubsland, wenn nicht....tja, wenn...
Nein, die Türkei kann man als Urlaubsland wirklich nicht empfehlen, vergleicht uns doch der türkische Ministerpräsident und Noch-nicht-Sultan ERDOGAN mit Nazideutschland! Will man dort wirklich Urlaub machen? Eigentlich nicht, oder?
Dass Herr Erdogan ein Ding an der Waffel hat, ist ja nicht zu übersehen, aber wie geht man mit so einem um? Ich empfehle: IGNORIEREN, bis er sein komisches Referendum durch hat - oder auch nicht - und dann, aber nicht früher, ist es an der Zeit, Kante zu zeigen. Und da gibt es ja viele Möglichkeiten:

-Urlaubsboykott
-Einfrieren aller Hilfsprogramme,
-Kündigung des Flüchtlingsabkommens und Einstellung der Milliardenzahlungen an den Despoten,
-Visumpflicht und peinliche Körperkontrollen für türkische Staatsangehörige bei der Einreise,
-Abkoppelung Anatoliens von der deutschen Krankenversicherung,
-Rückzug der Bundeswehr aus Incirlik,
-Waffenlieferungen an die Kurden,
-Entzug der doppelten Staatsbürgerschaft, und, und..

Man könnte auch denjenigen, die vom Erdogan-Regime drangsaliert werden, in Deutschland Asyl gewähren und so das Asylrecht wieder auf seinen eigentlichen Kern zurückführen, nämlich der EINZELGEWÄHRUNG für verfolgte Personen. Ich hätte nichts dagegen, Herrn Erdogan einen Teil seiner Eliten abzuwerben und in Deutschland anzusiedeln. Herzlich willkommen und Danke für die Bereicherung meines Heimatlandes!

Solange Erdogans umstrittenes Referendum nicht entschieden ist, empfehle ich Zurückhaltung. Es reicht, wenn deutsche Bürgermeister Wahlkampf-Veranstaltungen türkischer Regierungsangehöriger unterbinden mit einigen Paragraphen, da findet sich schon was. Brandschutz, Anmeldefehler, Überbelegung der Halle, besondere Sicherheitsprobleme, etc., da muss man halt ein bißchen kreativ sein. Faustregel: Je höher das türkische Regierungstier, das seine faschistische Propaganda bei uns abziehen will, desto kleiner und unbedeutender sollte der Landrat sein, der ihn stoppt, das bringt den meisten Ärger für Erdogan und seine Spießgesellen. Bangemachen vor Erdogan gilt nicht, es gilt noch immer der alte Satz aus Karl May, den er dem wackeren Kara ben Nemsi in den Mund legt: "Kein Nemdsche fürchtet einen Türken!"

Ach ja, Karl May ist bei den Kurden ein angesehener und verbreiteter Reiseschriftsteller, in der Türkei dagegen gab es schon 2008 Ärger: Da wurde das Buch "Durchs wilde Kurdistan" beschlagnahmt, weil Kurdistan gibts ja gar nicht... Immer schon ein bißchen irrational, die Jungs....

Wie Ihr seht, habe ich meine Höflichkeit etwas gelockert, und dass ich kein Freund übertriebener Political Correctness bin, das könnt Ihr ja in meiner Signatur lesen. Wenn Faschisten daherkommen und mein Heimatland, das selbst eine faschistische Vergangenheit hat, aber in jahrzehntelanger Kleinarbeit ebendiese Vergangenheit aufgearbeitet hat, beleidigen, dann darf die Antwort schon mal etwas derber ausfallen, denke ich. Herrn Erdogan gebe ich den Rat, seine Medikamente regelmäßig zu nehmen und wegen der unübersehbaren Nebenwirkungen mal mit seinen Leibärzten zu reden. Vielleicht mal eine Badekur in den heißen Quellen von Pamukkale.
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Alt 07.03.2017, 13:02   #733
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Besonders lustig wird die Sache, wenn man mal die Geschichte in Deutschland ab 1933 mit dem vergleicht, was gerade in der Türkei passiert. Da gibt es mehr als eine durchaus nicht zufällige Parallele.

Besonders pikant ist ausgerechnet vom Möchtegern-Führer-Sultan der Vorwurf, Deutschland sei ein Nazi-Staat. Das ist ungefähr so, als hätte Hitler Frankreich vorgeworfen, ein faschistisches Regime zu sein.

Extrem irritierend finde ich aber die Unterstützung, die Erdogan hier von Deutschtürken bekommt, also von Türkischstämmigen, die hier geboren sind und schon in der dritten oder vierten Generation in Deutschland leben. Man sollte meinen, dass die es besser wissen, auch aus dem Geschichtsunterricht.

Ob der deutsche Botschafter, als er einbestellt wurde, einfach mal gefragt hat, was denn mit der Einreiseverweigerung deutscher Parlamentarier zum Besuch deutscher Nato-Truppen ist?

