Petition gegen Berufsverbote in der BRD

Sim_IQ

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Hallo ihr Lieben.

Mir wurde heute folgende E-Mail zugeschickt:

Solikomitee gegen Berufsverbot <berufsverbot@rotehilfe.de> schrieb am 16.12.05 11:49:39:

Liebe FreundInnen,
wahrscheinlich habt Ihr es der Presse entnommen oder seid sogar bereits
selbst tätig geworden: Die Berufsverbote, die der Europäische
Gerichtshof 1995 für menschenrechtswidrig erklärte, sind wieder aktuell!
Seit 2003 gibt es in der Bundesrepublik wieder einen vom Berufsverbot
betroffenen Lehrer. Michael Csaszkóczy darf in Baden-Württemberg nicht
Realschullehrer werden, wenn es nach dem Kultusministerium geht. Und nun
wurde auch in Hessen für ihn ein Berufsverbot ausgesprochen, wo er an
einer Schule vom Kollegium ausgewählt worden war und eine Stelle
antreten sollte. Vorgeworfen werden ihm ausschließlich legale
Tätigkeiten: Die Anmeldung von Demonstrationen gegen Neonazis, die
Funktion als Sprecher des Autonomen Zentrums Heidelberg und die
Mitgliedschaft in der Antifaschistischen Initiative Heidelberg (AIHD).
Er hat keinerlei Straftaten begangen, und auch die Schule, an der er das
Referendariat ablegte, hatte keinerlei Beanstandungen hinsichtlich
seiner Eignung als Lehrer. Ja, einige SchülerInnen wandten sich sogar
persönlich an das Kultusministerium mit der Bitte um Einstellung von
Michael Csaszkóczy in den Schuldienst.
Zur Zeit liegt das Verfahren beim Verwaltungsgericht in Karlsruhe.
Das Solidaritätskomittee gegen Berufsverbote hat nun eine Kampagne
gestartet: 1000 Stimmen gegen Berufsverbote.

Der Wortlaut des Aufrufs ist:

1000 Stimmen gegen Berufsverbote!
Wir protestieren gegen die Wiederbelebung der antidemokratischen
deutschen Berufsverbotspraxis durch die Bundesländer Hessen und
Baden-Württemberg.
Berufsverbote verstoßen gegen die Menschenrechte und schaffen ein Klima
der politischen Einschüchterung. Wir fordern die sofortige
Rehabilitierung des Lehrers Michael Csaszkóczy, dem seit dem Jahr 2003
wegen seines Engagements gegen Krieg und Faschismus die Ausübung seines
Berufs verwehrt wird.


Diesem Aufruf haben sich bereits ca. 50 Personen angeschlossen, darunter

Konstantin Wecker,
Liedermacher

Claudia Roth,
Bundesvorsitzende
Bündnis 90/Die Grünen

Udo Lindenberg,
Musiker

Sarah Wagenknecht,
Mitglied des
Europaparlaments

Franz Josef Degenhardt,
Liedermacher

Tobias Pflüger,
Mitglied des
Europaparlaments

Peter Gingold,
Widerstandskämpfer,
Überlebender des
Holocaust

Dr. Rolf Gössner,
Präsident der
Internationalen Liga
für Menschenrechte

Wir bitten Euch nun, diesen Aufruf in Euren Bekanntenkreisen zu
verbreiten und damit zu helfen, dass die 1000 Stimmen sich vervielfältigen.

Nähere Informationen und den aktuellen Stand der Kampagne könnt Ihr auf
der Homepage www.gegen-berufsverbote.de auf der Seite „1000 Stimmen“
entnehmen.
Die Unterschrift (Name, Alter, Beruf/Funktion) kann geschickt werden an

stimmen@gegen-berufsverbote.de.

Mit solidarischen Grüßen

Das Solidaritätskomitee gegen Berufsverbote

Ich und mehrere meiner Freunde haben bereits unterschrieben, da ich nicht glauben kann, dass so etwas in der BRD des 21. Jahrhunderts noch möglich ist.

Und da ich Lehrer werde möchte und politisch sehr engagiert bin, fände ich es schade, wenn ich nicht unterrichten dürfte, nur weil meine Partei die falsche Farbe trägt...