Ich bin mal gespannt, wie lange Merkel noch die Faust in der Tasche ballt. Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem Fraktur geredet werden muss, auch in Bezug auf die Nato-Mitgliedschaft der Türkei und wirtschaftliche Beziehungen. Ein Verteidigungsbündnis erfordert stabile und verlässliche Partner, keine Feinde im eigenen Lager. Erdogan steuert rasant auf Verhältnisse zu, die in naher Zukunft einen Nato-Einsatz gegen die Türkei nötig machen können. Wenn die Entwicklung weiter so parallel verläuft, könnte es bereits 2023 oder 2025 so weit sein.
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Alt 07.03.2017, 17:35   #734
Hummel
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The Wolf und sims-2-spieler ich teile eure Meinung, allerdings sollte man bedenken, dass die Türken eine andere Auffassung von Demokratie haben.
Auch wenn die Jungend, so wie berichtet wird, in 3. Generation hier aufgewachsen ist und hinter Erdogan steht, sie bekommen es von Zuhause vorgelebt.
Ich bin übrigens nicht davon überzeugt, dass der größte Teil unserer Türkischen Mitbürger hinter Erdogan steht. Es wirkt nur so, weil der laute Pulk die Stillen übertönt.
Wie hier in Deutschland, wenn die Braunen mal wieder irgendeinen Schwachsinn verzapfen, ist es genauso und rausgetragen wird "Guckt, die Deutschen mal wieder" Ebenso wenn die stakr rechts gerichteten Pegidas irgendwelche Parolen brüllen "wir sind das Volk" Nein, das sind sie bei weitem nicht.
Das Volk sind die, die Demokratie leben, liberal und tolerant sind, ihre Traditionen leben und den anders lebenden aktzeptieren. Es gibt noch viel mehr, was aufzählungswürdig wäre, aber das sprengt den Rahmen.
Demokratie muss immer wieder neu auf den Prüfstand und es lohnt sich darum zu kämpfen, sonst holt es uns wieder ein. Das was uns vor über 70 Jahren passierte, darf sich nicht wiederholen.
Also, tretet denen gegenüber, die unsere Demokratie nicht verstehen und versucht sie ihnen zu erklären und lebt sie vor.

Was der Diktator Erdogan seinem Volk erzählt und nach aussen trägt, entbehrt jeder Grundlage, aber wenn dem Volk die mediale Freiheit fehlt, können sie kaum anders reagieren. Was ich ebenso schlimm finde, er sagt den in Deutschland lebenden Türken, sie sollen sich nicht integrieren.
Was bitte schön hat er geraucht? Für mich hat er einen genauso ausgeprägten Sockenschuss, wie der Twitterpräsident. Es fällt mir unglaublich schwer, die Herren ernst zu nehmen. Die sind wie unerzogene Jungs und die stampfen bestimmt mit den Füßen, wenn sie ihren Willen nicht kriegen und schmeissen mit Butter nach der Mutter.

Sollte Erdogan nach Deutschland kommen, würde ich mir wünschen, dass Jan Böhmermann ihn vom Flughafen abholt. Die haben sicher Gesprächsbedarf
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"Das wird man ja wohl noch mal sagen dürfen." Sehr wohl, doch nicht alles, was man darf, muss man auch sagen.

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Alt 07.03.2017, 23:08   #735
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Zitat:
Zitat von Hummel Beitrag anzeigen
The Wolf und sims-2-spieler ich teile eure Meinung, allerdings sollte man bedenken, dass die Türken eine andere Auffassung von Demokratie haben.
Auch wenn die Jungend, so wie berichtet wird, in 3. Generation hier aufgewachsen ist und hinter Erdogan steht, sie bekommen es von Zuhause vorgelebt.
Das galt sicher für die 2. Generation, aber die ist inzwischen seit Jahrzehnten aus ihrem Elternhaus raus und hat eigene Kinder, zum Teil sogar schon Enkel. Die Kinder sind in deutsche Schulen gegangen, haben deutsche Arbeitskollegen, Freunde und Bekannte, als Geschäftsleute deutsche Kunden. Viele von ihnen kennen die Türkei nur als Urlaubsland durch die regelmäßigen Verwandtenbesuche. Deshalb glaube ich nicht, dass noch sehr viele die "türkische Version von Demokratie" zu Hause vorgelebt bekommen.

Zitat:
Ich bin übrigens nicht davon überzeugt, dass der größte Teil unserer Türkischen Mitbürger hinter Erdogan steht. Es wirkt nur so, weil der laute Pulk die Stillen übertönt.
Da bin ich mir eben in diesem Fall nicht sicher. Der Gegenwind kam so gut wie ausschließlich von Opfern der Erdogan-Politik, also von Kurden und "Staatsfeinden". Von Durchschnittstürken, so wie von Durchschnittsdeutschen bei Pegida, habe ich so gut wie keinen Widerspruch wahrgenommen.

Die deutschen Rechten bekommen ihren Widerspruch nicht nur von den lauten Gegendemonstranten, sondern leise, aber deutlich quer durch alle Bevölkerungsschichten. Diese leise Mehrheit scheint mir unter den Türken fast vollständig zu fehlen.

Zitat:
Wie hier in Deutschland, wenn die Braunen mal wieder irgendeinen Schwachsinn verzapfen, ist es genauso und rausgetragen wird "Guckt, die Deutschen mal wieder" Ebenso wenn die stakr rechts gerichteten Pegidas irgendwelche Parolen brüllen "wir sind das Volk" Nein, das sind sie bei weitem nicht.
Das Volk sind die, die Demokratie leben, liberal und tolerant sind, ihre Traditionen leben und den anders lebenden aktzeptieren. Es gibt noch viel mehr, was aufzählungswürdig wäre, aber das sprengt den Rahmen.
Demokratie muss immer wieder neu auf den Prüfstand und es lohnt sich darum zu kämpfen, sonst holt es uns wieder ein. Das was uns vor über 70 Jahren passierte, darf sich nicht wiederholen.
Wir stehen aber kurz vor einer Wiederholung, und das, obwohl es alle Beteiligten heute besser wissen, vor allem eben die, die eine deutsche Bildung bekommen haben. Dass nicht einmal die das Resultat sehen und sich klar dagegen positionieren, ist eben das, was mich so irritiert.