Ich würde es toll finden, wenn ihr diese Aktion unterstützen würdet.

Gruß
IQ.
 

T Wrecks

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Riecht verdächtig nach Spam/Hoax... :sleep:
 

PoohBear

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Sim_IQ

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Also: Die E-Mail kam ausgehend vom Vorsitzenden der Jusos im Saarland, Michael Clivot, über die Juso-Landesliste. Darüber kommt definitiv kein Spam.

Michael Csaszkóczy ist übrigens
Lehrer für Deutsch, Geschichte und Kunst

Quelle: http://www.spiegel.de/unispiegel/schule/0,1518,373360,00.html (toller Artikel)

Oder sucht mal bei Google nach dem Lehrer http://www.google.de/search?sourceid=navclient&hl=de&ie=UTF-8&rls=GGLG,GGLG:2005-51,GGLG:de&q=Michael+Csaszk%C3%B3czy

Nahezu überall wurde schon über diesen Fall berichtet.

Ich glaube kaum, dass das eine Hoax ist.

Und Schaut euch doch auch mal die dazugehörige Webseite an: http://www.gegen-berufsverbote.de
 
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Ehrlich gesagt möchte ich nicht unbedingt von einem Antifa-Lehrer unterrichtet werden. Ich denke die Sache sähe für dich, Sim_IQ, schon ganz anders aus wenn es ein NPD Aktivist wäre. Wie sähe es dann mit der Freiheit aus? Würdest du gerne von dem unterrichtet werden?
So lange die Lehrer in der Schule, im Unterricht, nicht ihre politische Meinung raushängen lassen ist es mir relativ egal wie sie drauf sind. Allerdings kann ich mir nur schwer vorstellen, wie so jemand wie Michael Csaszkóczy alle Schüler (ob rechts oder links) gleich behandelt und sich nicht auf eine Seite schlägt.

Hab von dem Fall auch schon früher mal gelesen, stimmt also schon, aber das wurde ja schon geklärt.
 

Bacardi

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Ehrlich gesagt wäre es mir egal, ob mein Lehrer in der NPD oder der PDS ist, welche politsche Meinung er vertritt interessiert mich nicht, solange er als Lehrer seinem Beruf angemessen nachgeht, und seine politsche Richtung außen vor lässt. Ehrlich gesagt wäre mir so ein Lehrer lieber als andere, da ich mir bei diesem, wenn er denn die oben genannten Anforderungen erfüllt, auch sicher sein kann, das es nicht so abläuft, wie es im Moment der Fall ist: Viele Lehrer bei uns kommen mir vor, als hätten sie nie eigenständiges Denken gelernt, und wären immer mit dem Strom geschwommen. Das selbe erwarten sie jetzt auch von ihren Schülern. Sie sind demotiviert, und einfach genervt. Entsprechen die Vorstellungen der Schüler nicht denen ihrer Lehrer, so sind diese dann einfach störend und werden auch dementsprechend behandelt, egal ob ein Einwand oder eine Diskussion durchaus begründet ist.:naja:

Bei solchen politsch aktiven Lehrern kann ich mir durchaus vorstellen, dass sie offener gegenüber den Schülern sind, und deren Meinung vielleicht eher aktzeptieren und beherzigen, als "normale" Lehrer.;)

Sollten sie allerdings den Schülern ihre Meinung aufdrängen wollen, dann wäre es für mich auch schon vorbei mit der Toleranz, denn sowas ist einfach nicht angebracht.

:hallo:
 

DodotheGoof

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Wäre der Lehrer Mathematik und Physiklehrer, dann wäre die ideele Ausrichtung sicherlich ein geringes Problem.
1+1 ist immer 2 (im Dezimalsystem) egal ob man Demokrat, Faschist oder Kommunist ist. Das gleiche gilt auch für physikalische Gesetze.

Doch schon bei der Kunst ist man nicht frei von politischen Meinungen. Und sehr kritisch wird es bei Geschichte. Denn es geht ja nicht nur darum, dass man geschichtliche Ereignisse zeitlich abhandelt, sondern es geht auch um das finden von Ursachen, Bewertung der Bedeutung der geschichtlichen Ereignisse usw. Ein Lehrer mit rechter Gesinnung würde die Dolchstoßlegende als Tatsache verkaufen, ein Kommunist würde den Bau der Berliner Mauer womöglich als einen "Schutzwall" rechtfertigen.
Eine vollkommen neutrale Geschichtsinterpretation gibt es nicht.
Auch in Deutsch ist die Möglichkeit durch Wahl der Literatur oder die Interpretation der Texte ein politische Meinung zu äußern.
 

Bacardi

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mysticstar schrieb:
Ja, das stimmt. In Geschichte erfolgt die größte politische Beeinflussung. Seien wir doch mal ehrlich: Der nomale Schüler aktzeptiert in der Regel das, was der Lehrer an die Tafel schreibt. Und wie man bestimmte Ereignisse darstellt, dass kann am Ende ganz unterschiedlich aussehen.
Wobei ich manchmal wirklich dankbar wäre, wenn uns unsere Lehrerin nicht immer die Geschichten vom bösen Nationalsozialismus einbleuen würde. Natürlich, ich denke der Großteil ist der Meinung, das die NS-Verbrechen entsetzlich waren. Aber die Schüler heutzutage sind durchaus in der Lage sich selbst kritisch damit auseinander zu setzen, und ich denke auch, dass die meisten zu einem Urteil kommen würden, dass dem der Allgemeinheit entspricht. Wer nicht dazu kommt, an dem zieht auch das Gerede des Lehrers vorbei. Und letztens hab ich mich wirklich gefragt, für wie blöd die Schüler gehalten werden. ich konnte es echt nicht fassen, da bekommen wir ein Arbeitsblatt vorgelegt, bei dem die Absicht sowas von durchschaubar war, dass ich hätte platzen können. ich möchte nicht Aufgaben erledigen, bei denen ich hinschreiben muss, wie auch so böse die Nazis doch waren. Das Thema ist wichtig, und man muss sich auch mit der Vergangenheit auseinandersetzen, aber das, was bei uns abgeht, ist einfach nur übertrieben, und kommt meiner Meinung nach politischer Beeinflussung ziemlich nahe.


:hallo:
 
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Bacardi schrieb:
Das Thema ist wichtig, und man muss sich auch mit der Vergangenheit auseinandersetzen, aber das, was bei uns abgeht, ist einfach nur übertrieben, und kommt meiner Meinung nach politischer Beeinflussung ziemlich nahe.
Natürlich. Das ist politische Beeinflussung.
War bei uns auch so als wir das Thema hatten (wurde ja in Deutsch, Geschichte, Gemeinschaftskunde, Religion... überall eigentlich behandelt). Das wurde einem so vorgekaut und war dermaßen offensichtlich. Es wurden einem keine Fakten rübergebracht sondern einfach nur gesagt, was man zu denken hat.
Ist eigentlich traurig. Gerade wenn das alles damals so übel war, würden wir es doch selbst mitkriegen, auch wenn die uns nicht sagen würden wie wir darüber zu denken haben.
In Geschichte ist es noch relativ offensichtlich. Das Schlimmere finde ich, dass es auch in jedem anderen Fach durchgekaut wird.

Das mit der Beeinflussung wird durch politisch aktive Lehrer sicher nicht besser, im Gegenteil, mit dem einzigen Unterschied, dass die hinter dem stehen würden was sie einem beibringen und dass es ehrlicher rüberkäme als von einem Lehrer der es nur auswendig gelernt und von dem Spiegel den traurigen Gesichtsausdruck geübt hat.
 

DodotheGoof

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Nun ja, aber gerade beim Nationalsozialismus fällt es schwer etwas gutes bei einem System zu finden, dessen ganzes Handeln letztlich auf die Führung eines Krieges und die Vernichtung von einzelnen sozialen Gruppen ausgerichtet war.
Natürlich besteht da auch die Gefahr des Bogen zu überspannen. Ein ähnliches Problem ist es, jedes menschliche Verhalten (insbesondere im Bereich Sexualität und Fortpflanzung) mit den steinzeitlichen Umständen erklären zu wollen.
Das gleiche Problem kann man beim Nationalsozialismus anführen, dass man hinter all seinem Handeln letzlich die Vorbereitung auf den Krieg sieht. Oder zumindest steht alles unter diesem Verdacht. Wobei man sagen muss, dass die Rethorik des Nationalismus diesen Verdacht eher erhärtet.
 