Zitat:
Also, tretet denen gegenüber, die unsere Demokratie nicht verstehen und versucht sie ihnen zu erklären und lebt sie vor.
Ich glaube nicht, dass es deutsche Türken irgendwie beeindruckt, wenn sich Deutsche gegen die Erdogan-Politik positionieren. Juckt es dich, was die Erdogan-Anhänger in der Türkei von der deutschen Innenpolitik halten? Mich nicht, und ich vermute, die Mehrzahl der in Deutschland lebenden Türken denkt über die Meinung von Deutschen zur türkischen Innenpolitik genau so.

Das Vorleben muss von Menschen kommen, die selbst betroffen sind. Nur dann kann es auch überzeugen.

Zitat:
Was der Diktator Erdogan seinem Volk erzählt und nach aussen trägt, entbehrt jeder Grundlage, aber wenn dem Volk die mediale Freiheit fehlt, können sie kaum anders reagieren.
Das gilt für die Türken in der Türkei, aber nicht für die hier. Selbst wenn sie weitgehend in ihrer eigenen Filterblase leben und deutsche Medien komplett ausblenden, können sie ihre deutsche Umgebung, Nachbarn, Kollegen oder Kunden nicht komplett ausblenden. Es ist unvermeidlich, dass sie mitbekommen, dass es auch andere Meinungen zu dem Thema gibt, die zumindest hinterfragt werden sollten.
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Alt 15.03.2017, 11:47   #736
The Wolf
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Danke, Niederlande!

Ausgerechnet die Niederländer, ein kleines, in der Regel wenig beachtetes westeuropäisches Volk, haben gewagt, was sich die Deutschen leider nicht getraut haben: Die Niederländer haben türkischen Nazis im Regierungsrang Einreise- und Redeverbot erteilt und derem Werben für die türkische Diktatur auf niederländischem Boden ein Ende bereitet.
Vorausgegangen war eine üble Schmähtirade von Herrn Erdogan mit den üblichen Faschismus-Vorwürfen - geradezu lächerlich angesichts dessen, dass die Niederlande Opfer des Hitler-Faschismus waren - sowie der großkotzigen Androhung des türkischen Nazi - Außenministers, er könne überall hin gehen, wohin es ihn beliebe.

Als dann noch die türkische Frauen- und Gesundheitsministerin das niederländische Auftrittsverbot mißachtete und illegal in die Niederlande eindrang, um doch noch eine Hetzrede vor türkischen Nazi - Sympathisanten zu erzwingen, wurde sie in Rotterdam schon von der Polizei erwartet und wieder nach Deutschland abgeschoben und auf diese Weise der Rechtsbruch verhindert. Mehr noch: Der Rotterdamer Bürgermeister, ein bekennender Muslim, erklärte die Stadt zur Ausnahmezone und wies die Polizei an, Zusammenrottungen von türkischen Nazigruppen und Erdogan-Anhängern konsequent zu zerstreuen. Das hat die Polizei unter Einsatz von Reiterei, Wasserwerfern und scharfen Hunden getan - in Rotterdam und später auch in Amsterdam.

Als Deutscher muss man sich schämen: Der geplante Hetz - Angriff und die Mobilisierung der in den Niederlanden lebenden Türken als 5. Kolonne von Herrn Erdogan wurde von Deutschland aus organisiert und durchgeführt - die türkische Familienministerin startete ihre Hetz - Reise von Düsseldorf aus und kehrte nach ihrer Abschiebung wieder nach Deutschland zurück. Damit hat sich Deutschland wieder einmal als europäisches Sicherheitsrisiko herausgestellt.

Liebe Niederländer: Es imponiert mir und der weit überwiegenden Mehrheit meines Volkes sehr, dass Euer Ministerpräsident, der muslimische Bürgermeister von Rotterdam und die Rotterdamer Polizei so schnell und konsequent gehandelt haben und den türkischen Nazis einen Denkzettel erteilt haben. Ich hoffe, andere Staaten werden sich anschließen, und auch Deutschland wird seinen Beitrag leisten, dem Werben für eine Nazi-Diktatur auf türkischem Boden in Deutschland und Europa ein Ende zu bereiten. Ich plädiere dafür, dass es keine weiteren Wahlkampfauftritte von türkischen Nationalisten im Regierungsrang in Deutschland mehr gibt, die für die Einführung der Diktatur werben und bei ihren Auftritten ungeniert das "Wolfszeichen" zeigen, das Erkennungszeichen der faschistischen "Grauen Wölfe".

Meine Forderung: Dem Faschismus keine Chance, in welcher Verkleidung er auch immer auftritt! Nicht in Deutschland und nirgendwo auf der Welt!

Und nun noch ein Wörtchen an die Gutmenschenfreunde und die selbsternannten "Antifaschisten":
Wo bleibt ihr eigentlich? Liegt ihr noch im Winterschlaf? Ihr seid doch sonst so schnell bei der Hand mit Schuldzuweisungen, in-die-rechte-Ecke-stellen usw.- Das Treiben von Grauen Wölfen und anderem türkischen Nazi-Gesindel auf deutschem Boden scheint euch egal zu sein, oder? Ach ja, richtig: Euer Feindbild, das sind ja pöhse Deutsche und gute Ausländer - selbst wenn die für die Todesstrafe skandieren und einem üblen Demagogen hinterherrennen, der Diktator werden will..
Was sagt denn die Türken - Versteherin Claudia Roth? Die muss es doch wissen, sie kann ja gut Börek machen und hat auch einen türkischen Bett-Partner, den sie uns immer verschwiegen hat. Herr Erdogan, nur ein Problemchen? Ein kleiner Stolperstein auf dem Weg der Geschichte? Also alles nicht erwähnenswert? Oder passt das nicht ins Weltbild? Sorry!