Sim_IQ

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gänseblümchen schrieb:
Ehrlich gesagt möchte ich nicht unbedingt von einem Antifa-Lehrer unterrichtet werden. Ich denke die Sache sähe für dich, Sim_IQ, schon ganz anders aus wenn es ein NPD Aktivist wäre. Wie sähe es dann mit der Freiheit aus? Würdest du gerne von dem unterrichtet werden?
So lange die Lehrer in der Schule, im Unterricht, nicht ihre politische Meinung raushängen lassen ist es mir relativ egal wie sie drauf sind. Allerdings kann ich mir nur schwer vorstellen, wie so jemand wie Michael Csaszkóczy alle Schüler (ob rechts oder links) gleich behandelt und sich nicht auf eine Seite schlägt.

Ich persönlich finde, dass die Antifa gute Aktionen macht, so ist es zumindest hier im Saarland. Klar, dort sind viele Punks und Autonome mit dabei, aber deswegen kann man ja nicht gleich alles schlecht finden, was die veranstalten.

Mit einem Antifa-Lehrer hätte ich keine Probleme.

Mit einem NPDler würde ich mich mit Sicherheit zoffen, wenn er andauernd behauptet, dass Hitler die Wiedergeburt von Jesus war, usw.. Da würde ich den Unterricht boykottieren und versuchen, den Kurs zu wechseln.

Ansonsten kann ich gerne mal von Erfahrungen berichten, die ich hier an meiner Schule (Wirtschaftswissenschaftliches Gymnasium) gemacht habe:

Meine Politiklehrerin steht z.B. den Grünen sehr nah und ist auch insgesamt eher links. Sie gibt dann auch offen zu, dass sie Sozialismus gerne unterrichtet, während sie den Konservatismus und den (Neo)Liberalismus nicht ausstehen kann.

Mein Mathelehrer hat bei der Bundestagswahl FDP gewählt und hat seine Entscheidung dann auch vor uns verteidigt.

Meine Religionslehrerin ist sehr SPD-nah, genau wie meine Deutschlehrerin. Mein alter Englischlehrer hat die "Politik" von George W. Bush kritisiert, wann immer sich dazu eine Gelegenheit geboten hat.

So im Durchschnitt sind die Leute (Schüler und Lehrer) an meine Schule alle eher ein wenig links, die meisten haben rot oder grün gewählt. Ich denke, dass hier ein Lehrer von der Antifa ganz gut ankäme.

Ein NPD-Lehrer dagegen hätte hier schlechte Chancen, schon unsere SKler (Schüler des Saarlandkolleg) würden den in der ersten Stunde in der Luft zerreißen...
 

Bacardi

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mir geht es auch nicht darum, den NS zu verherrlichen oder zu beschönigen, denn das ist er nicht, ich denke, da sind wir uns einig. Mir geht es einzig und allein darum, dass ein Mensch in der Lage sein müsste dies selbst festzustellen und zu erkennen, und man nicht versuchen muss ihm mit wirklich billigen und offensichtlichen Mitteln das in seinem Kopf einzuhämmern. Ich finde es gut, dass das Thema behandelt wird, es ist notwendig, aber ich würde mich viel lieber kritisch damit auseinander setzen, und mir nicht von vornherein anhören müssen:"Buhhh, die Nazis waren sowas von böse und blöd, und ihr müsst das alles verabscheuen".

Wenn wir uns damit auseinander setzen dürften, würden wir zum selben Ergebnis kommen, und das würde im Endeffekt viel mehr in unseren Köpfen bewegen als dieses sinnlose"alles war so böse", das ich mir immer wieder in Geschichte, Deutsch, GK usw. anhören muss. Man kann uns Schülern durchaus zutrauen, dass wir in der Lage sind, zu erkennen, was "falsch" und was "richtig" ist, genauso gut können wir uns auch eine eigenständige Meinung bilden. Es kommt mir ja schon fast so vor, als hätte man Angst, das wir sofort alle zu hakenkreuztragenden Rassisten werden, gäbe man uns die Chance, uns selbst damit auseinander zu setzen.