Übrigens:
Herr Erdogan hat KEIN Einreiseverbot in die Niederlande. In Den Haag ist schon ein gemütliches Zimmerchen für ihn bereit, da kann er dann seinen unerklärten völkerrechtswidrigen Einmarsch in Syrien erklären, seine Unterstützung der IS-Terrormiliz und sein gerade stattfindender Genozidversuch am kurdischen Volk. Von einem solchen Scheusal brauchen wir keine Belehrungen, was Faschismus sein, speziell deutscher...
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Alt 15.03.2017, 12:46   #737
Dantes
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Zitat von The Wolf Beitrag anzeigen
Als Deutscher muss man sich schämen (...)

Liebe Niederländer: Es imponiert mir und der weit überwiegenden Mehrheit meines Volkes sehr (...)
Könnten Sie bitte nur Ihre persönliche Meinung schreiben und nicht hinstellen und so tun als ob man für die gesamte Nation spricht.

Denn: Ich habe Ihnen kein Mandat gegeben, Sie nicht gewählt oder eine andere Weise eine Erlaubnis gegeben in meinem Namen für "die Deutschen" zu schreiben! Sofern Sie nicht von einer Mehrheit in Deutschland gewählt wurden hören Sie bitte damit auf sich als Repräsentant hinzustellen. Sie dürfen Ihre eigene einzelne Meinung haben.
Und wenn Sie sich als Deutscher für etwas schämen in Deutschland, so dann bitte schämen Sie sich persönlich. Denn es beleidigt mich doch sehr aufgefordert werden sich für etwas zu schämen, wo ich keinen Bezug zu habe.

Sollten Sie weiterhin sich als Repräsentant einer angeblichen Mehrheit hinstellen, welche ohne demokratische Spielregeln (unsere Verfassung nämlich, das Grundgesetz) sich zu einer Mehrheit hinstellt, empfehle ich im Simforum bei Simocracy mitzuspielen. Da hat jeder Spieler seinen eigenen imaginären Staat
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Alt 15.03.2017, 15:40   #738
Susa56
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Naja als Deutsche schäme ich mich jetzt auch nicht, da ich Frau Merkels Politik nie durch meine Wahl unterstützt habe. Ich bin mit ihrer Haltung Herrn Erdogan gegenüber in keinster Weise einverstanden, aber es ist halt schwierig. Sie hat sich meiner Meinung nach durch ihren Flüchtlingsdeal sehr von ihm abhängig gemacht, ich persönlich halte diesen Deal für komplett fehlgeleitete Politik, ihre Art immer den Kopf in den Sand zu stecken und nie Klartext zu reden mit solchen Despoten halte ich doch für gefährlich und ich betrachte schon mit Sorge was da in Zukunft noch für Folgen auf uns zukommen.
Ich denke aber wie Hummel, dass nur ein geringer Teil der hier lebenden Türken hinter Erdogans Politik steht, mein Sohn nannte mir eine Zahl von 300 türkischstämmigen Bürgern, die kürzlich in Berlin demonstriert haben, es leben aber in unserer Hauptstadt um die 220.000 (ob die Zahlen so stimmen, weiß ich selbst nicht, wurden mir so genannt). Diese Zahl erscheint mir sehr gering, nur unsere Medien stellen Sympathisanten Erdogans immer in den Vordergrund, die große Masse, die die Politik dieses Herrn verurteilt bekommen keine Stimme in unseren Medien.
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Alt 15.03.2017, 18:09   #739
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Zur Abwechlsung hier mal was positives:
Die europäischen Länder haben ja schon seit 2003 über das Projekt Desertec diskutiert. Geworden ist daraus dann nichts, teilweise wegen der schlechten Sicherheitslage der betreffenden Länder, teilweise aber auch wegen Kompetenzgerangels.
In Marokko jedoch wurde gehandelt, dort ging letztes Jahr der erste Block von Noor ans Netz, mit 160 MW Leistung. Bis 2018 sollen es vier Blöcke mit einer Gesamtleistung von 500 MW sein. Schon jetzt ist Noor das weltweit leistungsfähigste Solarkraftwerk. Energiewende ist eben nicht nur bei uns ein Thema.
Herzlichen Glückwunsch!
http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-0...-sahara-noor-1
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Alt 15.03.2017, 19:39   #740
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Der erste Schritt zum Faschismus ist die Beschränkung der Meinungs- und Redefreiheit. Faschismus ist eine Geisteshaltung, keine politische Richtung. Wer faschistische Methoden zur Bekämpfung des Faschismus fordert, ist selbst Faschist, auch wenn seine politische Zielrichtung eine ganz andere ist.

Ich begrüße deshalb die Zurückhaltung der deutschen Politiker und ihre Beschränkung darauf, auf Hetze und Lügen zu reagieren. Hetze, Lügen und Verleumdungen sind keine Bestandteile der Meinungs- und Redefreiheit und müssen nicht hingenommen werden, aber darunter dürfen nicht die Grund- und Menschenrechte leiden. Wenn wir selbst in faschistische Methoden abgleiten und Freiheiten beschränken, sind wir nicht besser als Erdogan.
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Alt 16.03.2017, 13:36   #741
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Könnten Sie bitte nur Ihre persönliche Meinung schreiben und nicht hinstellen und so tun als ob man für die gesamte Nation spricht.

Denn: Ich habe Ihnen kein Mandat gegeben, Sie nicht gewählt oder eine andere Weise eine Erlaubnis gegeben in meinem Namen für "die Deutschen" zu schreiben! Sofern Sie nicht von einer Mehrheit in Deutschland gewählt wurden hören Sie bitte damit auf sich als Repräsentant hinzustellen. Sie dürfen Ihre eigene einzelne Meinung haben.
Und wenn Sie sich als Deutscher für etwas schämen in Deutschland, so dann bitte schämen Sie sich persönlich. Denn es beleidigt mich doch sehr aufgefordert werden sich für etwas zu schämen, wo ich keinen Bezug zu habe.

Sollten Sie weiterhin sich als Repräsentant einer angeblichen Mehrheit hinstellen, welche ohne demokratische Spielregeln (unsere Verfassung nämlich, das Grundgesetz) sich zu einer Mehrheit hinstellt, empfehle ich im Simforum bei Simocracy mitzuspielen. Da hat jeder Spieler seinen eigenen imaginären Staat
Danke für das Angebot, bei der Simocrazy mitzuspielen, aber ich bleibe lieber der Demokratie in Deutschland verbunden, das erscheint mir sinnvoller und zielführender.
Leider haben Sie die Gelegenheit nicht benutzt, etwas zum Inhalt des von mir Geschriebenen zu sagen und so Ihre Meinung etwas explizierter darzustellen. Ihre Kritik lässt allerdings vermuten, dass Sie mit dem von mir in die Runde gebrachtem Thema und der Art und Weise, wie ich damit umgehe, nicht zufrieden sind.
Aber warum fahren Sie dann so dicke Geschütze auf wie "Verfassung" und/oder "Grundgesetz"? Ich stehe selbstverständlich auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung wie Sie vermutlich ebenfalls, umdas hier noch einmal deutlich zu betonen.
Warum glauben Sie, dass ich nur das Recht hätte, für mich allein zu sprechen, und warum kommen da so dicke Geschütze wie "nicht gewählt", nicht legitimiert" etc.? Ich bin mir sicher, in diesen Tagen für die Mehrheit unseres Volkes zu sprechen oder zumindest etwas auszudrücken, "was momentan die Leute bewegt". Ihnen ist doch sicher nicht entgangen, dass das Thema Erdogan und Wilders/Niederlande momentan in allen Medien präsent ist und durch alle Talkshows geht - warum wohl? Dem FDP- Vorsitzenden Christian Lindner ist nach eigener Aussage "die Halsschlagader geschwollen" und ich persönlich "balle die Faust in der Tasche", genauso wie zahlreiche andere Menschen hierzulande. Schlimm? Sicher nicht, weil sich Herr Erdogan und seine Lakaien in den letzten Tagen doch etwas sehr arg daneben benommen haben und dabei Deutschland als Plattform auch gegen Drittstaaten mißbraucht haben.

Sie haben natürlich Recht: Ich bin nicht persönlich auf die Straße gegangen und habe meine persönliche Meinungsumfrage gestartet - dazu ist mir meine Lebenszeit denn doch zu schade - es gibt allerdings durchaus Zahlen zu etwas anders gelagerten Themen der Türkei - Politik, die sehr wohl zeigt, wie die Mehrheit im deutschen Volk tickt:

> 64% der Befragten sind der Meinung, dass man die Aufnahmeverhandlungen der EU mit der Türkei stoppen sollte;

> 80% der Befragten sind der Meinung, dass man die Bundeswehr aus Incirlik abziehen und entweder in einem Nachbarland stationieren oder ganz nach Hause holen sollte (Civey - Umfrage)

Nachlesen konnte man das gestern u.a im österreichischen Standard.at (mittlerweile verschwunden) und anderen Medien:

T-online: Mehrheit für Abbruch
http://www.t-online.de/nachrichten/i...t-tuerkei.html

freiepresse.de - Mehrheit für Ende der EU-Beitrittsgespräche
http://www.freiepresse.de/NACHRICHTE...kel9858037.php

freiepresse.de - CSU fordert Abzug aus Incirlik
http://www.freiepresse.de/NACHRICHTE...kel9855546.php