Das es so sicher NICHT ablaufen würde, sollte eigentlich auch jedem klar sein. Klar, wir leben nunmal in Deutschland, und wir haben eine schwierige Vergangenheit, aber is sollte doch wohl möglich sein, damit auch anders umzugehen.

@Sims-IQ
Ich denke nicht, das man, nur weil man Mitglied der NPD ist, gleich behauptet, Hitler wäre Jesus. Man sollte vielleicht nicht gleich verallgemeinern.:)
(Obwohl ich mich wahrscheinlich auch nicht mit solchen Lehrern anfreunden kann, weil ich nicht verstehen könnte, warum sie diese Meinung vertreten.)

@gänseblümchen
Naja, das kann man von beiden Seiten sehen. Lehrer, die extreme politsche Meinungen vertreten, würden sicher ihre Schüler beeinflussen. Aber es soll ja auch Menschen geben, die zwar einer bestimmten politschen Richtung angehören, aber trotzdem noch anderes tolerieren und für dieses offen sind. Ich hoffe es jedenfalls, dass es solche Leute gibt.:ohoh:

Aber ich denke, Lehrer, die "andere" politsche Meinungen vertreten würden im Unterricht besonders darauf achten, ihre Schüler nicht zu beeinflussen, da sie ja wissen, dass sie dann Probleme mit dem Schulamt bekommen.:)
 
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@Sim_IQ
Mir ginge es genau andersrum. Es gäb mit diesem Csaszkóczy zu 100% die Probleme die du beschrieben hast als es um den NPDler ging.
Wenn da so ein Clown ankäm der mir erzählt, in der DDR hätte es die perfekte Demokratie gegeben, Stalin hätte keine Menschen auf dem Gewissen gehabt, usw. dann könnte man den auch leicht "in der ersten Stunde in der Luft zerreißen".
Nur dass man nicht so viel Unterstützung von außen hätte. Soweit ich weiß wurde doch sogar mal das Kind eines NPDlers wegen dem Vater von der Schule verwiesen.

Wenn ich mir in GK anhören muss, dass man die ekelhafte "braune Soße" doch "auf eine einsame Insel verschiffen sollte, wo sie dann von gefangenen Fischen leben können - oder auch nicht. " dann kommts mir auch hoch. Aber was soll man machen?
Deshalb fände ich es gut, wenn die Lehrer ihre politische Einstellung im Unterricht nicht so raushängen lassen würden.
Aber es soll ja auch Menschen geben, die zwar einer bestimmten politschen Richtung angehören, aber trotzdem noch anderes tolerieren und für dieses offen sind. Ich hoffe es jedenfalls, dass es solche Leute gibt.
uhoh.gif
Gibt es... Zwischen Menschen die auf einer gleichen "Ebene" stehen ist das ja auch in Ordnung, da können beide Seiten damit klarkommen. Aber in der Schule ist es eben anders. Der Lehrer ist der, der etwas beibringen soll ohne die Schüler in eine politische Richtung zu drängen.
 
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Sim_IQ

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gänseblümchen schrieb:
@Sim_IQ
Mir ginge es genau andersrum. Es gäb mit diesem Csaszkóczy zu 100% die Probleme die du beschrieben hast als es um den NPDler ging.
Wenn da so ein Clown ankäm der mir erzählt, in der DDR hätte es die perfekte Demokratie gegeben, Stalin hätte keine Menschen auf dem Gewissen gehabt, usw. dann könnte man den auch leicht "in der ersten Stunde in der Luft zerreißen".
Nur dass man nicht so viel Unterstützung von außen hätte. Soweit ich weiß wurde doch sogar mal das Kind eines NPDlers wegen dem Vater von der Schule verwiesen.

Wenn ich mir in GK anhören muss, dass man die ekelhafte "braune Soße" doch "auf eine einsame Insel verschiffen sollte, wo sie dann von gefangenen Fischen leben können - oder auch nicht. " dann kommts mir auch hoch. Aber was soll man machen?
Deshalb fände ich es gut, wenn die Lehrer ihre politische Einstellung im Unterricht nicht so raushängen lassen würden.