Glauben Sie nicht, dass ich auf Grund der hier genannten Zahlen durchaus das "Recht" habe, nicht nur für mich zu sprechen, sondern auch das "Wir" gebrauchen darf im Hinblick auf durchaus deutliche und beeindruckende Mehrheiten im deutschen Volk, dem auch ich angehöre und dessen Werte und Historie ich teile?
Wenn Sie ganz anderer Meinung sind: Bitteschön, das ist Demokratie! Und wenn Sie das Thema gar nicht interessiert und Sie sich auch nicht schämen wollen oder können: Bitteschön, niemand zwingt Sie, auch ich nicht.
Es gibt keinen Grund, persönlich beleidigt zu sein, das war nicht meine Absicht und ich bitte Sie, sich keinen Schuh anzuziehen, der nicht für Sie gemacht ist. Nur: Das was ich sage, das sage ich, und ich kann Ihnen versichern, dass ich mir sehr sorgfältig überlege, was ich schreibe, so zum Beispiel dabei, Herrn Erdogan und die AKP - Funktionäre als Nazis zu bezeichnen. Und ich spreche von "Wir", wenn ich mir sicher bin, einen breiten gesellschaftlichen Konsens hinter mir zu wissen. Das ist bei diesem Thema der Fall, alles andere wäre postfaktisch.
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Alt 16.03.2017, 13:43   #742
Taurec
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Gerade wir Deutschen sollten doch wissen, was alles passieren kann, wenn man solche Despoten zu lange gewähren lässt. Die Appeasementpolitik hat schon damals nicht funktioniert und sie funktioniert auch jetzt nicht.
Typen wie Erdogan müssen von Anfang bekämpft und gestoppt werden, bevor sie richtig Unheil anrichten können. Ich würde mir ebenfalls eine deutliche und klare Haltung unserer Regierung wünschen. Und vor allem deutliche Taten:
- Aufkündigung dieses unseligen Flüchtlingsdeals
- Stopp der Aufnahmegespräche
- Wirtschaftssanktionen
- Abzug der BW
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Alt 16.03.2017, 23:36   #743
Dantes
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Danke Herr Wolf das Sie sich meiner Kritik angenommen haben.
"Was die Leute bewegt" ist ein Nenner auf den wir uns beide einigen könnten und nebeneinander und miteinander Meinungen austauschen.
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Alt 17.03.2017, 02:09   #744
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Zitat von Taurec Beitrag anzeigen
Ich würde mir ebenfalls eine deutliche und klare Haltung unserer Regierung wünschen. Und vor allem deutliche Taten:
- Aufkündigung dieses unseligen Flüchtlingsdeals
- Stopp der Aufnahmegespräche
- Wirtschaftssanktionen
- Abzug der BW
Du wirfst da ein paar Sachen in einen Topf, die nicht zusammengehören und teilweise auch nicht in der Verantwortung der Bundesregierung liegen.

Das Flüchtlingsabkommen steht sowieso kurz vor dem Platzen, weil Erdogan es (natürlich) als Druckmittel einsetzt. Der einzige Grund, weshalb er es noch nicht gebrochen hat, dürfte das Geld sein. So, wie er sich zur Zeit aufführt, wird er es wahrscheinlich in den nächsten Wochen brechen und Merkel dann dafür beschimpfen, dass sie nicht weiter zahlt.

Die Aufnahmeverhandlungen liegen nicht in der Verantwortung der Bundesregierung. Sie kann höchstens ihren Einfluss geltend machen, aber nichts beschließen. Außerdem sind sie de facto längst gestoppt, schon weit über ein Jahr. Die EU hat die Fortführung ebenso wie die Visa-Freiheit an Bedingungen geknüpft, von denen die Türkei noch keine einzige erfüllt hatte. Vor kurzem wurden auch die entsprechenden Zahlung gestoppt. Eine offizielle Beendigung der Verhandlungen würde an den Konsequenzen für die Türkei oder die EU nichts ändern.

Wirtschaftssanktionen wären möglich. Vermutlich würden sie aber Deutschland mehr kosten als die Türkei, sind also eher ein Druckmittel für Erdogan.

Die BW ist als Teil der NATO in der Türkei. Sie könnte natürlich abgezogen werden, aber das könnte dann auch Konsequenzen innerhalb des Bündnisses haben. Nicht, dass ich für dieses "Verteidigungsbündnis" wäre, aber solange Deutschland nicht ausgetreten ist, kann es nicht nach Lust und Laune Truppen abziehen, ohne sich zumindest mit den Partnern abzusprechen.

Die Frage ist eher, wie lange die NATO die Türkei noch als Mitglied will. Auf Verteidigungspartner muss man sich minimal verlassen können, zumindest so weit, dass sie dem Bündnis oder einem Mitglied nicht in den Rücken fallen. Das sehe ich beim augenblicklichen Tempo des Wandels der Türkei nicht mehr lange als gegeben. Ich könnte mir vorstellen, dass es nicht mehr sehr lange dauert, bis die ersten Forderungen kommen, sie auszuschließen, und dann wird der Abzug aller NATO-Truppen sowieso die erste Aktion sein.

Auf jeden Fall bringen kindische Sandkastenreaktionen "Wenn du mich mit dem Schüppchen haust, klau ich dir dein Eimerchen" bei Typen wie Erdogan und seinen Anhängern überhaupt nichts. Die kann man am besten mit kalkulierten, gezielten Aktionen packen, an Stellen, wo es ihnen richtig weh tut, nicht an Stellen, die ihnen komplett egal sind.
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Alt 17.04.2017, 23:27   #745
The Wolf
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Pfui Teufel!

Was für eine Scheiß-Zeit, in der wir zu leben gezwungen sind.
Man kann gar nicht soviel fressen, wie man kotzen möchte:

Da ist ein Bosporus-Django, der sich vor unseren Augen zum Diktator macht - und 512 000 in Deutschland lebende Türken oder Deutsch-Türken machen mit, die hierzulande jeden Tag die Segnungen von Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit genießen. Kann man so dumm sein? Ist es damit getan, zur Tagesordnung überzugehen und abzuwarten, oder sind jetzt Gegenmaßnahmen gefragt? Und wenn ja: Was für welche? Man kann sich ja zurücklehnen und sich die Hände reiben und schadenfroh sagen: Nur Schafe sind dumm genug, sich ihren Metzger auch noch selbst zu wählen, nicht nur die Deutschen haben ihren Adolf Hitler freiwillig gewählt, auch unlängst die US- Amerikaner mit Donald Trump und nun auch die Türken, willkommen also im Idioten - Club! Schwamm drüber?
Schön, die Wahlbeteiligung in Deutschland war niedrig, und nur ein Teil der Menschen mit türkischen Herkunftshintergrund hat Herrn Erdogan, das Irrlicht aus Ankara, gewählt - aber 512 000 Menschen haben diesem Idioten ihr Ja-Wort gegeben - UND JEDER EINZELNE IST EINER ZUVIEL, ODER?
Was seid Ihr für Menschen, dass Ihr hier in Freiheit lebt, aber Eure Landsleute und Eure Familienangehörigen dazu verdonnert, unter einem Despoten leben zu müssen? Fast jede türkische Familie hat momentan einen, der (unschuldig) im Knast sitzt, weil Herr Erdowahn das so will - UND IHR WÄHLT DEN und belohnt ihn noch? So dumm kann man doch nicht sein, selbst wenn die Eltern aus dem hintersten Anatolien kamen, oder doch?

Ihr 512 000 deutschen Türken, die Ihr gestern für die Diktatur gestimmt habt, Ihr solltet kein Recht haben, in meinem Heimatland zu leben und von seinen Errungenschaften wie Freiheit, Rechtstaatlichkeit, Gewaltenteilung etc. zu profitieren. Wenn Euch die Diktatur so gut gefällt - dann fahrt nach Hause in Euer Land - WIR HELFEN BEIM PACKEN!!! Wir nehmen gern diejenigen auf, die unter Herrn Erdogan, Eurem neuen Volkshelden, unschuldig im Knast sitzen, und bieten ihnen Asyl. Das ist eine Gruppe von Menschen, die es wirklich verdient hat, Ihr nicht!

Noch ein Grund zum Kotzen:
Die Sheriff - Politik von Herrn Trump - erst schießen, dann nachdenken, wenn überhaupt.
Jüngst kam es zur Freisetzung von Giftgasen in Syrien - und als Reaktion darauf zu einem völkerrechtswidrigen Luftschlag des US-Militärs auf einen Luftwaffenstützpunkt des syrischen Militärs. Es weiss zwar niemand, wer diese Giftstoffe freigesetzt hat, aber für einige Besserwisser war natürlich gleich alles klar: Der böse Herr Assad war es, der Despot, dessen Militär immer die Bevölkerung drangsaliert, durch Folter, Mord, Bombardierungen, Fassbomben, Giftgas-Angriffe... Die Schlauberger waren zahlreich: Die UNO, die EU-Außenministerin Mogherini, die Briten, die Franzosen, natürlich Frau Merkel (was sonst?). Tatsache ist, dass bis heute niemand weiss, wer für diesen Giftgasangriff verantwortlich ist, nur war es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht das syrische Militär. Auch Terroristen haben diese Fähigkeit und ihre Freunde in der Türkei und in Saudi - Arabien.
Für Herrn Trump war natürlich gleich alles klar - Luftschlag, was sonst? Wir können es, also tun wir es! Wer das Giftgas freigesetzt hat, wen interessiert das noch? Und dann die armen, armen Kinder.... Kinderbilder zählen dreifach.

Und dann Afghanistan: Da musste in den Kämpfen um das Höhlensystem von Tora - Bora ein amerikanischer Herrenmenschen - Soldat (dessen Leben so unendlich viel mehr Wert ist als das eines Afghanen) sein Leben lassen - und Herr Trump antwortete mit "DER MUTTER ALLER BOMBEN". Ein durchschlagender Erfolg, so hört man - soll ja auch so sein - aber zivile Tote hat es nicht gegeben. Woher weiss man das, wenn keiner am Ort den Vorgang und seine Folgen untersucht? Und das Schlimmste von allen: Niemanden interessiert es, niemand hinterfragt es, der Lügenpresse, die längst vom Wachhund zum Kampfhund mutiert ist, ist das schiet - egal!
Was passiert eigentlich, wenn - sagen wir mal - ein saudischer Staatsbürger in den USA (so etwas soll es dort geben) an einer Straßenkreuzung in Boston aus Versehen eine Frau mit Kinderwagen anfährt und tötet? Wirft dann der neue Große Blonde im Weißen Haus gleich seine fetteste Wasserstoffbombe auf die Kaaba in Mekka?

Und noch etwas zum Abkotzen:
Da werden Zivilisten in Syrien evakuiert und warten in Bussen auf ihre Abreise an einen besseren, sicheren Ort, nachdem sie vielleicht jahrelang von Terroristen als menschliche Schutzschilde missbraucht wurden - und dann kommt ein verkrachter Selbstmordattentäter vorbei und sprengt sich neben den Bussen so in die Luft, dass es 126 Tote gibt, darunter 68 Kinder, die Hoffnung hatten auf ein besseres Leben.
Und wieder kommt unsere Lügenpresse scheinheilig daher: Wir wissen nicht, wer es war, es gab kein Bekennerschreiben! Nun ja, wer will bei der Abscheulichkeit des Verbrechens (Geiseltötung in großem Stil) dann schon die Verantwortung übernehmen?