Gibt es... Zwischen Menschen die auf einer gleichen "Ebene" stehen ist das ja auch in Ordnung, da können beide Seiten damit klarkommen. Aber in der Schule ist es eben anders. Der Lehrer ist der, der etwas beibringen soll ohne die Schüler in eine politische Richtung zu drängen.

Da muss ich mich jetzt anschließen.

Allerdings sind die von dir zitierten Fälle ja fast alle extremer Natur. Mit Linksextremen hätte ich auch meine Probleme. Extremismus ist immer falsch, egal ob er von links oder rechts, von Christen oder Moslems kommt.

Fazit: Politische Lehrer ja, extremistische nein.
 

Bacardi

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gänseblümchen schrieb:
Gibt es... Zwischen Menschen die auf einer gleichen "Ebene" stehen ist das ja auch in Ordnung, da können beide Seiten damit klarkommen. Aber in der Schule ist es eben anders. Der Lehrer ist der, der etwas beibringen soll ohne die Schüler in eine politische Richtung zu drängen.
OK, da hast du wahrscheinlich auch wieder recht. Ich bin sowieso der Meinung, dass das Schüler-Lehrer-Verhältnis hier nicht stimmt, aber das ist wieder ne andere Sache und gehört hier nicht her.
Sims_IQ schrieb:
Fazit: Politische Lehrer ja, extremistische nein.
Ich denke, dem kann man ohne Probleme recht geben.:)
 

Hoschi

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Wird dem einem oder anderen nicht etwas mulmig zumute, wenn er sich diesen Fall genauer betrachtet?

Das einzige was man Michael Csaszkóczy vorwerfen kann und auch tut, ist seine politische Anschauung.
http://bundesrecht.juris.de/gg/BJNR000010949BJNE001901307.html

Er ist nicht vorbestraft und die Initative in der er sich engagiert arbeitet völlig legal.

Er wird auf Grund seiner politischen Einstellung vorverurteilt.

Dürfen dann in Zukunft auch Schwule nicht mehr als Lehrer arbeiten ( es könnte ja was "abfärben")?
 

Sim_IQ

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gänseblümchen schrieb:
Wenn es Schwule sind die öffentlich gegen Heteros demonstrieren und alles, dann würd ich sagen ja.

Gibt's sowas?

Ich bin schwul und würde trotzdem nie auf die Idee kommen, gegen Heteros zu demonstrieren. Warum denn auch, schließlich können wir nicht viel gegen das machen, was die Natur für uns vorgesehen hat.

:rolleyes:

Ansonsten schließe ich mich voll und ganz Hoschi an, denn genauso sehe ich das auch.
 

Hoschi

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@Gänseblümchen
und was hat Michael Csaszkóczy verbrochen, daß er nicht als Lehrer arbeiten darf?
Es geht nur um seine politische Gesinnung.

Für diese Berufsverbotspraxis ist die Bundesrepublik Deutschland schon einmal vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg verurteilt worden – wegen Verstoßes gegen die Europäische Menschenrechtskonvention und damit wegen Verletzung von Menschenrechten. Zuvor hatten sämtliche bundesdeutschen Gerichte, auch das Bundesverfassungsgericht, diese Praxis im Einzelfall als grundrechtskonform abgesegnet.
http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Verfassungsschutz/goessner2.html

Übrigens ist die Frau in dem beschriebennen Fall Beamtin. Diesen Status strebt Csaszkóczy nicht an.
 
P

Pink Panther

Ich finde, wenn er seine politischen Ansichten nicht vor den Schülern, sondern nur im privaten Bereich auslebt, gibt es für mich dabei kein Problem.
 