Ich will mal ein bißchen Nachhilfe geben:
Die Getöteten waren schiitische Muslime, dann ist der Täter mit Sicherheit ein sunnitischer Terrorist gewesen, als da wären...... ach lassen das: Es war einer von UNSEREN FREUNDEN, einer von den vom Westen finanzierten und ausgerüsteten Terroristen, die wir verniedlichend immer als "Rebellen" bezeichnen - welcher Gruppe dieses Tier in Menschengestalt angehörte, braucht uns wirklich nicht zu interessieren. Bei der Befreiung von Aleppo haben die Russen dankenswerterweise mehrere Male Waffenstillstände ausgehandelt und Korridore geschaffen, um Zivilisten evakuieren zu können. Noch jedes Mal kamen unsere westlichen Terroristenfreunde hinzu und haben die Befreiung ihrer menschlichen Schutzschilde verhindert: Sie schossen auf ausreisewillige Wartende zum Teil unter den Augen auch der westlichen Presse, bis der Waffenstillstand zusammenbrach, ohne dass im Mainstream ein einziges Mal wahrheitsgemäß berichtet wurde. Stattdessen entblödeten sich die Journalismus-Praktikanten bei SPIEGEL Online, namentlich ein gewisser Herr Sydow nicht, den Abtransport und die humanitäre Hilfe seitens der Assad - Regierung und des russischen Militärs als "ethnische Säuberungen" zu bezeichnen - ja gehts noch?

Erst vor wenigen Tagen wurde der staunende Betrachter des ARD-Mittagsmagazins Augenzeuge des Abtransports von "Rebellen" aus einem von ihnen jahrelang terrorisierten Gebiet: Lachende, bärtige junge Männer, die grinsend ihre Maschinenpistolen und anderes Schießgerät präsentierten, das man ihnen gelassen hat, als sie schon in Bussen hockten. Einer dieser Terroristen ereiferte sich noch darüber, dass man jahrelang gekämpft hatte - wofür, wenn man jetzt abziehen müsste? Frage: Warum bietet die ARD solchen Individuen auch noch eine Interview - Möglichkeit? Und warum lässt Herr Assad solche Leute ungeschoren abziehen, dazu noch unter Waffen? Solche Leute macht man nieder, die lässt man nicht laufen.

Und natürlich die ganze Aleppo - Berichterstattung vor Weihnachten: ALEPPO ist gefallen - buh, heul, kreisch.... Warum hat man uns nicht gezeigt, wie die Bevölkerung sowohl in West- als auch in Ost- Aleppo vor Freude auf den Straßen tanzte und den legitimen Präsidenten Assad und seine Armee hochleben ließ? Ein Super - Gau der tendenziellen Berichterstattung, einfach abscheulich.
Und Mossul? Da gibt es gar keinen Krieg, oder? Das ist etwas GAAAANZ anderes, da sind die Amerikaner und ihre Hiwis; der IS geht freiwillig, da geht auch nichts kaputt, und tote Zivilisten gibt es da auch nicht. Wers glaubt, wird selig: Auf jeder Militärakademie dieser Welt wird gelehrt, dass der Städte- und Häuserkampf das Dreckigste ist, was es gibt: Um jeden Stadtteil, um jede Kreuzung, um jedes Haus, um jedes Stockwerk - die Namen heißen Stalingrad, Berlin, Aleppo, Mossul. Die Medien berichten nicht, deswegen nennt man sie zu Recht - nun ja - Lügenpresse...

Was kommt als nächstes?
Ich bin seit kurzem 67 Jahre alt und das heißt 67 Jahre in Frieden leben zu dürfen. Ein Privileg, nur: Ich hätte nie geglaubt, dass sich die Welt, in der ich lebe, so rasend schnell auf eine massive Verschlechterung hinbewegt wie in den letzten Monaten. Die letzten Monate oder Wochen vor dem ganz großen Knall? Kann nicht mehr lange dauern. Ich bin durchaus in Sorge.
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Geändert von The Wolf (17.04.2017 um 23:45 Uhr)
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Alt 18.04.2017, 06:03   #746
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Was kommt als nächstes?
Ich bin seit kurzem 67 Jahre alt und das heißt 67 Jahre in Frieden leben zu dürfen. Ein Privileg, nur: Ich hätte nie geglaubt, dass sich die Welt, in der ich lebe, so rasend schnell auf eine massive Verschlechterung hinbewegt wie in den letzten Monaten. Die letzten Monate oder Wochen vor dem ganz großen Knall? Kann nicht mehr lange dauern. Ich bin durchaus in Sorge.
Um so schlimmer, wenn man bedenkt, welche riesigen Chancen wir nach der Wende und dem Ende des kalten Krieges hatten, das alles zu ändern.

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Alt 18.04.2017, 07:42   #747
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Alt 18.04.2017, 12:13   #748
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Alt 19.04.2017, 01:23   #749
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Tatsache ist, dass bis heute niemand weiss, wer für diesen Giftgasangriff verantwortlich ist, nur war es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht das syrische Militär. Auch Terroristen haben diese Fähigkeit und ihre Freunde in der Türkei und in Saudi - Arabien.
Für Herrn Trump war natürlich gleich alles klar - Luftschlag, was sonst? Wir können es, also tun wir es! Wer das Giftgas freigesetzt hat, wen interessiert das noch? Und dann die armen, armen Kinder.... Kinderbilder zählen dreifach.
Warum ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es Assad nicht war?

Eine gewisse Ironie hat die ganze Situation aber auch: Die Außenpolitik wurde ja gerade als eines der Pro-Argumente für Trump angeführt. Das er sich stärker aus Konflikten heraushält, das er einen besseren Kontakt zu Putin herstellen wird und es gerade das Clinton-Lager ist, das von den Kriegstreibern in den USA unterstützt wird. Heißt das: Unter Clinton wäre es noch viel schlimmer in den letzten Monaten gekommen?
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Alt 19.04.2017, 10:26   #750
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