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@Hoschi
Es kommt immer drauf an bei was für Aktionen er mitmacht.
Keinen Fußbreit den Faschisten, Nie wieder Deutschland, Eure Ehre heißt Treue - unsere Antwort heißt Dresden, Nazis raus aus den Köpfen, ... (nur ein Beispiele) So was hört sich für mich nicht so an, als würde er "rechte" Schüler einfach mit ihrer Einstellung in Frieden lassen.
Wenn er trotz seiner Einstellung jeden gleich behandeln würde und die Schule nicht als Ort für seine rote Propaganda nutzen würde wäre es ok. Aber dann müsste mans auch so durchsetzten, dass er sofort weg vom Fenster ist wenn so etwas rauskommt. Hab ja oben schon ein paar Beispiele genannt was sich Lehrer erlauben können. Würde ich mich wegen so was beschweren, dann würden die mich höchstens auslachen aber mehr nicht.
 

Sim_IQ

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gänseblümchen schrieb:
Es kommt immer drauf an bei was für Aktionen er mitmacht.
Keinen Fußbreit den Faschisten, Nie wieder Deutschland, Eure Ehre heißt Treue - unsere Antwort heißt Dresden, Nazis raus aus den Köpfen, ... (nur ein Beispiele) So was hört sich für mich nicht so an, als würde er "rechte" Schüler einfach mit ihrer Einstellung in Frieden lassen.

Meiner Meinung nach geht es viel mehr darum, wie er bei diesen Aktionen mitmacht.

Wenn er einfach nur friedlich mitgeht und demonstriert, kann man ihn ja wohl kaum vom Schuldienst ausschließen.

gänseblümchen schrieb:
Wenn er trotz seiner Einstellung jeden gleich behandeln würde und die Schule nicht als Ort für seine rote Propaganda nutzen würde wäre es ok. Aber dann müsste mans auch so durchsetzten, dass er sofort weg vom Fenster ist wenn so etwas rauskommt. Hab ja oben schon ein paar Beispiele genannt was sich Lehrer erlauben können. Würde ich mich wegen so was beschweren, dann würden die mich höchstens auslachen aber mehr nicht.

Ich glaube kaum, dass er "rote Propaganda" machen möchte. Er will einfach nur Kunst, Deutsch und Geschichte unterrichten, darf allerdings nicht, weil er der konservativen Regierung in Baden-Würtemberg zu links ist.

Er wird mit Sicherheit versuchen, seine Schüler gleich zu behandeln. Und wenn jemand von neonazistischen Idealen überzeugt ist, wird er sich mit ihm mal darüber unterhalten, warum er so davon überzeugt ist.

Er würde ganz einfach das tun, was jeder Lehrer tun würde:

Meine alte Englischlehrerin hat uns von einem Fall erzählt, als sie einen Jungen in der Klasse hatte, der normalerweise eher ein Außenseiter war und sich dann den Nazis angeschlossen hat. Sie und mehrere andere Lehrer versuchten, ihn wieder da raus zu ziehen, haben es allerdings nicht geschafft.

Wenn das schon "rote Propaganda" ist, siehst du die Situation wirklich ziemlich eng...
 
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Sim_IQ schrieb:
Meiner Meinung nach geht es viel mehr darum, wie er bei diesen Aktionen mitmacht.
Das ist natürlich noch mal was anders. Wenn er irgendwo mit randaliert oder sonst was dann ist es eh selbstverständlich, dass er nicht unterrichten darf (oder es sollte selbstverständlich sein). Aber auch wenn er friedlich dafür demonstriert wäre es nicht ok wenn er auch in der Schule diese Meinung direkt vertreten würde oder versuchen würde, sie den Schülern als "richtig" zu verkaufen.

Meine alte Englischlehrerin hat uns von einem Fall erzählt, als sie einen Jungen in der Klasse hatte, der normalerweise eher ein Außenseiter war und sich dann den Nazis angeschlossen hat. Sie und mehrere andere Lehrer versuchten, ihn wieder da raus zu ziehen, haben es allerdings nicht geschafft.
Da stellt sich für mich wieder die Frage: Wieso rausziehen, wenn er davon überzeugt ist? Wenn man mit dem Arguement kommt, dass er abrutscht und kriminell, gewalttätig und was auch immer wird dann ist das auch albern. So was hat nichts mit der Einstellung zu tun.

Ich kenne den Fall nicht und weiß nicht wer wie drauf war, von daher kann ich nicht sagen ob ich das schon so einordnen würde.
Aber was jetzt schon in den Schulen abläuft ist Hetze genug.
 

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